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20. Jan 2021 | Häusliche Pflege-Blog

Bewertung von Pflegediensten in Corona-Zeiten

Peter Wawrik und Thomas Sießegger

Zu viel gezahlt? Zu wenig gefordert? Was ist ein Pflegedienst in der heutigen Zeit wert?
Unternehmensberater Thomas Sießegger und Peter Wawrik
Die Unternehmensberater Thomas Sießegger und Peter Wawrik (v.l.) haben eine Checkliste zur Unternehmensbewertung erarbeitet.
Foto: privat

Gibt es Gründe, weshalb durch die Corona-Pandemie der Wert eines Pflegedienst wesentlich beeinflusst wird?

Nein, es gibt keine wesentlichen Aspekte, die den Wert eines Pflegedienstes durch die Corona-Pandemie verändern. Ambulante Pflege ist absolut systemrelevant. Selbst wenn durch vieles Testen zusätzlich zum vorhandenen Personalmangel weitere Versorgungsengpässe entstehen, wirkt sich dies nicht grundsätzlich auf die Bewertung eines Pflegedienstes aus. Die meisten Pflegedienste konnten den kurzzeitigen Umsatzrückgang im März/April 2020 wieder auffangen und sogar häufig den Umsatz steigern.

Dieses paradox wirkende Phänomen bei ambulanten Pflegediensten steht im Gegensatz zu anderen sehr gebeutelten Wirtschaftsbranchen.

Wie errechnet man einen richtigen Preis?

14.688 ambulante Pflege- und Betreuungsdienste gab es am 15.12.2019 in Deutschland (Quelle: Pflegestatistik 2019; Statistisches Bundesamt 2020). Inzwischen dürften es fast 15.000 sein.

Ca. 3.000 - 4.000 Pflegedienste davon werden von Inhaber/innen geführt, die Anfang der 1990er Jahre den Pflegedienst gegründet haben und nun alters- oder gesundheitsbedingt das Pflegeunternehmen abgeben wollen oder müssen.

Für Inhaber/innen, die durch den Verkauf ihre eigene Altersabsicherung geplant haben, stellt sich die Frage, was sie für ihren Pflegedienst fordern sollen. Potenzielle Käufer/innen müssen sich mit der Thematik beschäftigen, wie viel sie zahlen wollen/können, damit sich ihr wirtschaftliches Engagement auch zu einem absehbaren Zeitpunkt rentiert.

Bei Beratungen oder Bewertungsgesprächen in den letzten Monaten haben wir eine Reihe von Aussagen gehört. Hier vier Beispiele:

Wir möchten mit folgender Checkliste zur Lösung beitragen, um die anschließende Planung der Perspektiven zu erleichtern:
  1. Es gibt keine gute oder schlechte Zeit, einen Pflegedienst zu verkaufen oder zu kaufen. Corona hat für und auf den Prozess und den Wert keinen wesentlichen Einfluss.
  2. Reine bankmathematische oder betriebswirtschaftliche Berechnungsmethoden sind nur ein Teil der Wertermittlung für einen ambulanten Pflege- und Betreuungsdienst.
  3. Eine Wertermittlung ist komplex und beinhaltet harte (wirtschaftliche) Faktoren und weiche (Leitung, Mitarbeiterstruktur, Führungsstil, Konzept, Qualitätsmanagement, Anpassung der beiden Unternehmenskulturen usw.).
  4. Ein Verkaufs-/ Kaufprozess dauert in der Regel ca. 6-9 Monate.
  5. Vor der Übernahme sind vom Käufer die nächsten 3-6 Monate nach Übernahmetermin vorausschauend und gut zu planen.
  6. Die Kommunikation zwischen Verkäufer und Käufer gegenüber der Pflegedienstleitung, den Mitarbeitern und den Patienten und der Öffentlichkeit muss abgestimmt sein.

Letztendlich gilt aber: Die Bewertung eines Pflegedienstes durch Gutachter oder Dritte hilft, eine transparentere Bewertung und Wertermittlung zu erhalten. Der ausgehandelte Verkaufspreis ist zum Schluss eine „gute“ Vereinbarung zwischen Käufer und Verkäufer, wenn beide Seiten mit einem „guten Gefühl“ abschließen.

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