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Verfasst von: Claudia Henrichs, Claudia Henrichs

Die Probezeit richtig nutzen (Teil 3)

26.06.2018

Warum auch eine erfahrene Kraft Einarbeitung braucht

 Es ist 08:00 Uhr morgens. Wie an jedem zweiten Mittwoch im Monat soll heute die Teambesprechung stattfinden. Es ist ein Zeitfenster von 08:00 – 10:30 Uhr geplant. Ein Teil des Teams sitzt schon im Raum, andere halten sich noch in der Küche auf. Die PDL bespricht einen Fall mit einer Pflegekraft. Zwei Kolleginnen haben angerufen und mitgeteilt, dass sie sich verspäten werden. Zwei andere werden ebenfalls noch erwartet. Keiner weiß, ob sie noch kommen.

Unausgesprochene Regeln

Niemand wundert sich, denn das ist "normal"! Nur die neue Kollegin ist irritiert. "Hätte ich das gewusst", denkt sie, "wäre ich auch später gekommen und hätte mein Kind ohne Stress selbst in den Kindergarten bringen können."

Obschon die neue Mitarbeiterin eine erfahrene Kraft ist, fühlt sie sich unwohl, unsicher und in ihrem neuen Pflegeunternehmen noch nicht richtig angekommen. Oft liegt der holprige Beginn darin, dass neue Mitarbeitende die Unternehmenskultur des neuen Arbeitgebers noch nicht verstanden haben.

Die Unternehmenskultur wird in sozialen Systemen durch explizite und implizite Regeln geprägt. Explizite Regeln sind ausdrücklich festgelegt. Beispiele dafür sind QM-Prozesse, Arbeitsplatzbeschreibungen und Unterschriftenregelungen. Daneben gibt es zahllose implizite Regeln, die nicht ausgesprochen oder aufgeschrieben sind und im Team oft viel stärker wirken, als die offiziellen Vereinbarungen. Manchmal stehen sie den offiziellen Regeln auch entgegen und können zum Beispiel Arbeitsabläufe behindern.

Ein Beispiel dafür ist unsere Teambesprechung. Hier scheint die implizite Regel zu gelten: "Bei Teambesprechungen darf man später kommen! Sie beginnen nie pünktlich!" Es wird nicht lange dauern und die neue Kollegin wird ebenfalls später als 08:00 Uhr eintreffen, weil ihr Verhalten keine negativen Konsequenzen nach sich zieht. Es machen ja alle so!

Impliziten Regeln auf die Spur kommen

Neue Mitarbeitende können fachlich absolut kompetent sein. Trotzdem brauchen sie Einarbeitung in die spezielle Kultur Ihres Pflegedienstes.

Damit neue Kolleg/innen sich schnell und gut integrieren können, empfehle ich Ihnen, die impliziten Regeln aufzudecken, damit sie darüber sprechen können. Wenn diese Regeln hinderlich sind, ist es sinnvoll, sie zu verändern.

Mit den folgenden Fragen können Sie verdeckte Regeln aufspüren:

  • Was geschieht immer wieder?
  • Was geschieht nie, obwohl ich es erwarten würde?
  • Welches Verhalten hat positive oder negative Konsequenzen?
  • Was darf man hier, was darf man nicht?
  • Was muss man tun, um bei der Chefin / dem Chef anzuecken?
  • Wie geht das Team damit um, wenn sie mit etwas nicht einverstanden sind?
  • Wer wird gefragt, wenn es Probleme gibt?

Ein Team lernt an seinen Grenzen

Sprechen Sie zu Beginn der Probezeit mit neuen Mitarbeitenden darüber, dass es implizite Regeln gibt. Spüren Sie diese gemeinsam auf, indem sie auffordern anhand der oben aufgeführten Fragen verdeckte Regeln zu identifizieren. Ein Team lernt an seinen Grenzen. Eine dieser Grenzen stellt die Situation dar, wenn jemand Neues das Team bereichert, eine andere, wenn jemand gekündigt hat.

Im letzten Fall beauftragen Sie bitte Ihre Assistentin oder Verwaltungskraft mit dem ehemaligen Mitarbeitenden ein Telefonat zu führen. Und zwar nachdem die Mitarbeitende den Pflegedienst verlassen und ihr Zeugnis ausgehändigt bekommen hat. Die einzige Frage lautet:

"Welche Veränderungen empfehlen Sie uns, um noch besser für unsere Pflegekunden da sein zu können?"

Wenn der Mitarbeitende keine Sanktionen zu befürchten hat, bekommen Sie oft hilfreiche Antworten für nützliche Veränderungen.

Zu Beginn einer Zusammenarbeit können Sie von dem unverstellten Blick und der Noch-Außensicht der Neuen profitieren. Arbeitsabläufe und Verhaltensweisen, die wenig zieldienlich sind, fallen einem neuen Mitarbeitenden innerhalb der ersten Monate eher auf bevor sie danach auch für ihn zur täglichen Routine werden.

Nutzen Sie also die Chance von Neuen zu lernen!

Welche unausgesprochenen Regeln gibt es denn bei Ihnen im Betrieb? Lassen Sie uns doch im Kommentarfeld unten miteinander diskutieren.

Liebe Grüße an Sie von

Claudia Henrichs

Übrigens: Den kompletten Artikel zum Thema "Probezeit" lesen Sie in der Juli-Ausgabe der Häuslichen Pflege.

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Claudia Henrichs, Unternehmensberaterin für Personalentwicklung, Trainerin und Coach für ambulante Pflegedienste

Christoph Jaschke, Deutsche Fachpflege Gruppe (DFG), Marketingmanager & Pressesprecher, München

Peter Wawrik, Wawrik Pflege Consulting, Unternehmens- und Organisationsberatung im Pflegenetzwerk ambulant, Wohngemeinschaften und Tagespflegen

Giovanni Bruno, Online-Unternehmer, Berater für digitale Kommunikation und CEO der fokus digital GmbH. 

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