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Verfasst von: Claudia Henrichs, Claudia Henrichs

Botschafter für die Altenpflege

12.02.2018

Letzte Woche saß ich mit drei Altenpflege-Auszubildenden zusammen. Ich wollte wissen, warum sie sich für diese Ausbildung entschieden hatten, was sie an ihrem Beruf toll finden und wie sie sich ihre Zukunft vorstellen.

 "Vor der Ausbildung dachte ich, es geht nur ums Waschen!" erzählte eine Auszubildende und ergänzte: "Doch jetzt weiß ich, dass der Beruf sehr anspruchsvoll und umfassend ist, weil man ganz viele unterschiedliche Menschen kennenlernt!"

Was ist das Positive an Eurem Beruf?

Was ist denn noch prima an Eurem Beruf, wollte ich wissen. Etwas zögerlich wurden weitere Positiv-Faktoren genannt:

  • Jeder Tag ist anders und abwechslungsreich.
  • Schon in der Ausbildung können wir - in bestimmten Grenzen - Verantwortung übernehmen und selbstständig entscheiden.
  • Wir entwickeln uns persönlich weiter, weil wir es mit ganz unterschiedlichen Charakteren zu tun haben.
  • Unsere Patienten freuen sich auf uns und wir gehen mit dem Gefühl nach Hause, etwas Gutes und Wichtiges getan zu haben.

Das hört sich doch nach einem erstrebenswerten Beruf an. Doch auf meine Frage, wie sie denn den gesellschaftlichen Wert der Altenpflege einschätzen, kam spontan die Antwort: "Ganz schlecht!"

Pflegende sollen gut über ihren Beruf reden

Das erinnerte mich sofort an Erwin Rüddel, den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses im Bundestag, der sich mit seinem Tweet vom 3.2.2018 einen Shitsorm eingehandelt hatte. Seine Forderung: "Pflegende sollen gut über ihre Arbeit reden!" Dem stimme ich zu! 

Natürlich reicht das als alleinige Maßnahme nicht aus, um den Personalmangel in der Pflege zu beheben. Es geht auch nicht darum Schuld zuzuweisen, nach dem Motto: Wenn ihr nicht so jammern und klagen würdet, dann hätten mehr Menschen Lust auf diesen Beruf. 

Nein, Veränderungen braucht es von allen Beteiligten des Systems.

Mit einer Sofortmaßnahme in den eigenen Reihen beginnen

Als flankierende Sofortmaßnahme empfehle ich, immer wieder einmal Antworten auf folgende Fragen im Team zu sammeln:

  1. Was würdet Ihr als Botschafter für die Altenpflege anderen erzählen?
  2. Was ist das Positive an Eurem Beruf?
  3. Was könnt Ihr konkret tun, damit der Stellenwert der Altenpflege in der Gesellschaft steigt?

Einer meiner Teilnehmer veröffentlichte im Herbst 2017 einen Post in Facebook zum Thema: "Geringe Wertschätzung des Pflegeberufs". Er schrieb sinngemäß: Ich selbst habe mich für die Ausbildung und den Beruf entschieden. Das bedeutet auch, dass ich selbst Verantwortung dafür übernehmen muss, dass ich in meinem Umfeld Anerkennung und Wertschätzung erfahre. Zum Beispiel durch weiteren Wissenserwerb und die Betonung des Positiven. Er schloss mit dem Satz: "Wenn ich mir meine jetzige Tätigkeit als Pfleger in der ambulanten Altenpflege genau betrachte, freue ich mich, dass die alltägliche Pflege so vielfältig ist, wie das Leben selbst!"

Bescheidenheit ist keine Zier

Wir kennen ja alle den Spruch: "Tue Gutes und rede darüber!" Da viele Menschen, die in der ambulanten Pflege arbeiten, eher nach der Überzeugung leben, dass Bescheidenheit eine Zier sei, schlage ich vor, Sie sammeln in Ihrem Team einmal Antworten auf die oben genannten drei Fragen. Nutzen Sie dafür am besten ein Flipchart und ergänzen Sie die Antworten immer wieder. Nach dem Grundsatz der Aufmerksamkeitsfokussierung, wird es Vielen noch leichter fallen, Botschafter für ihren Beruf zu werden oder zu bleiben.

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Claudia Henrichs, Unternehmensberaterin für Personalentwicklung, Trainerin und Coach für ambulante Pflegedienste

Christoph Jaschke, Geschäftsführer Heimbeatmungsservice Brambring Jaschke GmbH

Peter Wawrik, Geschäftsführer Pflege Consulting Hellweg, Unternehmens- und Organisationsberatung im Pflegenetzwerk ambulant, Wohngemeinschaften und Tagespflegen

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