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Verfasst von: Christoph Jaschke, Deutsche Fachpflege Gruppe

Die Außerklinische Intensivpflege auf der ALTENPFLEGE 2016

15.03.2016

Gemeinsam stark – unter diesem Motto stand der Zukunftstag ALTENPFLEGE vergangene Woche in Hannover. Auch die außerklinische Intensivpflege stand als Sonderthema auf dem Programm, denn die zu beobachtende Expansion der invasiven Beatmung ist aus Sicht der Experten hauptsächlich auf die demographische Entwicklung und die Fortschritte in der Medizin und insbesondere in der Intensivmedizin zurückzuführen. Immer mehr ambulante Pflegedienste drängen in den Markt, die ihr Dienstleistungsangebot erweitern möchten. So gibt es bundesweit inzwischen ca. 1600 ambulante Pflegedienste, die entweder ausschließlich oder teilweise die Versorgung außerklinisch beatmeter Menschen anbieten.

Der Workshop "Wachstumsmarkt außerklinische Intensivpflege - gefährlicher Boom auf Kosten der Betroffenen?" war mit über 100 Teilnehmern ausgebucht. Dass "Qualität hat ihren Preis" hat, habe ich schon oft in Vorträgen und auch in diesem Blog dargestellt. Hinzufügen möchte ich, dass die Lebensqualität der Betroffenen durch den alarmierenden Fachkräftemangel eingeschränkt wird. Die spontane Übernahme eines Klienten nach der Entlassung von der Intensivstation in eine 1:1-Versorgung ist inzwischen nahezu unmöglich. Betroffene müssen mit Wartezeiten von 3 bis 5 Monate rechnen. Ambulante Pflegedienste sind auf Bewerber angewiesen, die vielfach erst für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit qualifiziert werden müssten. Pro Pflegekraft muss ein Unternehmen zwischen 6000 und 8000 Euro in die Qualifizierung investieren. Dies geschieht seit vielen Jahren. Bis heute zählen die Kostenträger diesen Invest zum "unternehmerischen Risiko", d.h. diese Ausgaben gehen nicht in die Vertragsverhandlungen ein und werden beim Stundenpreis nicht berücksichtigt. Bei den Preisverhandlungen werden meiner Meinung nach "Äpfel" mit "Birnen" verglichen: Die Kassenvertreter sehen nur die Zahlen, wir Leistungserbringer hingegen müssen sowohl die Qualität unserer Dienstleistung als auch unser Unternehmen im Auge haben. Letzteres beinhaltet Personal, Disposition, Fuhrparkmanagement u.v.m..

Wird nun alles anders, nachdem der bpa für Berlin-Brandenburg die Ergänzung zum Vertrag gemäß § 132a Abs. 2 SGB V (zur ambulanten Intensivversorgung) ausgehandelt hat? In ihrem Vortrag "Rechtlich auf der sicheren Seite – Voraussetzung für Einsteiger und Erfahrene", stellte Anja Hoffmann, Landesbeauftragte, Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), Landesgeschäftsstelle Berlin-Brandenburg, die Ergänzung vor. Dass die Mehrzahl der Leistungserbringer in Berlin-Brandenburg, die im bpa organisiert sind, diese gut heißen, ist nicht verwunderlich. Denn sie bringt Planungs- und Rechtssicherheit auf der einen Seite, im Gegenzug werden von den Dienstleistern einheitliche Standards eingefordert.

Letzteres ist ganz in meinem Sinne. Meine Befürchtungen, dass die ausgehandelten Stundenpreise eine Signalwirkung in andere Bundesländer haben könnten, teilten viele Leistungserbringer aus der Zuhörerschaft. Frau Hoffmann zeigte schlüssig, wie es zu diesen Stundenpreisen für Berlin-Brandenburg kam und stellte klar, dass jedem Pflegedienst frei stehe, eigene Preisverhandlungen zu führen. Und in anderen Bundesländern müssten, nach Berücksichtigung aller Parameter, andere Preise ausgehandelt werden. Hier müssen die Leistungserbringer mit einer Stimme sprechen und Transparenz schaffen. Für dringend notwendig halte ich eine differenzierte Kalkulationsmatrix für die vielen Parameter, die in unseren Unternehmen eine Rolle spielen. Und diese Parameter müssen genau die Realität abbilden, unter der es überhaupt erst möglich ist, einen ambulanten Intensivpflegedienst nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern sowohl eine Dienstleistung mit höchsten Qualität zu erbringen und als auch für die Qualifizierung und Zufriedenheit der Mitarbeiter/innen zu sorgen. Unumgänglich ist auch, dass alle Leistungserbringer in unserer Branche verpflichtet werden, eine solche Ergänzungsvereinbarung zu unterzeichnen. Erst so haben wir ein wirkungsvolles Instrument in der Hand, um den sogenannten "schwarzen Schafen" das Handwerk zu legen. Und da sind wir wieder bei der Politik, die endlich handeln muss.

"Gemeinsam stark". Die ALTENPFLEGE hat es vorgemacht, und dieses Motto sollten auch die Leistungserbringer in der außerklinischen Intensivpflege beherzigen, wenn sie faire Preise für ihre Dienstleistung erhalten wollen.

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Christoph  Jaschke
Deutsche Fachpflege Gruppe
Christoph Jaschke
Marketingmanager & Pressesprecher München

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Thomas Sießegger, Diplom-Kaufmann, Organisationsberater und Sachverständiger für ambulante Pflegedienste

Claudia Henrichs, Unternehmensberaterin für Personalentwicklung, Trainerin und Coach für ambulante Pflegedienste

Christoph Jaschke, Deutsche Fachpflege Gruppe (DFG), Marketingmanager & Pressesprecher, München

Peter Wawrik, Wawrik Pflege Consulting, Unternehmens- und Organisationsberatung im Pflegenetzwerk ambulant, Wohngemeinschaften und Tagespflegen

Giovanni Bruno, Online-Unternehmer, Berater für digitale Kommunikation und CEO der fokus digital GmbH. 

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