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Verfasst von: Thomas Sießegger, Unternehmensberater

Leistungsabhängige Bezahlung der Mitarbeiter

04.10.2011

... nicht nach Tarif, sondern 50% der Leistungsvergütungen

Ich möchte von einer Idee berichten, die meines Erachtens wegweisend ist, und die schon bei einigen Trägern (der Wohlfahrtspflege !) angewendet wird. Es handelt sich um eine innovative Idee, diezwar viele Mitarbeiter verstören würde, die aber von denen, die in diesem neuartigen "System" arbeiten, als sehr zufriedenstellend empfunden wird. Die von mir bekannten Pflegedienste arbeiten aberschon seit über 10 Jahren mit diesem Verfahren. Ob es arbeitsrechtlich 100% wasserdicht ist, weiß ich nicht, aber es ist entstanden mit Zustimmung der zuständigen Gewerkschaft und alle dortbeschäftigten Mitarbeiter sind lange beschäftigt und sehr zufrieden.

Umsetzung:
- Mitarbeiter werden mit einem Beschäftigungsumfang (BU) zu 60% angestellt.
- Mitarbeiter bekommen 50% der Vergütung, die der Pflegedienst bekommt. Diese 50% der Vergütung ist auf jeden Fall höher als die finanzielle Vergütung des 60%-igen BU. Abgerechnet wird zu Endedes Monats.
- Die Mitarbeiter haben keine Zeitvorgaben, weder bei den Einzelleistungen noch bei den Touren. Letztendlich verantwortlich ist aber auf jeden Fall die Pflegedienstleitung.
- Lohnfortzahlung bei Krankheit oder Urlaub erfolgt im Durchschnitt der tatsächlich geleisteten Zeiten der letzten 3 Monate.

Voraussetzungen:
- Fortbildungen müssen vorgeschrieben sein.
- Regeln für das Führen der Pflegedokumentation müssen eingehalten und geprüft werden.
- Mitarbeiter müssen gut und ständig geschult werden, welche Leistungen abrechenbar sind.

Vorteile für die Mitarbeiter:
- Die Mitarbeiter können - in Absprache mit der Pflegedienstleitung - ihren Verdienst selbst bestimmen.
- Sie "vergessen" nicht, Leistungen zu erfassen, die Leistungsnachweise sind ordentlich und vollständig geführt. Selbst wenn im Einzelfall eine Leistung "geschenkt" würde, ist das nicht
- Die Mitarbeiter haben eine wesentlich höhere Eigenverantwortung für die Erlössicherung.

Nachteile:
- Aktivierende Pflege könnte gefährdet sein, wenn dies nicht geschult und geprüft wird.
- Die Mitarbeiter sind - wenn es Lohnerhöhungen bei anderen Pflegediensten gibt - darauf angewiesen, dass im Rahmen von Vergütungsverhandlungen höhere Preise erzielt werden. Das Risiko wird somitzur Hälfte auf die Arbeitnehmer verlagert.
- Der Erklärungsaufwand bei neuen Mitarbeitern ist immer noch hoch.
- Es wird nicht unterschieden in der Bezahlung von Pflegefachkräften (das könnte aber geändert werden, indem Pflegekräfte z.B. 45% der Vergütung bekommen, die Pflegefachkräfte jedoch 55%).

Erfahrungen:
- Hohe Zufriedenheit der Mitarbeiter.
- Immer wieder aufkommende Diskussionen über Arbeitszeit, Stunden.

Insgesamt gesehen finde ich das einen sehr interessanten Ansatz, der sich insbesondere dann beweisen wird, wenn in den nächsten Jahren die Löhne für Pflegefachkräfte stetig steigenwerden.

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Thomas Sießegger
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