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03. Aug 2018 | News

Claus Fussek: "Pflegenotstand ist hausgemacht"

Der Pflegenotstand ist "kein Tsunami, sondern hausgemacht." Das hat Pflegekritiker Claus Fussek im Interview mit dem Deutschlandfunk erklärt. Die Probleme seien seit Jahren bekannt und für jeden offensichtlich.

"Dieser Pflegenotstand ist kein Tsunami, sondern hausgemacht", erklärt Pflegekritiker Claus Fussek im Interview mit dem Deutschlandfunk.Foto: Steve Schrader

Bereits 1988 habe es den Pflegenotstand gegeben. "Natürlich kann weder ein Herr Spahn noch sonst jemand in der Politik die Pflegekräfte zaubern", sagt Fussek. Die vorhandenen Pflegekräfte verließen jedoch den Beruf, "weil sie am Ende sind." Zudem würden Auszubildende als Billigstarbeitskräfte genutzt – für Fussek eine "Perversität".

Die größten Probleme, so Fussek, seien die Arbeitsbelastung, Arbeitsbedingungen und das Arbeitsklima. "Der einfachste Nenner wäre doch zunächst mal, dass sich die Pflegekräfte untereinander solidarisieren würden", kritisiert er die mangelhafte gewerkschaftliche Organisation in der Pflege. Man müsse die Probleme offen und ehrlich benennen, nur dann könnten sich die Umstände verbessern.

Grundsätzlich gebe es in der Pflege zudem ein Systemproblem, erklärt der Kritiker. Es könne und dürfe nicht sein, dass mit Gesundheit und Krankheit an der Börse Rendite gemacht wird. "Ich weiß nicht, wer sich so ein perverses System ausgedacht hat."

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1 Kommentare

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03. Aug 2018

Ach Herr Fussek, Ihrem Eingangsstatement " der Pflegenotstand ist hausgemacht " möchte ich noch zustimmen. Aber in wessen Haus? Was Sie dann aber daraus machen ist billiger Klassenkampf. Wie viele ambulante Pflegedienst gibt es an der Börse? Wie werden die Patienten versorgt, das ist die Frage der Verantwortlichen im Pflegedienst, die dann immer wieder auch selber zu Pflege rausfahren. Sie als Krankenpfleger könnten einen wesentlich besseren Beitrag leisten, als den Klassenkampf zu propagieren, wenn Sie einfach mal in der Pflege arbeiten. Ja, die Pflegenden - auch die Menschen, die Pflege organisierenden - sind am Anschlag. Da halten die Verantwortlichen noch am längsten durch, weil man als "kleiner " Pflegedienstleiter persönlich haftend ist. Ihre implizit erwartete Motivation aus Edelmut und Nächstenliebe als Triebfeder unternehmerischer Tätigkeit geht auch an den Wünschen pflegender Unternehmer vorbei, die neben einer sinnvollen Arbeit auch die Hoffnung auf ein vielleicht etwas überdurchschnittliches Einkommen erhoffen - bei vollem Risiko. Oder soll es eine Behörde sein, die die Pflege organisiert?

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