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Verfasst von: Christoph Jaschke, Deutsche Fachpflege Gruppe

Entscheider-Konferenz 3.0: Außerklinische Intensivpflege

23.04.2018

Was kommt auf Inhaber und Geschäftsführer von Einrichtungen und Diensten der außerklinischen Intensivpflege in diesem Jahr zu? Dies war die Leitfrage bei der Entscheider-Konferenz 3.0: Außerklinische Intensivpflege am 17. April 2018 in Berlin.

Doch worüber sprechen wir überhaupt? Diese grundsätzliche Frage stellte Dr. Oliver Stegemann, Justiziar und Syndikusrechtsanwalt beim Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., der für die Zukunft eine Klärung des Begriffs "außerklinische Intensivpflege" anmahnte. Und welchen Stellenwert hat dabei die Beatmung? Fest steht, die außerklinische Intensivpflege wird in 2018 noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Dafür sorgt nicht nur das BR Recherche-Team, vertreten durch die Journalistin Claudia Gürkov, die über ihre zweijährige Recherche über die außerklinische Intensivpflege berichtete. Verzweifelte betroffene Menschen und ihre Angehörigen finden keinen Pflegedienst mehr, haben schon viele Wechsel von Pflegediensten durchlebt und durchlitten, nehmen schließlich in ihrer Not einen Pflegedienst, selbst wenn das Personal kein Deutsch spricht und sich offensichtlich gar nicht mit Beatmung auskennt. Dafür, dass die außerklinische Intensivpflege beachtet wird, sorgt die Tatsache, dass es hier ein massives Problem gibt. Die prekäre Versorgungssituation darf nicht in die Haltung abrutschen, lieber schlechte Pflege anzunehmen als gar keine zu haben. Ein Verfall der Versorgungsqualität darf nicht hingenommen werden!

Da sind auf der anderen Seite die Bemühungen, Pflegequalität so zu prüfen, dass schlechte Pflege nicht mehr zum Zuge kommen kann. Doch weit gefehlt, denn die neuen QPR-HKP, hervorragend dargestellt von Jana Klingelhöller, Team Pflege, MDS, haben keinen Einfluss auf die Vertragsgestaltung der Krankenkassen mit den Leistungserbringern. Eine wirklich erhellende Erkenntnis! Dennoch erwarte ich eine Welle an Schließungen ambulanter Pflegedienste, die außerklinische Intensivpflege von katastrophaler Qualität anbieten, da die Forderungen nach Patientensicherheit immer lauter werden. Dafür sorgen z.B. das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) und das Zentrum für Qualität der Pflege (ZQP). Da die Prüfungsgrundlage die Dokumentation ist und nur Stichproben von tatsächlicher Pflegequalität genommen werden, werden weiterhin die Patienten selbst viel zu wenig in Augenschein genommen. Die Dokumentationen (mit Abertausenden von Handzeichen) sind zudem noch kaum überschaubar ohne eine umfassende Digitalisierung.

Ich erneuere meine Aufforderung aus den vergangenen Jahren, sich Gedanken darüber zu machen, wie Menschen mit intensivpflegerischen Bedarfen kurzfristig versorgt werden können, wenn Pflegedienste dicht gemacht werden. Nur wenn es hier so etwas wie "Evakuierungskonzepte" gibt (wie z.B. in Erdbeben- oder Vulkanregionen), sind die Entscheider bei den Prüforganen tatsächlich frei und können mutige Entscheidungen treffen. Solange jedoch die Kassen ihrem Sicherstellungsauftrag dadurch gerecht zu werden versuchen, indem sie sogar mit Pflegediensten kooperieren, gegen die sie ermitteln, sind tagtäglich Menschen an Leib und Leben gefährdet. Das Tauziehen mit den Kassen um den niedrigsten Preis findet weiterhin statt, doch viele Leistungserbringer haben die Verhandlungsführung inzwischen professionalisiert, ziehen Rechtsbeistand bei Verhandlungen hinzu und gehen in Schiedsverfahren. Auch für diesen Bereich hatte Vincentz Network so kompetente Tagungsreferenten gewonnen wie Marie-Christin Weber, Universität Potsdam und Dr. Christian Burholt, Berlin, Kanzlei Baker McKenzie.

Mit großer Spannung wurde die Podiumsdiskussion mit den Vertretern der Fachpolitik erwartet. Erfreulicherweise kannten alle Teilnehmerinnen aus eigener Anschauung Menschen, die intensivpflegerische Versorgung benötigen, und sie waren sich des Pflegenotstands durchaus bewusst. Wirksame Rezepte liegen zwar weiterhin nicht vor, doch der CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel, inzwischen Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag, erneuerte nicht mehr seine Aussage, dass die stationäre einer ambulanten intensivpflegerischen Versorgung vorzuziehen sei. Er plädierte für sektorenübergreifendes Denken, stellte für das Ende dieser Legislaturperiode 50 000 neue Pflegekräfte in Aussicht und bekräftigte die Forderung, dass Tariflöhne für Pflegekräfte von den Kassen keinesfalls als unwirtschaftlich eingestuft werden dürften. "Wir werden permanent Baustellen in der Pflege haben", stellte er fest und betonte, dass nun einschneidende Verbesserungen für die Pflegenden in Angriff genommen werden müssten.

"Wir Leistungserbringer brauchen Planungssicherheit", forderte Geschäftsführer Marc Bennerscheidt, der dazu aufrief, freier über die außerklinische Intensivpflege nachzudenken und offener für neue Konzepte zu sein. So wurde bedauert, dass es keinen Zivildienst oder ein soziales Pflichtjahr gebe und man z.B. noch kein Konzept für engagierte Pflegehelfer habe.

Das Jahr 2018 wird ein wichtiges Jahr für die Branche, zumal sie sich offensichtlich gerade "selbst aufräumt". Am Ende der Tagung gab es zwar noch keine klaren Pläne, aber viele wichtige Themen wurden angesprochen und den Teilnehmenden mit auf den Weg gegeben. Um die Diskussionen fortzusetzen, lädt der Veranstalter bereits zur 4. Entscheiderkonferenz am 25.09.2018 in Berlin ein. Wer möchte, kann sich schon unter veranstaltungen@vincentz.net vormerken lassen.

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Christoph  Jaschke
Deutsche Fachpflege Gruppe
Christoph Jaschke
Marketingmanager & Pressesprecher München

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Claudia Henrichs, Unternehmensberaterin für Personalentwicklung, Trainerin und Coach für ambulante Pflegedienste

Christoph Jaschke, Deutsche Fachpflege Gruppe (DFG), Marketingmanager & Pressesprecher, München

Peter Wawrik, Wawrik Pflege Consulting, Unternehmens- und Organisationsberatung im Pflegenetzwerk ambulant, Wohngemeinschaften und Tagespflegen

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