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09. Jun 2020 | Häusliche Pflege-Blog

Die richtigen Kennzahlen in der Krise nutzen

Thomas Sießegger

Nun kehrt man allmählich eine neue Normalität ein, was die Wünsche der Kunden anbetrifft. Aber das Jahr ist noch nicht zu Ende. Wenn, was zu vermuten ist, einige Millionen Menschen von Kurzarbeit in die Arbeitslosigkeit gezwungen werden, wird sich auch das Zusammenspiel von pflegenden Angehörigen und den ambulanten Diensten wieder ändern. Ob dann, wenn es Medikamente oder eine Impfung gibt, und wenn diese die Einschränkungen wieder aufheben, ist es unwahrscheinlich, zur alten Normalität zurückzukehren.

Pflegedienste sollten jetzt gezielt durch Beratung gegensteuern, meint Thomas Sießegger. (Foto: Florentine Sießegger)


Das Inanspruchnahmeverhalten von Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes wird sich also weiterhin ändern. Dieses sollte jedoch nicht nur dem reinen Zufall überlassen werden, sondern auch durch Beratung gezielt steuern.

Zu beobachten ist derzeit unter anderem eine eine kürzere Verweildauer der Patienten, als auch immer noch eine Zurückhaltung bei der Inanspruchnahme von Hauswirtschaft und Betreuung. Alles bleibt in Bewegung.

Insofern möchten wir hier bei der Steuerung eines ambulanten Dienstes den Fokus insbesondere auf dieKennzahlen richten, die für die Neuausrichtung bzw. für die Wirtschaftlichkeit von besonderer Bedeutung sind.

  1. Das sind zum einen die Ausschöpfungsgrade der Sachleistungen in den einzelnen Pflegegraden 2 bis 5
  2. Zum anderen muss auch das Leistungsspektrum berücksichtigt werden, welches von den Kunden abgefragt wird

Aufgabe des Pflegedienstes wird es sein anhand dieser beiden Kennzahlen-Blöcke das Leistungsgesehen zu steuern, das heißt, ganz gezielt Einfluss in der Beratung zu nehmen, dass z. B. die Ausschöpfung in den Sachleistungen möglichst hoch ist – oder anders ausgedrückt, das besser etwas weniger Patienten versorgt werden (mit mehr Umsatz).

Zum anderen muss auch hinsichtlich der eigenen personellen Möglichkeiten darauf geachtet werden, dass Personal überhaupt sach- und fachgerecht eingesetzt werden kann.

Abschließend ist festzuhalten, dass im Jahr 2020 keine Kontinuität in der Leistungserbringung vorhanden sein wird und dass diese ständigem Wandel unterliegt.

Eine ausführlichere Version dieses Beitrags erfolgt im Juli 2020 in PDL-Praxis, dem Supplement in der Fachzeitschrift Häusliche Pflege.
Ich wollte mit diesen aktuellen Hinweis, der aus meiner Sicht sehr wichtig ist, nicht so lange zurückhalten.

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2 Kommentare

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Unbekannter Nutzer

13. Jul 2020

Sehr geehrter Herr Sießegger, diese Anmerkung zu meinem Kommentar findet meine volle Unterstützung! Mit freundlichen Grüßen K. Helios

Unbekannter Nutzer

12. Jul 2020

Sehr geehrter Herr Sießegger, mit diesen beiden Ratschlägen liegen Sie genau richtig, nicht nur in der Coronazeit. Die sonst von Ihnen so gelobten Kennzahlen halte ich jedoch als völlig überbewertet. Was heute in der Pflege gebraucht wird sind Leitungspersönlichkeiten, die alle ihre Mitarbeiter kompetent, menschlich und auf einer persönlichen vertrauten Ebene führen können. So kommt man auch durch große Krisen. Leider ist „Menschenführung“ kein entscheidendes Fach in der PDL-Ausbildung. Jeder setzt voraus, das dies jeder kann. Dem ist aber leider nicht so. Die Fähigkeit der Kennzahlenberechnungen bis auf der dritte Stelle hinter dem Komma ersetzen dies nicht. Mein Rat an alle Verantwortlichen, kümmert euch um die weichen Faktoren und dann um die Zahlen. Mit freundlichen Grüßen K. Helios

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