Created with Sketch.

06. Sep 2021 | Politik

Westerfellhaus will Regeln für 24-Stunden-Betreuung

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert eine bezahlbare und rechtlich besser abgesicherte 24-Stunden-Betreuung schwerkranker oder behinderter alter Menschen zu Hause. Dieser Bereich mit Kräften überwiegend aus osteuropäischen Ländern in prekären Arbeitsverhältnissen müsse schnellstmöglich zum „Megathema der Politik“ werden, sagte er bei einem Spitzengespräch zur Zukunft der häuslichen Pflege mit dem Sozialverband VdK und der Arbeitskammer des Saarlandes.
Der Bundes-Pflegebevollmächtigte des Bundes Andreas Westerfellhaus (Mitte) mit dem VdK-Landesvorsitzenden Armin Lang (links) und VdK-Landesgeschäftsführer Peter Springborn (rechts).
Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus (Mitte), mit dem VdK-Landesvorsitzenden Armin Lang (links) und VdK-Landesgeschäftsführer Peter Springborn (rechts).
Foto: Pasquale d'Angiolillo/Arbeitskammer des Saarlandes

Der Pflegebevollmächtigte wiederholte dabei seinen Vorschlag für ein Entlastungsbudget in der Pflege, das sich danach richte, was ein Pflegebedürftiger individuell brauche und nicht umgekehrt, was die Pflegeversicherung biete. Zudem forderte er, auch die Vermittlungsagenturen für Pflegekräfte auf den Prüfstand zu stellen.

Bei dem Spitzengespräch in Saarbrücken übergaben die Arbeitskammer des Saarlandes und der Sozialverband VdK an den Bundesvertreter ein in vierjähriger Arbeit entstandenes gemeinsames Positionspapier, das auch ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts berücksichtigt, wonach auch ausländische Pflegekräfte Anspruch auf den Mindestlohn haben. Dies könnte eine Rundumbetreuung mit drei bis vier Schichten am Tag auf bis zu 15.000 bis 18.000 Euro im Monat hochtreiben, was kaum jemand leisten könne, sagte der saarländische VdK-Vorsitzende Armin Lang.

In dem Positionspapier wird die Bundesregierung aufgefordert, schnellstens passende arbeitsrechtliche Regelungen hinsichtlich Entlohnung, Arbeits- und Freizeit für die bundesweit etwa 700.000 osteuropäischen Betreuungskräfte zu schaffen und gleichzeitig für die von ihnen betreuten 300.000 Pflegebedürftigen Leistungen aus der Pflegeversicherung sicherzustellen. In dem Papier geht es auch um die Einführung von Qualitätsstandards.

Arbeitskammer-Geschäftsführerin Beatrice Zeiger betonte, dass auch die Betreuungskräfte in den Haushalten dringend rechtssichere und geregelte Arbeitsverhältnisse bräuchten. Betreuung in häuslicher Gemeinschaft bedeute, dass die Betreuerinnen und Betreuer im betroffenen Haushalt stetig anwesend sind. Das führe unter den derzeitigen Regelungen zwangsläufig immer wieder zu arbeitszeitrechtlichen Verstößen.

Was tut mir wirklich gut

Bücher

Was tut mir wirklich gut?

Als Pflegekraft stoßen Sie täglich an Belastungsgrenzen. Körperlich wie psychisch. Doch was ist Zeitknappheit, Stress oder Schichtdienst entgegenzusetzen? Wie ist es um Ihre Work-Life-Balance bestellt? Wie beugen Sie einem Burnout vor und tanken Lebensfreude? Dieser Leitfaden beschreibt Herausforderungen und Gegenmaßnahmen. Die Themenpalette reicht von Stress, Schlafstörungen und Helfersyndrom über Entspannungstechniken und Time-out bis zum Achtsamkeitstraining. Autor Toni Freialdenhoven schreibt aus der Pflegepraxis. Als Krankenpfleger und Lehrer für Pflegeberufe lädt er ein: „Reflektieren Sie die eigene Situation. Was können Sie selbst ändern? Was ist für Sie hilfreich und umsetzbar? Was tut Ihnen wirklich gut?“

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu verfassen, melden Sie ich bitte an.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung
Ok