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Verfasst von: Claudia Henrichs, Claudia Henrichs

Weniger Fehlzeiten durch eine hohe Bindung an den Pflegedienst

13.06.2016

"Zurzeit haben wir wieder elf Krankenscheine gleichzeitig". Ein Satz, den ich so oder so ähnlich immer wieder höre. Wie kommt es zu diesen Fehlzeiten? Was führt dazu, dass Pflegedienstleitungen vermehrt mehrere Monate wegen Burnout ausfallen? Und das gerade jetzt, wo im Zuge der gesetzlichen Veränderungen mehr zusätzliche Aktivitäten angesagt sind?

Pflege(fach)kräfte haben die Aufgabe, mehr Informationen über den Gesundheitszustand ihrer Kunden intern weiterzugeben damit die Leitungskräfte auf der Basis dieser Hinweise noch in diesem Jahr Kundengespräche führen können. Entweder um eine Höhereinstufung vorzuschlagen und/oder den Mehrbedarf an Pflege und Betreuung in vertragliche Leistungen umwandeln zu können. Diese Mehrleistungen sind ja in der wirtschaftlichen Kalkulation wunderbar. Doch spätestens im nächsten Jahr stellt sich die Frage, mit welchem Personal denn diese Leistungen erbracht werden sollen. 

Um dies zu bewältigen braucht es engagierte, verantwortungsbereite und vor allem gesunde Mitarbeiter.

Heimliche Aussteiger, Regel- und Spitzenleister

Wie es damit in Deutschland aussieht, untersucht das Meinungsforschungsinstitut Gallup seit 2001 jedes Jahr und veröffentlicht die Ergebnisse als Engagement Index.  Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Arbeitnehmerschaft in Deutschland und liefern auch für Pflegedienste nützliche Erkenntnisse. Insgesamt haben sich die Zahlen aus 2015 im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert:

  • 16% der Arbeitnehmer sind heimliche Aussteiger und haben schon innerlich gekündigt. Manchmal zeigen sie Verhaltensweisen, die gegen die Interessen des Unternehmens laufen.
  • 68% machen Dienst nach Vorschrift. Regelleister spulen das Pflichtprogramm ab und sind im Vergleich dazu was möglich wäre, nicht voll und ganz bei der Sache.
  • 16% verfügen über eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber und sind bereit sich freiwillig für dessen Ziele einzusetzen. Diese Spitzenleister sind selbstverständlich bereit, die "Extrameile" für ihren Pflegedienst zu laufen.

Weniger Fehlzeiten durch hohe Bindung

Gesetzliche Veränderungen, Umorganisationen, Personalmangel, Tourenoptimierung sowie höhere Erwartungen von Pflegekunden und deren Angehörigen führen zu mehr Zeit- und Leistungsdruck. Das hat deutliche Auswirkungen. Im Jahr 2014 beschrieben 47% der Befragten das Gefühl ausgebrannt zu sein (Engagement-Index 2015).

Spannend ist jetzt der Unterschied zwischen den drei Engagement-Gruppen.

Mit "Ja"antworteten auf die Frage: "Hatten Sie in den letzten 30 Tagen das Gefühl, aufgrund von Arbeitsstress innerlich ausgebrannt zu sein?"

  • 58% der heimlichen Aussteiger
  • 32% der Regelleister und
  • 29% der Spitzenleister

Auch die Anzahl der Fehltage pro Jahr ist deutlich unterschiedlich:

  • 7,2 Tage: heimliche Aussteiger
  • 6,0 Tage: Regelleister
  • 4,1 Tage: Spitzenleister

Insgesamt beziffert die Gallup-Studie die volkswirtschaftlichen Kosten aufgrund von innerer Kündigung auf eine Summe zwischen 98,5 und 118,4 Milliarden Euro jährlich. Überträgt man die Zahlen auf einen Pflegedienst mit 250 Mitarbeitern, könnten pro Jahr etwas mehr als 100.000 Euro eingespart werden, wenn die Fehlzeiten aller Mitarbeiter auf 4,1 (Fehltage der Spitzenleister) reduziert würden (S. 31/32, Engagement-Index, Nink M. Redline Verlag, 2014, München).

Was Mitarbeiter brauchen, damit sie mit Herz, Hand und Verstand bei der Arbeit sind.

Mit den Q12® - Themenfeldern misst Gallup inwieweit die zentralen Erwartungen und Bedürfnisse eines Beschäftigten am Arbeitsplatz erfüllt sind:

  1. Ich weiß, was bei der Arbeit von mir erwartet wird.
  2. Ich habe die Materialien und die Arbeitsmittel, um meine Arbeit richtig zu machen.
  3. Ich habe bei der Arbeit jeden Tag die Gelegenheit, das zu tun, was ich am besten kann.
  4. Ich habe in den letzten sieben Tagen für gute Arbeit Anerkennung und Lob bekommen.
  5. Meine Führungskraft oder eine andere Person bei der Arbeit interessiert sich für mich als Mensch.
  6. Bei der Arbeit gibt es jemanden, der mich in meiner Entwicklung fördert.
  7. Bei der Arbeit scheinen meine Meinungen zu zählen.
  8. Die Ziele und die Unternehmensphilosophie meiner Firma geben mir das Gefühl, dass meine Arbeit wichtig ist.
  9. Meine Kolleg/innen haben einen inneren Antrieb, Arbeit von hoher Qualität zu leisten.
  10. Ich habe einen sehr guten Freund, eine sehr gute Freundin innerhalb der Firma.
  11. In den letzten sechs Monaten hat jemand mit mir über meine Fortschritte gesprochen.
  12. Während des letzten Jahres hatte ich bei der Arbeit die Gelegenheit, Neues zu lernen und mich weiterzuentwickeln.

(Quelle: S. 25, Engagement-Index, Nink M. Redline Verlag, 2014, München)

Die Aussagen sind mit einer 5-stufigen Bewertungsskala hinterlegt. Je höher die Werte, desto stärker sind Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein ausgeprägt.

Pro Themenbereich werden zwar in der kompletten Studie weiterführende Fragen gestellt. Trotzdem kann die Beantwortung der Q12® doch auch in Ihrem Pflegedienst nützliche Erkenntnisse bringen meint

Claudia Henrichs

und wünscht Ihnen wenig Krankenscheine und dafür mehr als 16% Mitarbeiter die mit Herz, Hand und Verstand bei der Arbeit sind.

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Thomas Sießegger, Diplom-Kaufmann, Organisationsberater und Sachverständiger für ambulante Pflegedienste

Claudia Henrichs, Unternehmensberaterin für Personalentwicklung, Trainerin und Coach für ambulante Pflegedienste

Christoph Jaschke, Deutsche Fachpflege Gruppe (DFG), Marketingmanager & Pressesprecher, München

Peter Wawrik, Wawrik Pflege Consulting, Unternehmens- und Organisationsberatung im Pflegenetzwerk ambulant, Wohngemeinschaften und Tagespflegen

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