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Verfasst von: Peter Wawrik, Geschäftsführer

Wo wird gut gepflegt?

20.04.2017

Wo werden derzeit die ambulanten Kunden oder Patienten am besten gepflegt? Ich vermute, die meisten ambulanten Pflegedienste in Deutschland werden sagen: bei uns.

Wenn die Pflegenoten im Rahmen der Pflege-Transparenzverfahren der Maßstab für gute Pflegequalität sind, dann lautet aber die Antwort:

In Berlin und Sachsen.

Und wo werden die Patienten am schlechtesten gepflegt? In Rheinland-Pfalz.

Wie komme ich zu diesen provozierenden Aussagen? (Sind übrigens nicht meine Meinung!)

Die DatenClearingStelle (DCS) Pflege ist ein bundesweites Gemeinschaftsprojekt der Verbände der Pflegekassen auf Bundesebene und sichert die Veröffentlichung der Pflegenoten im Rahmen des Pflege-Transparenzverfahrens.

Mit Datum 03.04.2017 wurde der Newsletter der DCS-Pflege für den Monat April 2017 veröffentlicht.

Bei 1.553 geprüften ambulanten Pflegeeinrichtungen auf der Grundlage der neuen Prüfordnung lag die Durchschnittsnote bei 1,3 in Deutschland (ohne Kundenbefragung).
Schlechter als der Durchschnitt waren Bayern (1,4), Hamburg (1,5), Hessen (1,4), Mecklenburg-Vorpommern (1,5), Rheinland-Pfalz (1,6), Sachsen-Anhalt (1,5) und Schleswig-Holstein (1,5).

Nimmt man aber die Kundenzufriedenheit als Qualitätsmaßstab, als Ergebnisqualität, dann gibt es bei allen 1.553 geprüften Pflegediensten eine sehr hohe Kundenzufriedenheit zwischen 1,0 bis 1,2.

Und was sagt uns das nun?

Ich unterstelle, dass zunächst alle Pflegekräfte um eine gute Pflegequalität bemüht sind und die Träger und Verantwortlichen ihre Verantwortung achten und im Rahmen interner Audits und des eigenen Qualitätsmanagements eine gute Versorgung ihrer Kunden und Patienten als Ziel haben.

Wenn man in die einzelnen Transparenzberichte schaut und feststellt, dass weiterhin z.T. nur bei einzelnen Patienten die jeweilige Frage zutrifft und berücksichtigt wird, deren Antwort dann zur Benotung führt, dann meine ich, muss man weiterhin das gesamte Prüf- und Bewertungssystem in Frage stellen dürfen.

Und eine rechnerisch wenig nachvollziehbare Bewertung, in der die Kundenzufriedenheit nicht berücksichtigt wird, ist m.E. ebenfalls pflegewissenschaftlich und handwerklich schlecht gemacht und führt nicht zu einer breiten Akzeptanz der gesamten externen Prüfsituation in den Pflegediensten.

Weitere Fragen:
Kann man auch vermuten, dass der Faktor "MDK-Prüfer" bei der Gesamtbewertung in den einzelnen Bundesländern eine nicht unwesentliche Rolle spielt? Ich vermute, ja.

Und ist der Anteil der vielen oder wenigen Pflegedienste je Bundesland, die nach einer MDK-Prüfung bei den Landespflegekassen Widerspruch bzw. Korrektur der Bewertung beantragen, ebenfalls ein weiterer Faktor, der bei der Gesamtbewertung eine Rolle spielt? Ich vermute auch hier, ja.

Wenn es also viele Aspekte gibt, die das gesamte Prüfverfahren und die Ergebnisqualität der Bewertungen in Frage stellen, dann sollten m.E. die Politik oder die Interessensverbände der Pflege den Mut haben, zu fordern, das derzeitige System auszusetzen, keine weiteren Kosten dafür zu erzeugen und in Ruhe alternative pflegewissenschaftlich haltbarere, ergebnisorientierte qualitätssichernde Maßnahmen zu planen, prüfen und ggfls. einzuführen.

Eine Reihe von Pflegediensten hängen das MDK Prüfergebnis neben ihren eigenen internen und externen Audits und Kundenbefragungen und machen somit deutlich, dass der MDK nur die eigenen Qualitätsbestrebungen bestätigt. Das finde ich einen strategisch guten Umgang mit der Veröffentlichungspflicht.

Die Aussagen der DCS sind für mich daher zur Kenntnis zu nehmen und abzuheften. Sorry. Mehr nicht.

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