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Verfasst von: Thomas Sießegger, Unternehmensberater

Neue, bewährte und erprobte Kennzahlen für 2017, 2018, 2019

12.05.2017

Nichts ist so konstant wie die Veränderung

Die Pflegestärkungsgesetze 2 und 3 werden uns vor neue Herausforderungen stellen. Auch mir selbst geht es so, dass bisherige Erfahrungswerte in Frage gestellt werden.

Einen Anfang in der Beurteilung von der Leistungsfähigkeit habe ich in meinen Veröffentlichungen zur Zwei-Klassen-Kundschaft schon mitgeteilt und auf Facebook bei Sießegger Sozialmanagement.

Hier in diesem Beitrag zeige ich Ihnen meinen jetzigen Eindruck, welche Zahlen zukünftig wichtig für die Steuerung eines ambulanten Pflege- und Betreuungsdienste werden.
Die "neuen Kennzahlen" sind differenziert nach den Zielgruppen
- Geschäftsführung / Träger
- Struktur-Kennzahlen
- Kennzahlen für die Leitung

Mehr darüber erfahren Sie in PDL-Praxis 05 (Juni) und 06 (Juli) 2017 in der Häuslichen Pflege.

Vorbereitungen und Umsetzung für das Jahr 2017 + + +

Dieser Blog-Beitrag ist die No. 12 von 12 in einer Serie, die sich mit wichtigen Hinweisen beschäftigt, was hinsichtlich des PSG II und des PSG III für das Jahr 2017 zu tun ist. Ich habe seit Ende Dezember 2016 leider einen "Stau" an Arbeit gehabt, um die vielen Anfragen und Beratungen und Projekte abzuhandeln, die im Zusammenhang mit dem PSG II und III entstanden sind.

Wichtiger Hinweis vorweg: Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich bei den Beispielen der Kennzahlen lediglich um Beispiele handelt, um zu zeigen, wie die Kennzahlen errechnet werden, und es sich nicht zwangsläufig um Anhaltswerte handelt oder gar um "gute" Werte. Das ist etwas komplizierter, weil abhängig von
- Stadt oder Land?
- privat oder Wohlfahrt oder Kommune?
- alte Bundesländer vs. neue
- Alter des Pflegedienstes
- Einzelunternehmen, Kapitalgesellschaft, eingetragener Verein (große Unterschiede bei der Renditeermittlung)
- usw.
Trotzdem habe ich versucht, Zahlen zu verwenden, die jetzt nicht fern jeglicher Realität sind. Danke für die Aufmerksamkeit :-)

Kennzahlen für die Geschäftsführung und/oder den Träger

  monatliche Kennzahlen Beschreibung Beispiel
 1  Kostendeckung

alle Erträge aus Pflege,
 Hauswirtschaft und Betreuung

dividiert durch

alle Personal- und Sachkosten

multipliziert mit 100%

1.050.000 €

dividiert durch

1.000.000 €

multipliziert mit 100%
 
 

= 105,0%
  Umsatzrendite

Betriebsergebnis

dividiert durch

alle Erträge aus Pflege,
 Hauswirtschaft und Betreuung

multipliziert mit 100%

50.000 €

dividiert durch

1.050.000 €

multipliziert mit 100%

= 4,76%
2 Umsatz pro Patient
(pro Monat)

alle Erträge aus Pflege,
 Hauswirtschaft und Betreuung

dividiert durch

Anzahl der Kunden

1.050.000 €

dividiert durch

120 Kunden
 

= 729,17 €
3 Fahrt- und Wegezeiten
als Anteil an den Anwesenheitszeiten aller Mitarbeiter

Fahrt- und Wegezeiten

dividiert durch

Anwesenheitszeiten (B) aller Mitarbeiter (o. Leitung u. Verwaltung)

multipliziert mit 100%

6.750 Stunden

dividiert durch

27.000 Stunden

multipliziert mit 100%

= 25,0%
4 Erlös-Anteile wichtiger Leistungsarten gemessen an den gesamten Erlösen
 (als Indikatoren)

Erlös der wichtigen Leistungsart

dividiert durch

gesamte Erlöse

multipliziert mit 100%

xx.xxx €

dividiert durch

1.050.000 €

multipliziert mit 100%

= xx,x%
  a) Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI

Erlös Verhinderungspflege

dividiert durch

gesamte Erlöse

multipliziert mit 100%

52.500 €

dividiert durch

1.050.000 €

multipliziert mit 100%

= 5,0%
  b) Leistungen mit dem Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI

Erlös Entlastungsbetrag

dividiert durch

gesamte Erlöse

multipliziert mit 100%

63.000 €

dividiert durch

1.050.000 €

multipliziert mit 100%

= 6,0%
  c) Privatzahlerleistungen

Erlöse aus dem Privatzahler-Katalog

dividiert durch

gesamte Erlöse

multipliziert mit 100%

42.000 €

dividiert durch

1.050.000 €

multipliziert mit 100%

= 4,0%
  d) Leistungen SGB XI

Erlöse im Zusammenhang mit
 SGB XI (o. Verhinderungspflege u. o. Entlastungsbetrag)

dividiert durch

gesamte Erlöse

multipliziert mit 100%

472.500 €

dividiert durch

1.050.000 €

multipliziert mit 100%

= 45,0%
5 Erlös pro Einsatz-Stunde

alle Erträge aus Pflege,
 Hauswirtschaft und Betreuung

dividiert durch

die Einsatz-Stunden (C)

multipliziert mit 100%

1.000.000 €

dividiert durch

24.300 Stunden

multipliziert mit 100%
 
 

= 41,15 €
6 Erlös pro Netto-Kunden-Stunde

alle Erträge aus Pflege,
 Hauswirtschaft und Betreuung

dividiert durch

die Netto-Kunden-Stunden (D)

multipliziert mit 100%

1.000.000 €

dividiert durch

17.550 Stunden

multipliziert mit 100%

= 56,98 €

 

Strukturkennzahlen

  Strukturkennzahlen Beschreibung Beispiel
7 Pflegefachkraft-Quote
 (anhand der arbeitsvertraglichen Stunden)

Anzahl der Stunden (A) der examinierten Pflegefachkräfte

dividiert durch

alle Stunden (A) der Mitarbeiter in Pflege, Hauswirtschaft und Betreuung (ohne Leitung und Verwaltung)

multipliziert mit 100%

15.000 Std.

dividiert durch

32.000 Std.

multipliziert mit 100%

= 46,9%
8 Leitungs-Quote

Anzahl der Stunden (B), die für Leitung verwendet werden

dividiert durch

alle Stunden (B) der Mitarbeiter in Pflege, Hauswirtschaft und Betreuung (o. Leitung u. Verwaltung)

multipliziert mit 100%

3.240 Std.

dividiert durch

27.000 Std.

multipliziert mit 100%

= 12,0%
9 Verwaltungs-Quote

Anzahl der Stunden (B), die für Verwaltung und Abrechnung verwendet werden (o. LoBu u. FiBu)

dividiert durch

alle Stunden (B) der Mitarbeiter in Pflege, Hauswirtschaft und Betreuung (o. Leitung u. Verwaltung)

multipliziert mit 100%

1.080 Std.

dividiert durch

27.000 Std.

multipliziert mit 100%

= 4,0%
10 Personalkosten-Quote

alle Personalkosten der Mitarbeiter aus Pflege, Hauswirtschaft und Betreuung

dividiert durch

alle Erträge aus Pflege,
 Hauswirtschaft und Betreuung

multipliziert mit 100%

800.000 €

dividiert durch

1.050.000 €

multipliziert mit 100%
 
 

= 79,2%

 

Kennzahlen für Leitungskräfte

  monatliche Kennzahlen Beschreibung Beispiel
11 Ausschöpfen der Sachleistungen in den Pflegegraden 2 bis 5

tatsächliche Erlöse aus Pflegegrad x

dividiert durch

Anzahl der Kunden in Pflegegrad x, multipliziert mit der Sachleistung des Pflegegrades x

multipliziert mit 100%

xx.xxx €

dividiert durch

x Kunden multipliziert mit
 x.xxx €

multipliziert mit 100%

= xx,x%
  Ausschöpfen der Sachleistungen in Pflegegrad 2

tatsächliche Erlöse aus Pflegegrad 2

dividiert durch

Anzahl der Kunden in Pflegegrad 2, multipliziert mit der Sachleistung des Pflegegrades 2

multipliziert mit 100%

5.512 €

dividiert durch

10 Kunden multipliziert mit
689 €

multipliziert mit 100%

= 80,0%
  Ausschöpfen der Sachleistungen in Pflegegrad 3

tatsächliche Erlöse aus Pflegegrad 3

dividiert durch

Anzahl der Kunden in Pflegegrad 3, multipliziert mit der Sachleistung des Pflegegrades 3

multipliziert mit 100%

18.172 €

dividiert durch

20 Kunden multipliziert mit
1.298 €

multipliziert mit 100%

= 70,0%
  Ausschöpfen der Sachleistungen in Pflegegrad 4

tatsächliche Erlöse aus Pflegegrad 4

dividiert durch

Anzahl der Kunden in Pflegegrad 4, multipliziert mit der Sachleistung des Pflegegrades 4

multipliziert mit 100%

24.180 €

dividiert durch

25 Kunden multipliziert mit
1.612 €

multipliziert mit 100%

= 60,0%
  Ausschöpfen der Sachleistungen in Pflegegrad 5

tatsächliche Erlöse aus Pflegegrad 5

dividiert durch

Anzahl der Kunden in Pflegegrad 5, multipliziert mit der Sachleistung des Pflegegrades 5

multipliziert mit 100%

7.481 €

dividiert durch

5 Kunden multipliziert mit
1.995 €

multipliziert mit 100%

= 75,0%
12 Durchschnittliches Ausschöpfen der Sachleistungen über alle Pflegegrade 2 bis 5

tatsächliche Erlöse aus den Pflegegraden 2 bis 5 (in Summe)

dividiert durch

Summe aller möglichen Sachleistungen der Kunden
 in den Pflegegraden 2 bis 5

multipliziert mit 100%

55.345 €

dividiert durch

83.125 €

multipliziert mit 100%

= 66,6%
13 Organisationszeiten
als Anteil an den Anwesenheitszeiten aller Mitarbeiter

Organisationszeiten

dividiert durch

Anwesenheitszeiten (B) aller Mitarbeiter (o. Leitung u. Verwaltung)

multipliziert mit 100%

2.160 Stunden

dividiert durch

27.000 Stunden

multipliziert mit 100%

= 8,0%
14 "Krankheits-Quote"

Anzahl der Stunden für Krankheit (nur mit Lohnfortzahlung)

dividiert durch

alle Stunden (A) der Mitarbeiter in Pflege, Hauswirtschaft und Betreuung (o. Leitung u. Verwaltung)

multipliziert mit 100%

1.440 Std.

dividiert durch

32.000 Std.

multipliziert mit 100%

= 4,5%
15 Relation der monatlicheBeratungsgespräche nach § 37 Abs. 3 SGB XI zur Anzahl der Kunden

Anzahl der monatlichen Beratungsgespräche nach § 37 Abs. 3 SGB XI

dividiert durch

Anzahl aller aktiven Kunden

multipliziert mit 100%

24 Beratungsgespräche

dividiert durch
 120 Kunden

multipliziert mit 100%

= 25,0%
16 Relation der Erstgespräche zur Anzahl der Kunden

Anzahl der monatlich geführten Erstgespräche

dividiert durch

Anzahl aller aktiven Kunden

multipliziert mit 100%

6 Erstgespräche

dividiert durch
 120 Kunden

multipliziert mit 100%

= 5,0%

Wir werden sehen, was daraus wird.

Ihr Thomas Sießegger
(wieder da)

Weitere Beiträge in dieser Serie mit BLOG-Beiträgen zur Vorbereitung auf die Zeiten mit dem PSG II und dem PSG III - ab 2017:
Beitrag 01: Der Name Ihres Pflege- und Betreuungsdienstes?
Beitrag 02: 36 € pro Stunde für das Reinigen der Wohnung? Ist das nicht ein bißchen (zu)viel verlangt?
Beitrag 03: Alle Preise gleichzeitig anpassen zum 1. Januar 2017
Beitrag 04: Der "Pflegerischen Betreuung" als "neuem" Leistungsangebot eine Chance geben
Beitrag 05: Mehr Geld kommt ins System!
Beitrag 06: Preisobergrenzen bei den Entlastungsleistungen nach § 45 b SGB XI? 
Beitrag 07: Die Hauswirtschaft 2017 im Plus? Die Hauswirtschaft in der Kostenrechnung
Beitrag 08: Die Internet-Seite auf Vordermann bringen
Beitrag 09: Diskussion um die neue Preisobergrenze im PSG III bei Leistungen nach § 45b SGB XI
Beitrag 10: Wachstum planen in zwei Teilschritten
Beitrag 11: Die wichtigsten Pflegegrade in den Jahren 2017, 2018, 2019 und 2020
Beitrag 12: Neue, bewährte und erprobte Kennzahlen für 2017, 2018, 2019

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Thomas Siessegger, Diplom-Kaufmann, Organisationsberater und Sachverständiger für ambulante Pflegedienste 

Alexander Cito Aufenacker, Berater in der Gesundheits- und Sozialpolitik

Claudia Henrichs, Unternehmensberaterin für Personalentwicklung, Trainerin und Coach für ambulante Pflegedienste

Christoph Jaschke, Geschäftsführer Heimbeatmungsservice Brambring Jaschke GmbH

Peter Wawrik, Geschäftsführer Pflege Consulting Hellweg, Unternehmens- und Organisationsberatung im Pflegenetzwerk ambulant, Wohngemeinschaften und Tagespflegen

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