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Krankenkassen

Spahn will Beitragszahler wegen größeren Kassen-Finanzpolsters entlasten

06.12.2018
Um das angewachsene Finanzpolster gibt es auf Bundesebene Streit. Foto: AdobeStock/Boris Zerwann

Um das angewachsene Finanzpolster gibt es auf Bundesebene Streit. Foto: AdobeStock/Boris Zerwann

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt angesichts weiter wachsender Finanzpolster der gesetzlichen Krankenkassen auf Entlastungen der Beitragszahler. «Für das kommende Jahr sollten die Kassen alle Spielräume konsequent nutzen, um ihre Zusatzbeiträge zu senken», sagte der CDU-Politiker am Mittwoch.

Bis Ende September sind die Rücklagen laut Ministerium auf 21 Milliarden Euro gestiegen, nachdem es Ende Juni erstmals mehr als 20 Milliarden Euro waren. Spahn sagte der "Bild"-Zeitung (Mittwoch): "Die Krankenkassen horten weiter das Geld der Beitragszahler. Sie haben inzwischen das Vierfache der Mindestreserven auf der hohen Kante. Das ist einfach zu viel." Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung hob hervor, dass in diesem Jahr schon Kassen mit insgesamt 21,9 Millionen Versicherten ihren Zusatzbeitrag gesenkt hätten. Grundsätzlich sei es ein wichtiges Signal, dass die Solidargemeinschaft der 72 Millionen Versicherten auf einem soliden finanziellen Fundament stehe.

Viele Kassenmitglieder könnten 2019 etwas stärker entlastet werden, da der durchschnittliche Zusatzbeitrag im Vergleich zu diesem Jahr um 0,1 Punkte auf 0,9 Prozent des Bruttolohns sinkt. Die tatsächliche Höhe ihres Zusatzbeitrags für 2019 legen die Kassen aber selbst fest. Je nach Finanzlage dürfen sie vom Durchschnittswert abweichen. Der Gesamtbeitrag umfasst daneben den allgemeinen Satz von 14,6 Prozent. Unabhängig von der Debatte um die Rücklagen werden Arbeitnehmer und Rentner 2019 deutlich entlastet, weil die Arbeitgeber künftig wieder die Hälfte des gesamten Krankenversicherungsbeitrags zahlen müssen.

Die Grünen warfen Spahn Ablenkungsmanöver vor. Die Rücklagen seien durch die gute Konjunktur entstanden und größtenteils von den Versicherten aufgebracht worden. «Sie sollten für die dringlichen Verbesserungen der Versorgung ausgegeben werden und nicht hauptsächlich der Entlastung der Arbeitgeberbeiträge dienen», sagte die Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink. Nach den ersten neun Monaten dieses Jahres kamen die gesetzlichen Kassen auf einen Überschuss von 1,86 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr zeichnet sich demnach ein Plus von rund 2,5 Milliarden Euro ab - nach 3,5 Milliarden Euro 2017. Kassen mit besonders großem Finanzpolster müssen Reserven ab 2020 binnen drei Jahren abbauen. (dpa)

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