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Verfasst von: Christoph Jaschke, Deutsche Fachpflege Gruppe

Die Pflegenden müssen Krach schlagen!

16.02.2018

In den letzten Wochen ist die Pflege dank der langwierigen Diskussionen um eine Regierungsbildung und der Berichte über erste Gefängnisstrafen für Pflegebetrüger in aller Munde. Diese Phase der politischen Zielfindung muss genutzt werden, um zu signalisieren, dass es so nicht weiter gehen kann und politische Veränderungen unumgänglich sind!

Vielleicht wäre die Wahl anders ausgegangen, hätte sich die eine oder andere größere Partei schon im Wahlkampf klarer zum Thema Pflege geäußert. Ein junger Gesundheits- und Krankenpfleger brachte schließlich die Bundeskanzlerin in Erklärungsnot, einer, der den Mut hatte, sich zu Wort zu melden. Dabei durfte die langjährige Regierungschefin, die übrigens qua ihres Amtes gegenüber den anderen Regierungsmitgliedern mit einer Richtlinienkompetenz ausgestattet ist, immer schon bestimmen, wohin "die Reise" hingehen soll. Hat sie im Bereich der Pflege aber nicht, obwohl seit Jahren die "Spatzen von den Dächern" pfeifen, dass der Pflegenotstand vor der Tür steht und inzwischen längst eingetreten ist.

8000 neue Pflegestellen bringen wenig, denn es fehlen viele Tausende Pflegekräfte in den Kliniken, in der Altenpflege, in der häuslichen Pflege und in der außerklinischen Intensivpflege. Und ein Teil der großen Qualitätsmängel gerade in der Versorgung schwerstkranker Menschen sind auch dem Pflegenotstand geschuldet. Die drei Pflegestärkungsgesetze reichen nicht aus, um die Versorgung dieser Menschen sicherzustellen. Gefühlt steigt allein die Anzahl intensivpflegebedürftiger Menschen, die Beatmung benötigen, unaufhaltsam, selbst wenn offiziell seit Jahren mit der geschätzten Zahl von deutschlandweit 15 000 außerklinisch beatmeten Menschen "operiert" wird. Es sind wohl inzwischen 20 000 bis 25 000 invasiv beatmete, und eine noch viel größere Anzahl nicht-invasiv beatmete Menschen.

Noch immer ist alles rund um die Regierungsbildung im Fluss und wir müssen uns einmischen. Gerade wir als Leistungserbringer von außerklinischer Intensivpflege müssen Krach schlagen und zeigen, wo es in unserem Gesundheits- und Pflegesystem hakt. Ein Grund ist meiner Meinung nach die zu strenge Abgrenzung einzelner Sektoren. Es gibt zwar in diesem Gesundheits- und Pflegesystem viele "Zahnrädchen", aber oft greifen sie schlecht oder gar nicht ineinander. Folglich knirscht es gewaltig im System. Umdenken und Erneuerung sind dringend notwendig, der Blick aufs Ganze und daraus resultierendes gemeinsames Handeln.

Was wäre das Ergebnis? Beispielsweise würden Kliniken, stationäre Pflegeeinrichtungen, ambulante häusliche Krankenpflege und Intensivpflege einander nicht mehr die Pflegekräfte "auszuspannen", sondern gemeinsam nach Lösungen für die Versorgung der Menschen suchen. Mehr Durchlässigkeit und Transparenz würden zu Synergieeffekten und einem neuen Miteinander führen. Zugegeben, das ist eine Vision. Aber ohne die geht es nicht.

Am Anfang jeder Veränderung steht ein noch viel entschiedeneres "Nicht-weiter-so". Wir müssen Krach schlagen für bundesweit mehr Pflegestellen, eine bessere Bezahlung, eine Ausbildungsoffensive mit staatlicher Unterstützung, eine ambulante Intensivversorgung, die auch in ländlichen Regionen gewährleistet ist, eine bessere ärztliche außerklinische Versorgung, eine bessere flächendeckende Personalausstattung und eine Entlastung der pflegenden Angehörigen. Dieser Aufruf gehört dazu. Verfolgen Sie wachsam die Berichterstattung in den Medien, teilen Sie diese in den sozialen Medien, diskutieren Sie mit, nehmen Sie Kontakt auf zur Fachpolitik, stärken Sie Netzwerke, unterstützen Sie den Protest von Pflegekräften gegen Missstände, Ausbeutung und die Gefährdung der zu Pflegenden, weil zu wenig Personal eingesetzt wird, und bestehen Sie auf Qualifizierung und Weiterbildung!

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Deutsche Fachpflege Gruppe
Christoph Jaschke
Marketingmanager & Pressesprecher München

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Claudia Henrichs, Unternehmensberaterin für Personalentwicklung, Trainerin und Coach für ambulante Pflegedienste

Christoph Jaschke, Deutsche Fachpflege Gruppe (DFG), Marketingmanager & Pressesprecher, München

Peter Wawrik, Wawrik Pflege Consulting, Unternehmens- und Organisationsberatung im Pflegenetzwerk ambulant, Wohngemeinschaften und Tagespflegen

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