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Verfasst von: Christoph Jaschke

Ambulante Pflegedienste verhindern Kontrolle durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen

02.08.2016

In dem Artikel "Ambulante Dienste entgehen Kontrollen. Geheimakte Pflege: Mieser Trick auf Kosten der Senioren" vewies die TZ am 12. Juli 2016 darauf, dass seit einigen Wochen ein juristisches Schreiben kursiert, das manche ambulante Pflegedienste ihren Kunden vorlegen – und unterschreiben lassen. Damit erklären diese, dass sie nicht "von den Mitarbeitern des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung im Rahmen der Qualitätsprüfung nach §§112 ff SGB XI angerufen, besucht und/oder befragt" werden möchten. Dies heißt im Klartext: "Ich will keine Kontrolle meiner Versorgung." Auch Report Mainz berichtete am 26. Juli 2016. Lesen Sie hierzu die Stellungnahme einiger Unternehmen der außerklinischen Intensivpflege vom 29. Juli 2016.

Offener Brief

Es ähnelt einem Katz- und Mausspiel, schaut man sich die Ideen an, die einige Pflegedienste haben, um sich jeglicher Kontrolle zu entziehen. Der aktuelle Bericht in der TZ und im Report Mainz zeigt deutlich, dass es Unternehmen gibt, die völlig ungeniert, vor laufender Kamera, die gesetzlich installierten Kontrollinstanzen in der Pflege ablehnen. Unternehmen, die zwar ihr Geld aus dem Sozialsystem heraus verdienen wollen, die es aber ablehnen, sich in ihren Betrieb hineinschauen zu lassen. Das Perfide an der aktuell aufgefallenen Masche ist, dass der betroffene Bürger, derjenige, der die Pflege erhält, instrumentalisiert wird. Nur durch die ihm zustehenden Grundrechte und das Ablehnen der Einsichtnahme seiner persönlichen Daten, ist es möglich den Besuch des MDK zu verhindern. Den Pflegebedürftigen wird gesagt, dass sie auf gar keinen Fall den MDK hineinlassen sollen, weil dieser dann garantiert die Leistungen kürzen würde.

Was den Pflegebedürftigen nicht erzählt wird ist, dass nicht der MDK, sondern die Krankenkassen über den Leistungsumfang entscheiden und die Pflegebedürftigen von Gesetzeswegen eine Mitwirkungspflicht haben, wenn sie Sozialleistungen erhalten.

Wenn einige Pflegeanbieter diese Dinge tun und die Medien dann logischer Weise darüber berichten, führt dies vor allem dazu, dass der betroffene Bürger verunsichert, die Krankenkassen misstrauisch und die gut arbeitenden Pflegedienste in Misskredit gebracht.

Diese Vorgehensweisen schüren das Misstrauen zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern, sie führen aber auch dazu, dass der Pflegeberuf immer weiter an Attraktivität verliert, denn wer will schon in einem Unternehmen arbeiten, das sich nicht an die gesetzlichen Regeln hält bzw. diese umgeht?

Wir können es uns in der aktuellen Mangelsituation an Pflegekräften absolut nicht erlauben, solche Machenschaften zu akzeptieren. Die Konsequenz muss sein, diese Unternehmen zur Raison zu bringen oder ihnen den Zugang zu den Sozialgeldern zu entziehen.

Die Unterzeichner:

  • Deutsche Fachpflegegruppe
  • ESJ Außerklinische Intensivpflege GmbH
  • Heimbeatmungsservice Brambring Jaschke GmbH
  • HERO Intensiv & Akut Pflegedienst GmbH
  • Intensivpflegedienst KOMPASS GmbH
  • KRONENHOF Intensivpflege GmbH
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Thomas Siessegger, Diplom-Kaufmann, Organisationsberater und Sachverständiger für ambulante Pflegedienste 

Alexander Cito Aufenacker, Berater in der Gesundheits- und Sozialpolitik

Claudia Henrichs, Unternehmensberaterin für Personalentwicklung, Trainerin und Coach für ambulante Pflegedienste

Christoph Jaschke, Geschäftsführer Heimbeatmungsservice Brambring Jaschke GmbH

Peter Wawrik, Geschäftsführer Pflege Consulting Hellweg, Unternehmens- und Organisationsberatung im Pflegenetzwerk ambulant, Wohngemeinschaften und Tagespflegen

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