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Verfasst von: Peter Wawrik, Geschäftsführer

Wo würden Sie! sich bewerben?

06.03.2017

Einige aktuelle Stellenanzeigen aus verschiedenen örtlichen Zeitungen:

Stellenausschreibung A
Stellenausschreibung B
Stellenausschreibung C

     

Stellenausschreibung D

Wo würden Sie als Pflegefachkraft Ihre Bewerbung als erstes hinsenden?

Welcher Pflegedienst erhält vermutlich mehr, welcher weniger Bewerbungen? Welcher Pflegedienst erzeugt bei Ihnen welchen Eindruck, welches Image?

Das kennen Sie als PDL oder Träger eines Pflegedienstes vielleicht oder aus eigener Erfahrung möglicherweise auch: Sie annoncieren in der örtlichen Presse, suchen eine examinierte Fachkraft – und keiner meldet sich auf Ihre Anzeige.

Dabei könnten Sie eigentlich mehr Patienten versorgen, wenn Sie entsprechendes Personal hätten.

Und dann gibt es Träger von Pflegeeinrichtungen, die immer wieder Bewerbungen ohne große eigene Werbung erhalten. Was machen die anders? Was gibt es für Unterscheidungsgründe?

Einfache Antwort in einem komplexen Thema: Im veränderten Arbeitnehmermarkt müssen Pflegedienste aktiver als bisher um geeignete Fachkräfte werben. Übliche Anzeigen mit dem Hinweis auf langjähriges Image, Vergütung, Fortbildungsmöglichkeiten etc. reichen nicht mehr aus.

Ein Arbeitgeber, ein Pflegedienst muss sich vielmehr heute "bewerben".

In den Beratungen höre ich immer häufiger:

 "Wir können unsere Leistungen sicherlich noch besser in der Öffentlichkeit darstellen.
Unser Image könnte/ müsste jünger, professioneller … sein.
Aber wie machen wir das?"

Es gibt leider nicht "die" Stellenausschreibung, die für alle Pflegedienste und für alle Altersgruppen gleich gut ist. Eine Ausschreibung muss zum Image des Pflegedienstes passen. Und eine junge Pflegefachkraft achtet auf andere Schlüsselwörter als eine ältere Pflegefachkraft.

Ich empfehle daher, drei Stellenausschreibungen zu formulieren. Junge Pflegekräfte wollen anders angesprochen werden als Pflegekräfte, die schon 10 Berufsjahre vorweisen können. Für Pflegekräfte über 50 Jahre sind wiederum andere Begriffe und Informationen wichtig.

Interessante Arbeitgeber und Pflegedienste unterscheiden sich vielleicht auch dadurch, dass sie bewusst intern und extern Ihre Stellengesuche kommunizieren.

Wie informieren Sie als PDL oder Träger Ihre Mitarbeiter/innen, dass Sie neue Kollegen, Kolleginnen suchen? Nur über die Zeitung? Oder per Aushang? Oder auch über die Sozialen Medien?

Oder vielleicht aktiv in der nächsten Teamsitzung, in dem jeder Mitarbeiter eine Kopie der Ausschreibung erhält, eine Erklärung dazu, verbunden mit der Bitte um Mithilfe und Weitergabe der Information in den Bekannten- und Freundeskreis, dass der Pflegedienst neue Stellen zu besetzen hat.

Wie erleben die Mitarbeiter ihren Pflegedienst selbst und erzählen davon weiter? Wie haben die Mitarbeiter selbst ihre Bewerbung und Einstellung erlebt? Wenn positiv und einfach, dann werden sie dies auch gut weiterkommunizieren können.

Wie einfach oder wie formell wird das Bewerbungsverfahren durchgeführt? "Kommen Sie einfach vorbei, alles Weitere schreiben wir zusammen auf" ist die niedrigschwelligste Idee und Anzeige eines diakonischen Trägers, mit gutem Erfolg. Viele berufserfahrene Pflegekräfte haben viele Jahre keine Bewerbung mehr geschrieben. Erleichtern Sie ihnen den Weg und die Kontaktaufnahme zu Ihnen.

Und wenn sie dann angefangen haben, wie werden die Mitarbeiter am ersten Tag begrüßt? Wie über den Träger, die Einrichtung, Regeln und Vereinbarungen informiert?

Und wie dann in den ersten Tagen eingeführt und begleitet? Vielleicht mit einem "Paten" für die ersten Wochen, damit nicht alles von der Leitung erklärt werden muss?

Wie sehr wird die Wertschätzung gegenüber dem neuen Mitarbeiter durch "Pflichtfortbildungen" deutlich gemacht?

Wie werden alle Mitarbeiter regelmäßig z.B. durch interne Info-Briefe über Weiterentwicklungen beim Träger und Planungen informiert? Und vielleicht in einer Art und Weise, dass dies auch gerne mit nach Hause genommen wird und der Familie gezeigt wird?

Und was und wie wird davon auch schon in der Stellenausschreibung deutlich?

Weitere Unterscheidungsmerkmale und Schlüsselworte, die ich empfehlen kann:

Ø  Wohnortnaher Einsatz?

Ø  Flexible Arbeitszeitmodelle?

Ø  Arbeitskreise "junge Familien" und "50+", um Anregungen und Wünsche (und Sorgen und Belastungen) aufzunehmen und

Ø  Regelmäßige Mitarbeitergespräche und Karriereplanungen sollten heute zur "Normalität" eines Pflegedienstes gehören.

Ø  In einer Reihe von Landkreisen gibt es heute das Siegel "Familienfreundliches Unternehmen". Auch das kann ein positives Unterscheidungsmerkmal sein.

Ø  Wie wird auf der Homepage der Dienst/ die Einrichtung dargestellt und "beworben"?

Wie viele Anzeigen haben Sie schon geschaltet, ohne den gewünschten Erfolg erreicht zu haben. Sich einen Tag einen externen Berater zu dieser Thematik hinzuzuziehen und die Punkte zu bearbeiten, kostet i.d.R. nicht mehr als 2-3 Anzeigen in den Zeitungen, auf die Sie bisher keine Bewerbungen erhalten haben.

Meine Praxistipps:

1)      Erstellen Sie Entwürfe von drei Stellenausschreibungen (für junge Kräfte, für die mittlere Generation, für Mitarbeiter/innen über 50 Jahre.)

2)      Sprechen Sie mit Mitarbeiter/innen der jeweiligen Zielgruppe in Ihrem Pflegedienst über die Anzeigen. Hören Sie auf deren Anmerkungen und fügen Sie die ein.

3)      Annoncieren Sie die Anzeige, mit der Sie strategisch neue Mitarbeiter/innen der jeweiligen Altersgruppe suchen.

4)      Achten Sie darauf, dass sich Frauen und Männer gleichermaßen angesprochen fühlen. Das ist nicht nur Pflicht in Ausschreibungen, sondern ein Gebot der Gleichberechtigung.

5)      Lassen Sie auch Ihre Mitarbeiter für Sie sprechen und werben und suchen.

6)      Nehmen Sie nicht jeden Bewerber. Er/ Sie muss in das Team passen.

7)      Nutzen Sie die Kompetenzen und Erfahrungen von externen Beratern. Die Kosten dafür haben Sie schnell wieder durch verbesserte Stellenausschreibungen und Medienauftritte heraus.

8)      Seien Sie offen für unorthodoxe Wege. Wenn jemand einfach so vorbeikommt und sich bewirbt, nehmen Sie sich dafür Zeit und verlangen nicht den "formalen Weg".

Ich freue mich auf interessante, innovative Stellenausschreibungen und stehe für eine weitere Diskussion gerne zur Verfügung. Mit Grüßen aus Bad Sassendorf. Ihr Peter Wawrik

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