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Verfasst von: Christoph Jaschke

Unternehmen können nicht länger die Qualifizierung in der außerklinischen Intensivpflege alleine finanzieren!

26.01.2017

Für die außerklinische Intensivversorgung eines Menschen in seinen eigenen vier Wänden benötigt man im Schnitt fünf bis sechs Pflegefachkräfte. Betrachtet man die hohe Anzahl der bereits Betroffenen und die gleichermaßen sehr hohe Anzahl der neuen Betroffenen, dann kommt man auf 50.000 bis 60.000 Pflegefachkräfte für außerklinische Beatmung, die in Deutschland für diese anspruchsvolle Aufgabe gebraucht werden. Wir alle wissen aber, dass es diese Pflegefachkräfte nicht in ausreichendem Maße gibt. Deshalb haben die Unternehmerinnen und Unternehmer in der außerklinischen Intensivpflege schon vor Jahren damit begonnen, Pflegekräfte zu qualifizieren. Das hat damals jeder nach dem Motto: "Gott sei Dank, endlich werden Qualifikationsstandards für die außerklinische Intensivpflege geschaffen!" begrüßt. Sowohl die Krankenkassen als auch der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) haben sodann diese Standards in ihren Verträgen und Prüfkatalogen verankert. Bis hierhin ist alles sehr gut gegangen!

Doch dann passierte und passiert weiterhin Folgendes: Die Krankenkassen senken Schritt für Schritt die Vergütungssätze. Mittlerweile liegen sie im Bundesdurchschnitt bei ca. 18 Euro pro Stunde in Wohngemeinschaften und bei ca. 30 Euro pro Stunde in 1:1-Versorgungen. Zu diesen niedrigen Sätzen findet man kaum noch Personal, und es gibt auch keinen finanziellen Spielraum mehr, um Personal für die Intensivpflege weiter zu qualifizieren. Denn um einen Mitarbeiter für die außerklinische Intensivpflege zu qualifizieren, kostet dies das Unternehmen mindestens 12.000 bis 15.000 Euro. Zusätzlich zu dem einen Monat, in dem der Mitarbeiter einen Beatmungskurs - in oder außerhalb des Unternehmens -, absolvieren muss, kommen monatelange Einarbeitungszeiten hinzu, damit der Mitarbeiter eigenverantwortlich bei den Klienten eingesetzt werden kann. Diese Zeit braucht der Mitarbeiter unbedingt, um nicht innerhalb kürzester Zeit überfordert zu sein. Immerhin hat er es mit intensivpflichtigen Klienten zu tun! Übrigens bezahlt der Unternehmer nicht nur Weiterqualifizierung und Einarbeitung, er haftet auch für seine Pflegekräfte, d.h. er muss sich selbst davon überzeugen, dass die Pflegekraft nicht nur auf dem Papier über die Weiterbildung verfügt, sondern dass sie tatsächlich eigenverantwortlich eingesetzt werden kann. Fest steht, dass die Unternehmen mit ihren Weiterbildungsmaßnahmen einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Wir, die ambulanten Intensivpflegedienste, stehen aber vor dem Problem, dass uns trotzdem keinerlei finanziellen Mittel für die Weiterqualifizierung zur Verfügung gestellt werden. Wenn die Leistungsträger nicht bereit sind, diese Kosten insofern mitzutragen, als sie höhere Stundensätze bezahlen, müssen andere Geldtöpfe gefunden werden. Warum beispielsweise erstatten nicht der Bund und oder die Länder den Pflegeanbietern diese Kosten? Wenn ambulant vor stationär gefordert wird, es aber nicht genügend Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt gibt, dann muss in großem Stil in die Qualifizierung investiert werden!

Wie ist das übrigens in der Ausbildung der Ärzte? Zahlen da etwa auch deren Arbeitgeber, also die Kliniken, die Ausbildung? Mitnichten! Diese bezahlt der Staat.

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Christoph Jaschke, Geschäftsführer Heimbeatmungsservice Brambring Jaschke GmbH

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