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05. Mrz 2021 | Nachrichten

Caritas-Präsident bereut Tarifentscheidung

In außergewöhnlicher Deutlichkeit hat der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, eingeräumt, dass dem katholischen Verband durch die Ablehnung eines allgemeinverbindlichen Tarifvertrags für die Altenpflege Schaden entstanden ist.
Er hätte sich eine andere Entscheidung gewünscht, so Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes.
Foto: DCV/Anke Jacob
Neher erklärte, die Entscheidung der Arbeitsrechtlichen Kommission (AKR) "schadet der Glaubwürdigkeit der Caritas und sie kommt zu Unzeiten für die katholische Kirche". Der Beschluss verhindere "erstmal eine höhere Entlohnung von vielen Pflegekräften außerhalb der Caritas und das mitten in einer Pandemie, die diesen Menschen unheimlich viel abverlangt".

Er hätte sich eine andere Entscheidung gewünscht, sagte Neher, betonte aber zugleich, dass die mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern des Verbandes paritätisch besetzte Kommission in ihrer Entscheidungsfindung unabhängig und dies zu respektieren sei. Neher reagierte damit auf eine Stellungnahme von katholischen Sozialethikern und Theologen, die den Beschluss der Caritas-ARK kritisiert hatten und sie auffordern, ihre Entscheidung zu revidieren.

Die Arbeitsrechtliche Kommission der Caritas hatte es abgelehnt, dem Antrag auf eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung des Tarifvertrags Altenpflege zuzustimmen, der zwischen der Gewerkschaft ver.di und der Bundesvereinigung Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) ausgehandelt worden war. Ausschlaggebend war die Ablehnung der Arbeitgebervertreter in der Kommission. Da dem Verfahren beide kirchlichen Wohlfahrtsverbände, Caritas und Diakonie, zustimmen mussten, ist ein Flächentarif in der Pflege, für den sich auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) einsetzt, damit gescheitert. Die Diakonie hatte ihre Beschlussfassung einen Tag nach dem Veto der Caritas-ARK abgesagt.
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1 Kommentare

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Mr.Snail

09. Mrz 2021

Warum kommen die Berufsgruppen Sozialethiker und Theologen so selten in wirtschaftliche Spitzenpositionen vor? Richtig, weil sie in der Regel von Wirtschaft keine Ahnung haben, deshalb. Diese Proffessionen erzielen auf anderen Gebieten Spitzenergebnisse. Wobei, bei den vielen Kirchenaustritten müssen sich die Theolgen zumindest auch fragen lassen was eigentlich ihr Plan ist. Der Caritas können sie das Problem sicher nicht in die Schuhe schieben. Für die Entlohnung von Mitarbiterinnen und Mitarbeitern ist immer noch der Arbeitgeber zuständig. Da hat sich die Caritas nichts vorzuwerfen. Für den Rest der Arbeitnehmerschaft in der Pflege ist sie schlicht nicht zuständig. Vielfalt ist sozialistischer Einheilichkeit immer vorzuziehen. Das gilt auch für Unternehmen, ihre Visionen, ihre Konzepte, ihre Kultur und auch die Entlohnung ihrer Mitarbeiter.

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