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18. Mrz 2019 | News

AWO und Diakonie drohen mit Ausstieg aus ambulanter Pflege

Die Arbeitgeberverbände der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Diakonie drohen in Niedersachsen mit einem Ausstieg aus der ambulanten Pflege. Die Kassen vergüteten Pflegeleistungen nicht ausreichend, weshalb viele den Trägern zugehörige Pflegedienste kaum weiter überlebensfähig seien, so die Verbände.

Die Kassen vergüten die Leistungen in der ambulanten Pflege zu schlecht, sagen Diakonie und AWO in Niedersachsen. Die Träger drohen nun, sich aus der ambulanten Pflege zurück zu ziehen.Foto: Wilm Ihlenfeld / Adobe Stock

Sollten AWO und Diakonie ihren Worten Taten folgen lassen, wären 16.000 pflegebedürftige Menschen und 5.000 Pflegekräfte betroffen.

Gegenüber dem NDR Regionalmagazin "Hallo Niedersachsen" sagte Rüdiger Becker, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Dienstgeberverbands Niedersachsen (DDN): "Die Kassen produzieren seit Jahren einen erheblichen Druck auf uns und versuchen, uns als tarifgebundene Anbieter immer mit denen zu vergleichen, die nicht tarifgebunden sind und uns damit auch zu drücken." Als Lösung sehe Becker entweder eine bessere Vergütung seitens der Kassen oder aber die ambulante Pflege in Niedersachsen komplett einzustellen.

Die Forderungen der Verbände seien überzogen, so der Verband der Ersatzkassen (vdek). Zudem sei es "nicht redlich, für eigene finanzielle Interessen mit den Ängsten der Menschen zu spielen", so der vdek in einer Stellungnahme. Die finanziellen Leistungen der Pflegeversicherung seien durch den Gesetzgeber gedeckelt. Jede Preiserhöhung führe somit dazu, dass Pflegebedürftige weniger Pflege in Anspruch nehmen könnten oder die Angehörigen höhere Zuzahlungen leisten müssten.

Über die Zukunft sollen nun zwei Schiedsstellentermine am 21. März und Anfang April entscheiden.

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2 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

22. Mrz 2019

Ist der Zynismus noch steigerungsfähig? – Die Kassen, die seit Jahrzehnten jeglichen Beitrag zur Vermeidung des prognostizierten Pflegenotstandes haben vermissen lassen, klagen darüber, dass Dienstleister angesichts der schlechten Vergütungen in Betracht ziehen, die Leistung einzustellen? Zugleich haben die Krankenkassen 21 Milliarden Euro an Beiträgen angehäuft, die nicht für Leistungen für die Versicherten ausgegeben werden, das Vierfache dessen, was gesetzlich vorgesehen ist. Für die Einlagerung dieser Überschüsse zahlen die Krankenkassen lieber jährlich Millionen „Strafzinsen“ an Banken anstatt für Pflegevergütungen. Sparen um jeden Preis ist offenbar wichtiger als die bedarfsgerechte Bereitstellung von Leistungen, auf die die Versicherten einen Anspruch haben.

Unbekannter Nutzer

21. Mrz 2019

Wir als privater Pflegedienst sind nicht weniger betroffen. Wir sind gezwungen tarifliche Löhne zu zahlen, da wir ansonsten kein Pflegepersonal mehr für uns gewinnen können. Wir erhalten auch keine Bezuschussungen wie kirchliche Träger. Es werden vermutlich immer mehr ambulante Dienste schließen müssen. Die privaten Anbieter haben kein Druckpotential wie große Träger. Es gilt ambulant vor stationär. Dabei wird man Immer mehr ins „Aus“ geschossen. Wir können es aber nur begrüßen, dass große Träger versuchen Druck aufzubauen in der Hoffnung, dass sich dann flächendeckend für alle ambulanten Dienste etwas ändert.

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