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Verfasst von: Thomas Sießegger, Unternehmensberater

Die Hauswirtschaft 2017 im Plus?

15.12.2016

Die Hauswirtschaft in der Kostenrechnung

Neben den Betreuungs- und Entlastungsleistungen werden wohl hauswirtschaftliche Leistungen am meisten in der Nachfrage zunehmen.
Der Wunsch nach Hauswirtschaft kann der Einstieg in die Pflege sein, weil zunächst einmal nur Unterstützung im Haushalt gewünscht wird. Der Bedarf an Pflege wird manchmal sogar zunächst einmal von den Pflege"bedürftigen" von sich gewiesen, aber sich im Haushalt helfen zu lassen, "das geht". Deshalb war auch schon in den letzten Jahren die Nachfrage hoch.

Einzig weil oft die Vergütungen im Rahmen der Leistungskomplexe in den meisten Bundesländern nicht gut verhandelt waren, hielten sich die Anbieter auf Seiten der Pflegedienste teilweise zurück.

Einen deutlichen Schub haben die Angebote erfahren, als mit dem Jahr 2015 auch unter der Überschrift "Betreuungsleistungen nach § 45b SGB XI" hauswirtschaftliche Leistungen über den Zuschuss von 104 € (oder 208 €) erbracht werden konnten. Das PSG I löste regelrecht einen Boom in der Nachfrage nach hauswirtschaftlichen Leistungen aus.

Und je größer nun das Leistungsangebot wird, desto wichtiger wird es, in der Kostenrechnung Informationen zu gewinnen, ob sich "die" Hauswirtschaft denn überhaupt "rechnet"?

Vorbereitungen für das Jahr 2017 + + +
Dieser Blog-Beitrag ist die No. 07 von 12 in einer kleinen Reihe von mir bis zum Jahresende 2016, ist eine weitere Überlegung zu dem, was für das Jahr 2017 alles vorbereitet werden sollte. Dieser Beitrag ist zudem ein eigenständiger "Vorspann" zum Titel-Thema in der Fachzeitschrift Häusliche Pflege im Januar 2017: Hauswirtschaft – Stimmige Angebote platzieren 

Hauswirtschaft in der Kostenstellenrechnung

Hauswirtschaft wird nun mit dem PSG II noch mehr ein bedeutsames Leistungsangebot eines Pflege- und Betreuungsdienstes, aber "die" Hauswirtschaft gibt es gar nicht. Es gibt sie in mindestens 4 verschiedenen Leistungsbereichen in 5 verschiedenen Formen.

BLOG07

zum Anschauen der Grafik (in groß) bitte hier klicken

Das Schaubild zeigt die Hauptkostenstellen SGB XI, und die anderen "freiwillig eingerichteten Kostenstellen SGB V, SGB XII und die der Privatzahler. Das haben viele Pflegedienst und Träger von ambulanten Diensten so gemacht.

Nimmt man jedoch einen anderen Blickwinkel ein, sind betriebswirtschaftlich auch folgende Fragen interessant: "Rechnet" sich
a) "die" Pflege?
b) "die" Hauswirtschaft?
c) "die" Betreuung?

Dabei ist "die" Hauswirtschaft gar nicht so klar zu definieren.

Die Finanzierungsquellen für Hauswirtschaft (oder Hilfen bei der Haushaltsführung*) sind folgende (jeweils mit Kurztext).
* Im SGB XI heißt die Hauswirtschaft ab 2017 "Hilfen bei der Haushaltsführung".
Ich verwende im Weiteren dennoch als Überbegriff das Wort "Hauswirtschaft".

SGB V (Krankenversicherung)

  • § 37 Abs. 1a (…nach einem Krankenhausaufenthalt, …)
  • 38 Abs. 1 Satz 3 SGB V (.., wenn ihnen die Weiterführung des Haushalts wegen … nicht möglich ist)
  • § 38 Abs. 1 Satz 4 SGB V (Wenn im Haushalt ein Kind lebt, das bei Beginn der Haushaltshilfe das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat ….,)

SGB XI (Pflegeversicherung)

  • Im Rahmen der Pflegesachleistungen nach § 36 SGB XI, das sind die "Hilfen bei der Haushaltsführung"
  • über die Entlastungsleistungen § 45b SGB XI (125 €)
  • über die Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI

SGB XII (Sozialhlilfeträger)

  • Hilfe zur Pflege nach § 61 Abs. 1 Satz 2 SGB XII

Privatzahler

  • Freie Definition der Inhalte und der Preise für hauswirtschaftliche Tätigkeiten

Aufgrund der in den letzten Jahren schlecht verhandelten Preise ist die Hauswirtschaft oft zu billig angeboten, um die eigenen Kosten zu decken. Ganz leicht zu erkennen, an Pflegediensten, die einen hohen Anteil davon erbringen, und unter anderem deshalb defizitär sind. Aber im Vergleich zu anderen Angeboten der ambulanten Dienste ist die Hauswirtschaft relativ günstig – und deshalb ist auch die Nachfrage nochmals höher als so oder so der Bedarf daran schon ist.

Anderseits wird die Hauswirtschaft eines Pflegedienstes - unberechtigt wie ich finde - oft mit den Preisen für "Putzen" verglichen. Aber hauswirtschaftliche Versorgung im Pflegedienst ist etwas anderes als Putzen! Es geht nicht darum, in möglichst kurzer Zeit möglichst das ganze Haus oder die Wohnung blitzblanksauber zu machen, sondern die kommunikativen Fähigkeiten und die Sozialkompetenz der Mitarbeiter sind wichtig, und gegebenenfalls sogar eine Dokumentation und eine Verknüpfung des Dienstleistungsangebotes mit der Pflege und der Betreuung, um den Pflegebedürftigen und Angehörigen Sicherheit zu verschaffen. Dann sind nämlich auch höhere Preise vertretbar.

Deshalb sollten sich Pflegedienste nicht benutzen lassen, um kostengünstig oder vermeintlich "kostenlos" (z.B. im Rahmen der Entlastungsleistungen nach § 45b SGB XI) Putztätigkeiten zu erbringen.

Ein Lösungsansatz für die Preisgestaltung könnte inhaltlich erfolgen, nämlich dann, wenn hauswirtschaftliche Versorgung im Rahmen der Betreuungs-/Entlastungsleistungen nur noch dann erbracht wird, wenn tatsächlich eine Entlastung der Pflegeperson stattfindet - ganz im Sinne der ursprünglichen Intention der "zusätzlichen Betreuungsleistungen".

Hauswirtschaftliche Leistungen sollten als also eigenständiges und gleichberechtigtes Leistungsangebot wahrgenommen werden. Und um einen (oder mehrere) gerechte Preise zu bestimmen, bedarf es einer Neuausrichtung der Kostenstellenrechnung.

Was ist also zu tun?   … eine Checkliste in Stichworten

  1. Einrichten einer Kostenstelle "Hauswirtschaft" (im Sinne der oben dargestellten Grafik)
  2. Exakte und differenzierte Zeiterfassung und Abgrenzung der Hauswirtschaft zu den Leistungen der Pflege und der Betreuung
  3. Personalbeschaffung: Geeignetes Personal finden und gegebenenfalls weiterqualifizieren
  4. Möglicherweise eine inhaltliche Abgrenzung zwischen den einzelnen Angeboten der Hauswirtschaft, je nach Finanzierungsquelle

Weitere Beiträge in dieser Serie mit BLOG-Beiträgen zur Vorbereitung auf die Zeiten mit dem PSG II und dem PSG III - ab 2017:
Beitrag 01: Der Name Ihres Pflege- und Betreuungsdienstes?
Beitrag 02: 36 € pro Stunde für das Reinigen der Wohnung? Ist das nicht ein bißchen (zu)viel verlangt?
Beitrag 03: Alle Preise gleichzeitig anpassen zum 1. Januar 2017
Beitrag 04: Der "Pflegerischen Betreuung" als "neuem" Leistungsangebot eine Chance geben
Beitrag 05: Mehr Geld kommt ins System!
Beitrag 06: Preisobergrenzen bei den Entlastungsleistungen nach § 45 b SGB XI? 
Beitrag 07: Die Hauswirtschaft 2017 im Plus? Die Hauswirtschaft in der Kostenrechnung
Beitrag 08: Die Internet-Seite auf Vordermann bringen
Beitrag 09: Diskussion um die neue Preisobergrenze im PSG III bei Leistungen nach § 45b SGB XI
Beitrag 10: Wachstum planen in zwei Teilschritten
Beitrag 11: Die wichtigsten Pflegegrade in den Jahren 2017, 2018, 2019 und 2020
Beitrag 12: Neue, bewährte und erprobte Kennzahlen für 2017, 2018, 2019

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