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12. Nov 2021 | Nachrichten

Umfrage: Gute Pflege ist Bürgern höhere Beiträge wert

Eine Mehrheit der Deutschen würde einer Umfrage zufolge für eine gute Pflege höhere Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung in Kauf nehmen. Für die Diakonie, die die Studie in Auftrag gegeben hat, sprechen die Umfrageergebnisse deutlich für eine umfassende Pflegereform. Diese sei längst überfällig und müsse von der künftigen Bundesregierung zügig auf den Weg gebracht werden.

Geldbörse
Höhere Kosten für bessere Pflege – das würden rund 52 Prozent der Teilnehmer einer Diakonie-Umfrage akzeptieren.
Foto: Susanne El-Nawab

„Gute Pflege gibt es nicht zum Nulltarif. Das wissen die Menschen und sind bereit, mehr dafür zu bezahlen. Die Menschen erwarten, dass die Finanzierung der Pflege in Zukunft gesichert ist und auf einer soliden Basis steht“, sagte Diakonievorstand Maria Loheide am 12. November in Berlin

In der Umfrage stimmten 51,9 Prozent der rund 5.000 Befragten der Frage zu, dass sie für eine gute pflegerische Versorgung höhere Beiträge akzeptieren würden. 37,2 Prozent antworteten mit nein beziehungsweise eher nein (15,6 Prozent), elf Prozent sind unentschieden. Von den 18- bis 29-Jährigen würden sogar über 67 Prozent mehr Geld für eine gute pflegerische Versorgung zahlen. In der Gruppe der über 65-Jährigen waren es in der Befragung 55 Prozent.

In einer älter werdenden Gesellschaft sei es wichtig, jetzt die Weichen für eine demografiefeste Pflegereform zu stellen, erklärte Loheide. „Schon jetzt fürchten viele ältere Menschen, dass sie bei Pflegebedürftigkeit die Kosten nicht finanzieren können und auf Sozialhilfe angewiesen sein werden“, sagte sie mit Blick auf die steigende Eigenbeteiligung. Im Bundesdurchschnitt müssen Pflegebedürftige derzeit monatlich 2.125 Euro für einen Platz im Pflegeheim bezahlen. Können sie diesen Beitrag nicht finanzieren, hilft die Kommune mit Sozialleistungen aus.

„Vorschläge, Modelle und Finanzierungskonzepte für eine nachhaltige Pflegereform liegen seit langem vor. Die kommende Bundesregierung muss sie aufgreifen und endlich konkrete Schritte umsetzen“, forderte Loheide. (epd)

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