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Verfasst von: Thomas Sießegger, Unternehmensberater

Der „Pflegerischen Betreuung“ als „neuem“ Leistungsangebot eine Chance geben

20.11.2016

.. und damit die ambulante Pflege "menschlicher" und ertragreicher machen

Eine Leistung im Rahmen des Übergangsparagraphen 124 im SGB XI wird ab Januar 2017 zur Sachleistung der Pflegeversicherung (§ 36). Was bisher als Häusliche Betreuung nach § 124 SGB XI kaum angeboten wurde, kann sich ab 2017 zur großen Chance für Pflege- und Betreuungsdienste entwickeln.

Meine nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf das Bundesland NRW. Das ist nicht unbedingt 1:1 übertragbar auf die Situation in allen anderen Bundesländern, aber meist läßt sich die Pflegerische Betreuung auch dort in die regulären Pflegeeinsätze einfügen.

Vorbereitungen für das Jahr 2017 + + +
Dieser Blog-Beitrag ist die No. 04 von 12 in einer kleinen regelmäßigen Reihe von mir bis zum Jahresende 2016, ein weiterer Beitrag zu dem, was für das Jahr 2017 alles vorbereitet werden sollte.

In NRW gibt es (erst) seit dem 1. Oktober 2016 die Leistung Häusliche Betreuung. Schon zum 1. Januar 2017 wird sie als Pflegerische Betreuung weitergeführt, dann allerdings als gleichberechtigte Sachleistung neben den "körperbezogenen Pflegemaßnahmen" und den "Hilfen bei der Haushaltsführung".
Das Besondere daran ist, sie wird über den neuen Leistungskomplex 31 abgerechnet. Dieser mit ist 625 Punkten hinterlegt, was - je nach vereinbartem Punktwert - Stundensätze von ca. 29 € bis 34 € ergibt. Das mag nicht viel erscheinen, hat aber doch große Wirkungen, denn je länger Einsätze dauern, desto eher "rechnen" sie sich, weil die anteiligen Fahrt- und Wegezeiten, die Organisationszeiten und die Steuerung und die Kontrolle kostenseitig nicht so stark ins Gewicht fallen. Zudem wurden die Zeiten für Einzelleistungen und Leistungskomplexe in den letzten 21 Jahren, seit Einführung der Pflegeversicherung, so stark reduziert, dass vielfach - sowohl für Mitarbeiter als auch für Pflegebedürftige - das Gefühl einer minuten-getakteten Leistungserbringung entstanden ist.
Das ist einfach nicht mehr schön! Die Menschen wünschten sich ursprünglich etwas anderes.

Schon am 15. Oktober 2013 habe ich auf die Vor- und Nachteile einer Leistungserbringung mit Leistungskomplexen hingewiesen.

"Schuld" daran sind unter anderem nicht geführte Vergütungsverhandlungen, die vermeintlich dazu geführt haben, an der einzigen Schraube, nämlich den Zeiten pro Leistungskomplex zu drehen. Unter anderem deshalb ist die Pflege zu einer "minuten-getakteten" Leistungsart geworden.
Diese schönen Minuten können nun wieder in die Leistungserbringung eingeflochten werden.

Kurioserweise ist die Leistung Häusliche / Pflegerische Betreuung in NRW als Leistungskomplex (LK 31) definiert, wird jedoch über Zeit minutengenau abgerechnet, sie kann also minutenweise den Einsätzen angehängt werden: Zeit für einen Kaffee, oder einen kleinen Plausch, oder einfach um etwas zu organisieren, was aber nicht zur Pflege gehört. Die pflegerische Tätigkeit kann mit dem LK 31 auch unterbrochen und dann weitergeführt werden. Natürlich kann die Leistung LK 31 auch als solitäre Leistung (z.B. für Spaziergänge, zur Beaufsichtigung, usw.) erbracht werden.
Hier geht es mir aber vor allem um mögliche Unterstützung, z.B. bei der Kontaktpflege zu Personen.

Voraussetzung für die Erbringung und Abrechnung der Pflegerischen Betreuung ist, und das dürfte viele Pflegedienste vor Herausforderungen stellen, daß die dafür verwendete Zeit von den Pflegetätigkeiten minutiös abgegrenzt und erfaßt wird, und letztlich nicht dazu dient, möglicherweise defizitäre Einsätze aufzupeppen.

Das bedeutet dann natürlich eine komplette Neuordnung für die Touren- und Personal-Einsatz-Planung. Möglicherweise umfaßt dann eine Tour nicht mehr 17 - 21 Patienten, sondern nur noch 12 - 16 zu versorgende Kunden.

Übrigens: Ohne mobile Datenerfassung geht das eigentlich nicht mehr, denn die Zeit für pflegerische Betreuung muss exakt und minutiös von den Pflegeleistungen (Leistungskomplexe) abgegrenzt, erfasst und abgerechnet werden. Das ist ein kleines Manko, aber verständlich wegen den "Gefahren" einer möglichen Zeitverlängerung nur aus Gründen, weil sich möglicherweise manche Kunden nicht "rechnen".

Natürlich ist die Problematik etwas vielschichtiger, als sich das hier in der Kürze darstellen läßt, aber egal.
Mit der bisher nicht oder wenig genutzten Leistungsart Häusliche Betreuung bzw. Pflegerische Betreuung läßt sich die Zeit ein wenig zurückdrehen und die Zeit der Einsätze verlängern.

Weitere Beiträge in dieser Serie mit BLOG-Beiträgen zur Vorbereitung auf die Zeiten mit dem PSG II und dem PSG III - ab 2017:
Beitrag 01: Der Name Ihres Pflege- und Betreuungsdienstes?
Beitrag 02: 36 € pro Stunde für das Reinigen der Wohnung? Ist das nicht ein bißchen (zu)viel verlangt?
Beitrag 03: Alle Preise gleichzeitig anpassen zum 1. Januar 2017
Beitrag 04: Der "Pflegerischen Betreuung" als "neuem" Leistungsangebot eine Chance geben
Beitrag 05: Mehr Geld kommt ins System!
Beitrag 06: Preisobergrenzen bei den Entlastungsleistungen nach § 45 b SGB XI? 
Beitrag 07: Die Hauswirtschaft 2017 im Plus? Die Hauswirtschaft in der Kostenrechnung
Beitrag 08: Die Internet-Seite auf Vordermann bringen
Beitrag 09: Diskussion um die neue Preisobergrenze im PSG III bei Leistungen nach § 45b SGB XI
Beitrag 10: Wachstum planen in zwei Teilschritten
Beitrag 11: Die wichtigsten Pflegegrade in den Jahren 2017, 2018, 2019 und 2020
Beitrag 12: Neue, bewährte und erprobte Kennzahlen für 2017, 2018, 2019

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Thomas Sießegger
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