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10. Altenheim EXPO

2. Altenpflegebarometer: Die Stimmung ist angespannt

19.06.2018
Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung, stellt das 2. Altenpflegebarometer vor. Foto: Tim Walter

Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung, stellt das 2. Altenpflegebarometer vor. Foto: Tim Walter

Die Ergebnisse des 2. Deutschen Altenpflegebarometers sind alarmierend: Die bundesweite repräsentative Umfrage unter Führungskräften stationärer Altenpflegeeinrichtungen und ambulanter Dienste ergab, dass 88 Prozent der Befragten nicht von der Altenpflegepolitik der Bundesregierung überzeugt sind.

Darüber hinaus sind zwei Drittel aller Befragten der Meinung, dass die Pflegestärkungsgesetze der alten Bundesregierung keinerlei Verbesserungen mit sich gebracht haben. Das Misstrauen der Branche gegenüber der Politik wächst.

"Die Ergebnisse sind ein echter Hilferuf, denn in vielen Bereichen hat sich die Situation seit der letzten Befragung im Jahr 2016 dramatisch zugespitzt", sagte Steve Schrader, Chefredakteur der Fachzeitschriften Altenheim und CAREkonkret im Vincentz Network bei der Vorstellung des 2. Deutschen Altenpflegebarometers im Rahmen des Kongresses  Altenheim EXPO in Berlin .

So gaben 51 Prozent aller Befragten an, mit der Wirtschaftlichkeit ihrer Einrichtung unzufrieden zu sein.  Im Jahr 2016 waren dies nur 37 Prozent. Am deutlichsten wird die angespannte Lage mit Blick auf die Personalsituation. Das bestätigen auch die Befragten des 2. Altenpflegebarometers: Waren im Jahr 2016 schon 57 Prozent der Teilnehmer unzufrieden, sind es jetzt bereits 85 Prozent.

"Es muss deutlich mehr Personal in der Pflege finanziert werden, um die Arbeit für Fachkräfte wieder attraktiv zu machen", kommentiert Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung.

Die Umfrage zeige, so Steve Schrader, dass die Bundesrepublik ein neues und effizienteres Pflegesystem braucht. "Nach den bereits erfolgten Sofortmaßnahmen muss die Politik grundlegende Veränderungen vornehmen." Das bestätigen auch die Befragten: Gut drei Viertel aller Teilnehmer sind der Meinung, dass die Sektorengrenzen zwischen ambulant, teilstationär und stationär abgebaut werden müssen und die Pflege nach einem einheitlichen System organisiert sein sollte.

Hintergrund: Das 2. Deutsche Altenpflegebarometer ist von dem Fachverlag Vincentz Network und der Evangelischen Heimstiftung in Auftrag gegeben worden. Insgesamt haben sich 1.242 Führungskräfte stationärer und ambulanter Einrichtungen an der Online-Befragung beteiligt.

Altenpflegebarometer 2018 zum kostenlosen Download

Mehr zum Thema lesen Sie auch in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift Altenheim.

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