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Verfasst von: Peter Wawrik, Geschäftsführer

Hallo PDL. Sie sind auf der Titelseite.

25.10.2017

Liebe Pflegedienstleitungen,

nun haben Sie es mit der ambulanten Pflege auf die erste Zeitungsseite geschafft.

Die Stuttgarter Nachrichten beschreiben am 24.10.2017 auf der Titelseite offen und schonungslos die Situation in der (ambulanten) Pflege, so wie Sie sie schon seit Jahren kennen, erleben und auch selbst kommunizieren.

Rolf Höfert, Mitglied im Präsidium des Deutschen Pflegerats wird dort zitiert, dass einerseits nun auch Demenzkranke von den Verbesserungen der Pflegeleistungen profitieren. Gleichzeitig zeigt er sich skeptisch, dass es an Fachkräften fehlt, die diese Leistungen auch erbringen können.

Und weiter im Text heißt es: "Vor allem in Ballungsräumen sei es ambulanten Pflegediensten kaum mehr möglich, bestehende Touren zu erweitern. Wo dies geschehe, könne dies nur zulasten der bisherigen Klienten gehen. Höfert geht deshalb davon aus, dass es für pflegende Familienangehörige kaum Entlastung durch die Pflegereform geben werde."

Wie schreibt der Kommentator Bernhard Walker zu dem Haupttext u.a.: "Es ist ein schlechter Witz, dass in Sachsen-Anhalt eine Fachkraft nur 2.000 € im Monat verdient. Denn eines ist klar: Pflege steht und fällt damit, dass der Beruf attraktiv ist, was wiederum [auch] mit seiner Vergütung zu tun hat."

Von Januar bis September 2017 gibt es lt. einer Erhebung des MDK 220.000 zusätzliche Empfänger von Pflegeleistungen, 10% mehr als erwartet und prognostiziert.

Vieles davon ist Ihnen bekannt. Immer mehr Patientenanfragen zu erhalten und kaum noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden Ihr belastender Alltag.

Neu ist m.E. aber die Veränderung, dass das Thema Pflege und Ihre Alltagssituationen (in den ambulanten Pflegediensten) zum Ende des Vorwahlkampfes und jetzt auch weiterhin in den Fokus der Öffentlichkeit und Politik gerückt ist.

Wenn selbst die Medien davon berichten, dass Sie als Pflegedienstleitung keine neuen Patienten mehr aufnehmen können, so hilft dies nicht den Anfragenden, es stellt für Sie aber eine Entlastung für Ihr "freundliches Nein" dar.

Und wenn heute in Deutschland Pflegedienste schon von Krankenkassen zu "runden Tischen" eingeladen werden, um über Perspektiven der weiteren regionalen Versorgung zu sprechen, dann sollten Sie diese Gesprächsangebote nutzen und selbst auch Rahmenbedingungen verbessern.

Was können Sie selbst weiterhin tun?

a)       Reduzieren Sie Ihre Bürokratie und Pflegedokumentation. Machen Sie den Krankenkassen deutlich, dass Sie durch kurzfristige Genehmigungen der Verordnungen häuslicher Pflege unterstützt werden wollen. Überprüfen Sie Ihre Pflegedokumentation und nutzen Sie aktuelle Modelle wie die Strukturierte Informationssammlung.

b)      Ändern Sie Ihr eigenes Verständnis von einer patientenorientierten Versorgung (Vergangenheit) zu einer Balance zwischen den Mitarbeiter- und Patientenwünschen.

c)       Sehen Sie die Mitarbeiter differenziert in Ihren Lebensphasen und bieten Sie verschiedene Modelle und Vereinbarungen an.

d)      Werben Sie bei Ihren Mitarbeitern mit der Einführung eines verlässlichen Dienstplanes.

e)      Überprüfen Sie Ihre Touren, organisieren Sie diese ggfls. neu und reduzieren Sie Fahrzeiten, die der Versorgung weiterer Patienten zu Gute kommen kann.

f)        Qualifizieren Sie selbst Betreuungskräfte, Alltagsbegleiter, Pflegekräfte im Umgang mit Pflegebedürftigen und Dementen und überprüfen Sie den Einsatz,
welche Mitarbeiter zu welchen Patienten fahren. Achten Sie dabei auf die Vereinbarungen, die Sie mit den Kranken- und Pflegekassen geschlossen haben.

g)       Befreien Sie sich vom eigenen Druck. Die Verantwortung für die Versorgungssicherheit haben die Krankenkassen und die Politik, nicht Sie.

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Peter Wawrik
Geschäftsführer
Peter Wawrik
Unternehmens- und Organisationsberatung

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Thomas Siessegger, Diplom-Kaufmann, Organisationsberater und Sachverständiger für ambulante Pflegedienste

Claudia Henrichs, Unternehmensberaterin für Personalentwicklung, Trainerin und Coach für ambulante Pflegedienste

Christoph Jaschke, Geschäftsführer Heimbeatmungsservice Brambring Jaschke GmbH

Peter Wawrik, Geschäftsführer Pflege Consulting Hellweg, Unternehmens- und Organisationsberatung im Pflegenetzwerk ambulant, Wohngemeinschaften und Tagespflegen

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