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Verfasst von: Thomas Sießegger, Unternehmensberater

Es ist unsinnig, jetzt aus Tarifverträgen auszusteigen, nur um Kosten zu senken

26.05.2010

Machen Sie sich attraktiv, und gewinnen und behalten Pflegefachkräfte

Über Jahre hinweg war es den tarifgebundenen Einrichtungen, v.a. den Wohlfahrtsverbänden, ein Nachteil mit Tarif am Markt zu arbeiten: Zu hoch die Kosten im Durchschnitt, zu unflexibel hinsichtlich der Honorierung der Leistung einer PDL, zu undifferenziert im Lohn-Abstand von Pflegefachkräften und Helferinnen, zu stark gebunden an die Zusatzversorgung (die von den Mitarbeitern so oder so nicht genug geschätzt wird), usw.

Ein Teil dieser Nachteile wird nun durch die Veränderungen am Markt aufgehoben und kehrt sich sogar zu einem Vorteil. Die Personalknappheit wird dazu führen, dass die Pflegedienste um Pflegefachkräfte kämpfen müssen. Und da wird die finanzielle Ausstattung eine große Rolle spielen. Also machen Sie deutlich, dass Sie atrraktiv sind als Arbeitgeber. Weiterhin spielen natürlich noch andere Faktoren eine Rolle, nämlich flexible und sensibel auf die Arbeitszeitwünsche der Mitarbeiter einzugehen.

Tipps:

Trotzdem aussteigen aus den Tarifen (wenn möglich) und eigene Tarifsysteme mit guter, hoher Bezahlung einführen mit der Zusatzmöglichkeit Leistungs- und Ergebnisorientierter Bezahlung, und:

Kommunizieren Sie, dass es Ihren Mitarbeitern innerhalb Ihres Tarifvertrages "relativ" gut geht, trotz tatsächlicher Leistungsverdichtung in den letzten Jahren. Dann wird vielleicht auch das Jammern und Klagen der Mitarbeiter etwas ruhiger und relativiert. Denn oft ist gerade die Unzufriedenheit in tarifgebundenen Einrichtungen mit all ihren Vorteilen komischerweise besonders hoch.

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Thomas Sießegger
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Thomas Sießegger
Diplom-Kaufmann, Organisationsberater und Sachverständiger für ambulante Pflegedienste

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