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Verfasst von: Thomas Sießegger, Unternehmensberater

Minuten-getaktete Rennpflege ist das Ergebnis jahrelanger Missverständnisse

27.02.2016

Die negativen Folgen der Erlös-orientierten Touren- und Personal-Einsatz-Planung müssen endlich begrenzt werden

Die Frage nach der "Schuld" an dieser Entwicklung ist müßig. Das Rad wird nicht mehr zurückzudrehen sein. Schade.

  • Einerseits haben sicherlich Betriebswirte (mea culpa!) dazu beigetragen, das Prinzip des target-costing, zu deutsch Zielkostenrechnung, für ambulante Pflegedienste zu übersetzen. Das begann im Jahr 1996 mit der Einführung der Pflegeversicherung. Das Erklären dieser betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge und Möglichkeiten bedeutet aber noch lange nicht, das auch 1:1 umzusetzen. Trotzdem, ich bekenne mich in Teilen mitschuldig wegen unzureichender Erklärung.
  • Die Pflegedienste haben dies dann bewusst oder unbewusst in ihr Handeln integriert. Das nachfolgende Beispiel (!) zeigt auf, wie Vergütungserhöhungen den Kostensteigerungen nie nachkamen. Im Rahmen eines Gutachtens (downloadbar) hat der Autor bewiesen, dass im Jahr 2013 gegenüber dem Jahr 1995 die Zeitdauer für Leistungen und Leistungskomplexe um ca. 33% geschrumpft ist.
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    Die EXCEL-Datei bekommen Sie (zum Spielen und zum Ausprobieren) durch einen Klick auf die kleine Grafik als kostenlosen Download.
  • Last not least, hier wiesen viele darauf hin, vor allem aber Andreas Heiber und Gerd Nett: Es wurde nie konsequent im Rahmen der Möglichkeiten des SGB XI mit den Kostenträgern verhandelt. Dieses Ergebnis fehlender jährlicher und konsequenter Einzelverhandlungen auf die Kostenträger zu schieben wäre jedoch falsch oder zumindest nicht die ganze Wahrheit. Die meisten Pflegedienste sind nämlich gar nicht in der Lage, mit ihren eigenen differenzierten Zahlen Einzelverhandlungen zu führen, und viele haben Angst davor.

Was sind nun - nach dieser bitteren Erkenntnis - die richtigen Schlussfolgerungen?

  1. Die den Leistungskomplexen hinterlegten Zeiten noch einmal prüfen, ob sie
    a) zu hoch oder zu niedrig sind (im Durchschnitt!)
    b) ob die Relationen der Zeit- bzw. der Punktwerte stimmen, also ob z.B. eine Leistung mit 400 Punkten tatsächlich im Durchschnitt doppelt so lange dauert wie ein Leistungskomplex mit 200 Punkten?
  2. Sich auf Einzelverhandlungen vorbereiten, das bedeutet:
    Differenzierte Erfassung und Auswertung der Kosten, einer Zeiterfassung (mit einer Unterscheidung nach Organisationszeiten, Fahrt- und Wegezeiten und Pflegezeiten, und das alles nach Qualifikationen)
  3. Daran denken, dass im Kontext mit dem PSG II immer mehr Zeitleistungen kommen werden. Wenn dem so ist, können im Nachhinein, nicht wie bisher in den letzten 20 Jahren, die Zeitwerte im Rahmen der Personal-Einsatz-Planung (nach unten) korrigiert und angepasst werden.
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Thomas Sießegger
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