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Verfasst von: Thomas Sießegger, Unternehmensberater

Totaler Wahnsinn!

06.06.2012

Das Nebeneinander von Zeit-Abrechnung und Leistungskomplexen als Wahlmöglichkeit für die Kunden
Kommt der jetzige Entwurf des Pflege-Neuausrichtungsgesetzes [PNG] mit dem Nebeneinander von Zeit-Abrechnung und Leistungskomplexen als Wahlmöglichkeit für die Kunden tatsächlich zur Umsetzung, dann ist wohl für die wenigsten Beteiligten bisher absehbar, was dann auf die Pflegedienste zukommt.

Gut gemeint aus Sicht des Gesetzgebers ist die für die Kunden vermeintlich hergestellte Transparenz und Wahlfreiheit. Aber das Gegenteil ist der Fall, Chaos und Verwirrung würden entstehen, verbunden auch noch mit einem unvorstellbaren Aufwand. Hier ein paar Beispiele.

Wenn die Kunden wählen können zwischen Zeit-Abrechnung und Abrechnung mit Leistungskomplexen, gibt es Mitnahmeeffekte: Die Kunden suchen sich die für sie günstigere Variante aus.
Also müssen auch parallel zur Verhandlung der Stundensätze die Leistungskomplexe neu verhandeltwerden. Stundensätze führen zwangsläufig dazu, dass in nahezu 13.000 Pflegediensten Einzelverhandlungenstattfinden müssen (allerdings wie gesagt in zweifacher Form). Die Strukturen und die Personalzusammensetzung in den Pflegediensten sind zu unterschiedlich, als dass man in Regionen oder geschweige denn auf Landesebene verhandeln könnte.
Wer soll diese Verhandlungen führen? Und wie? Wo ist das Know-how? Bei Stundensätzen hat man bisher immer mathematisch falsch gerechnet: Die (gemischten) Personalkosten wurden durch die Anwesenheitsstunden (z.B. durch 1.567,7 Std. pro Jahr) dividiert.
Das führte zu deutlich zu niedrigen Stundensätzen. Trotzdem haben die Pflegedienste mit dem System der Leistungskomplexe leben können, da sie die Punktwerte bzw. die Minuten für die Leistungskomplexe im Laufe der Jahre seit Einführung der Pflegeversicherung immer wieder gekürzt haben. In der Mischung beider Fehlberechnungen konnten die Pflegedienste überleben. Wenn nun jedoch die Stundensätze mit bisherigem Gedankengut mathematisch falsch berechnet werden, entsteht ein Desaster. Eine Stunde ist eine Stunde!
D.h. wenn 60 Minuten abgerechnet werden sollen, können Sie (wenn die Stundensätze nicht ausreichend sein sollten) nicht sagen: Ja, bei uns dauert eine Stunde nur 47 Minuten. Es gibt kein Korrektiv bei falsch berechneten Stundensätzen!

Eine Alternative wäre eventuell, dass ein Teil der Leistungen weiterhin als Leistungskomplexe berechnet wird, und ein Teil der Leistungen insbesondere Leistungen und Zeiten für Demenzkranke nach Zeit abgerechnet werden.

Hier finden Sie Teil 2 der Kritik am PNG (bzgl. dem Nebeneinander von Zeit- und Leistungskomplex-Abrechnung)

 

aktueller Nachtrag vom 2. September 2012: Hier finden Sie Vorschläge für Lösungen für die Umsetzung des PNG hinsichtlich der Frage der neuen Stundensätze

 

 

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