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Erste Projektphase abgeschlossen - Folgeprojekt kommt

"Pflegebrille" soll Versorgung und Zusammenarbeit verbessern

06.11.2019
Seit 2016 hat ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt die Einsatzmöglichkeiten und Potenzial der Pflegebrille untersucht. Ende Oktober ist die Projektphase mit vielversprechenden Ergebnissen zu Ende gegangen. Ein Folgeprojekt ist geplant. Foto: T.Graf

Seit 2016 hat ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt die Einsatzmöglichkeiten und Potenzial der Pflegebrille untersucht. Ende Oktober ist die Projektphase mit vielversprechenden Ergebnissen zu Ende gegangen. Ein Folgeprojekt ist geplant. Foto: T.Graf

Im vom Bundesforschungsministerium geförderten Verbundprojekt "Pflegebrille – Pflege mit Durchblick" wird untersucht, wie der Einsatz einer Datenbrille mit Augmented-Reality-Technologie die Zusammenarbeit von professionell und informell Pflegenden verbessern kann. Die erste Projektphase ist nun abgeschlossen.

"Wir haben verschiedene Szenarien erprobt, in denen die Pflegebrille die Zusammenarbeit von professionell und informell Pflegenden verbessern kann", sagt Heinrich Recken von der Hamburger Fern-Hochschule (HFH), die ein Partner im Verbundprojekt ist in einer Pressemitteilung der Hochschule. Grundsätzlich sei die Idee, die Brille in der Wohnung der Patienten zu platzieren, wo sie dann allen an der Pflege Beteiligten hilfreiche Informationen liefert. Das können zum Beispiel Infos zum Medikamentenplan oder die per Spracheingabe oder Video dokumentierten Arbeitsschritte einer anderen Pflegekraft sein.

Pflegende tragen die Datenbrille während der Arbeit mit den Patienten und Patientinnen und können sich währenddessen verschiedene Informationen über die Brille direkt ins Sichtfeld einblenden lassen. Zur Steuerung der Brille müssen sie die Arbeit nicht unterbrechen, da durch eine intuitive Gestensteuerung die Hände frei bleiben. "Das ist zum Beispiel beim Wundmanagement oder dem Absaugen von Atemwegssekreten wichtig, wo die Hände steril bleiben müssen. Die Brille muss deshalb auch ohne Hände bedienbar sein", erklärt Recken.

Am Beispiel des Wundmanagements zeigt sich auch das Potenzial zur Zusammenarbeit zwischen Pflegeprofis und pflegenden Angehörigen, das die vernetzte Digitalbrille bietet: Während der Wundversorgung kann der oder die Pflegende eine Live-Übertragung starten und die eigene Sicht über die eingebaute Kamera auf den Bildschirm eines entfernt sitzenden Wundexperten übertragen. So kann dieser nicht nur die Handgriffe des Pflegenden verfolgen, sondern auch direkt Anleitungen und Hinweise in der AR-Umgebung geben.

Die Forscher haben darüber hinaus weitere Einsatzmöglichkeiten erfolgreich getestet, heißt es laut Pressemeldung weiter. Im Schmerzmanagement können Pflegende gemeinsam mit dem Patienten Schmerzwerte erfassen, bestimmen und in einer Skala festhalten, was wiederum für die individuelle Schmerztherapie nützlich ist. Zudem haben die Forschungspartner eine Anleitung für das endotracheale Absaugen entwickelt,  die von Pflegenden abgerufen und individuell angepasst werden kann. Weitere Einsatzmöglichkeiten werden derzeit in verschiedenen Workshops untersucht, unter anderem in der Uniklinik Essen und im Klinikum Nürnberg. Hier werden im kommenden Jahr zudem über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten hinweg konkrete Anwendungen der Pflegebrille in der Versorgungspraxis getestet

Partner im Forschungsprojekt sind die HFH · Hamburger Fern-Hochschule, die Ruhr-Universität Bochum, die TU Clausthal, die iTiZZiMo Simplifier AG, Christopherus Intensivpflegedienste und das Zentrum für Telemedizin (ZTM). Projektträger ist die VDI Technologiezentrum GmbH.

Im Folgeprojekt "Pflegebrille 2.0" soll das Instrument nun unter Koordination der TU Clausthal zur Marktreife gebracht werden.

Kontakt für weitere Informationen:  heinrich.recken@hamburger-fh.de

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