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09. Feb 2017 | Politik

Generalistik: Keine Chance mehr für Gesetzesreform?

Die Chancen auf eine schnelle Entscheidung in Sachen generalistische Pflegeausbildung sinken offenbar rapide. Wie die Redaktion Häusliche Pflege aus Berliner Regierungskreisen erfuhr, ist es nicht vorgesehen, das Thema in absehbarer Zeit in einem Koalitionsausschuss zu behandeln.

Künftig weiterhin getrennt? Pflegeschüler pauken nach wie vor nicht generalistisch.Foto: Werner Krüper

Vielmehr solle die Auseinandersetzung weiter auf Ebene der Fraktionen geführt werden. Die Regierungsfraktionen hatten sich allerdings in den vergangenen Wochen nach intensiver Diskussion nicht auf eine gemeinsame Gangart einigen können.

Während die SPD für eine gemeinsame Ausbildung für alle Pflegekräfte aus Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpflege ist, gibt es große Widerstände gegen diesen als Generalistik bezeichneten Weg. Unionsparlamentarier wie der CDU-Abgeordnete Erwin Rüddel wollen, dass nach einer gemeinsamen zweijährigen Ausbildung im dritten Jahr eine Spezifizierung auf eine der drei Ausbildungsschwerpunkte erfolgt.

Dass es noch vor der Bundestagswahl im Herbst dieses Jahres eine Lösung in der Frage der Pflegeausbildung gibt, wird damit immer unwahrscheinlicher. Branchenkenner zweifeln zudem an, dass eine neue Bundesregierung diesem Thema eine hohe Priorität einräumen wird.

Der Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, Dr. Markus Mai, bezeichnete die Information über diesen drohenden Stillstand in der Diskussion um die Generalistik als "katastrophal". "Das ist eine schallende Ohrfeige für die Pflege", sagte Mai auf Anfrage von Häusliche Pflege. Diese Entwicklung und die vorangegangene Auseinandersetzung werde Thema im Wahlkampf sein.

Sehen Sie auch das Video-Interview mit Markus Mai im Häusliche Pflege Web-TV. Darin erläutert Mai die Gründe, die aus seiner Sicht für die Generalistik sprechen.

Der Geschäftsführer des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Bernd Tews, betonte dagegen: "Alle Studien belegen eindeutig, keiner will die Generalistik. Weder die Krankenpflegekräfte in den Krankenhäusern noch, wie eine Vincentz-Umfrage belegt, die Leitungskräfte der Altenpflege aus der Wohlfahrt. Nahezu 200.000 Menschen sprechen sich in einer Petition gegen die Abschaffung der Kinderkrankenpflege aus." Auch Tews nahm bezug auf die bundestagswahl: "Wer bewusst die Sicherstellung der Versorgung der pflegebedürftigen Menschen aufs Spiel setzt, wird sich dafür verantworten müssen, vor den Wählern und vor den Berufsgruppen."

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