Created with Sketch.

23. Aug 2019 | News

Intensivpflege: Spahn verteidigt Gesetz und erntet weitere Kritik

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich im ARD-Morgenmagazin zum umstrittenen Referentenentwurf eines Reha- und Intensivpflegestärkungsgesetzes (RISG) geäußert.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (Archivfoto)Foto: BMG/Schinkel

"Es geht um diejenigen, die 24 Stunden, sieben Tage die Woche Intensivpflege brauchen und in der Regel nicht selbst entscheiden, wie sie gepflegt werden. Wachkoma-Patienten zum Beispiel", sagte er dort. Es gehe ausdrücklich nicht um Zwangseinweisungen. Der Minister stellte in der ARD jedoch klar: "Wer hauptsächlich von Angehörigen gepflegt wird, wer eine Assistenz hat, um all diese Menschen geht es nicht. Es geht auch nicht um all diejenigen, die am sozialen Leben teilnehmen können." Kinder und Jugendliche dürften grundsätzlich zu Hause bleiben. Betroffen seien auch nicht die vielen Patienten, die auf tragbare Sauerstoffgeräte angewiesen seien, sagte er.

Kurz nach Publikwerden des Referentenentwurfs war auf den Minister heftige Kritik von Betroffenen, Angehörigen und Verbänden eingeprasselt. Sein Gesetzentwurf führe zu einer fast ausnahmslosen Unterbringung von Beatmungspatienten in Kliniken, WGs und spezialisierten Pflegeheimen, lautet das Urteil nach Prüfung durch zahlreiche Interessenvertreter der außerklinischen Intensivpflege. 

Die Grünenpolitikerin Kordula Schulz-Asche nannte Spahns Erklärungen erschreckend: "Sollen also Menschen, die sich nicht mehr äußern können, in Einrichtungen verfrachtet werden, während diejenigen, die sich wehren können, Glück haben, zu Hause zu bleiben?" Die Bundesregierung müsse die Selbstbestimmungsrechte pflegebedürftiger Menschen achten.

Pia Zimmermann, Sprecherin für Pflegepolitik der Linksfraktion, sagte: "Der Protest wirkt: Minister Spahn rudert zurück! Angeblich beträfe das Intensivpflegegesetz nur Patientinnen und Patienten mit 24-Stunden-Intensivpflege, die nicht selbst entscheiden können. Aber wenn hunderte Betroffene einen Referentenentwurf anders lesen, ist er einfach schlecht gemacht."

 Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Rehabilitation und intensiv-pflegerischer Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (Reha- und Intensivpflege-Stärkungsgesetz – RISG) 

Stand: 24.7.2019 ( 166 kB )

In eigener Sache:

Aus aktuellem Anlass und wegen der Dringlichkeit der Situation für die außerklinische Intensivpflege in Deutschland werden der Gesetzesentwurf sowie das Thema Weaning ganz oben auf der Agenda der nächsten Entscheiderkonferenz Außerklinische Intensivpflege am 20. November in Berlin stehen. Das Konferenzprogramm wurde auf die neue Situation angepasst.Weitere Informationen: http://www.vincentz-akademie.de/Ambulantes-Management/6.-Entscheiderkonferenz-Ausserklinische-Intensivpflege

Die Entscheiderkonferenz findet im Rahmen des größten Branchentreffens der außerklinischen Intensivpflege in diesem Jahr statt: dem KAI Kongress 2019. Hier wird der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, den anwesenden Teilnehmern Rede und Antwort stehen. Mehr unter: www.kai-kongress.de

Zeitschrift Haeusliche Pflege

Zeitschriftenabo

Häusliche Pflege

Häusliche Pflege ist die Fachzeitschrift für Leitungs- und Führungskräfte von ambulanten Pflegediensten. Sie liefert eine Fülle fundierter Management-Tipps, die Sie in Ihren Entscheidungen stärken. Mit Erfahrungen und Expertenmeinungen aus der Praxis berät Sie Häusliche Pflege in Ihrem Berufsalltag und liefert exklusive Fachinformationen, mit denen Sie beim Verkauf Ihrer Pflegeleistungen ganz vorn dabei sind.

Das Abonnement beinhaltet neben Ihrer Zeitschrift Häusliche Pflege einen Zugang für bis zu 24 Webseminare im Jahr zu aktuellen Managementthemen in der ambulanten Pflege. Unter www.webinare.haeusliche-pflege.net erhalten Sie so zweimal im Monat die Gelegenheit, sich mit Experten aus der Branche auszutauschen.

Erscheinungsweise: Monatlich | 12 Ausgaben im Jahr


Sie haben die Wahl zwischen folgenden Abo-Modellen:


Jahresabonnement Kombi (Print & Digital)
Sie erhalten Ihr Fachmagazin Häusliche Pflege sowohl als gedruckte wie auch als digitale Version.

Ihre Vorteile:

  • Voller Komfort und Flexibilät für Ihren Informationsbedarf
  • Umfassender Überblick mit der Printausgabe
  • Archiv mit Suchfunktion, sowie Speicherung und Weiterleitung mit dem Digitalen Zugang

Jahresabonnement Print
Sie erhalten Ihr Fachmagazin Häusliche Pflege als gedruckte Ausgabe per Post zugeschickt.

Ihre Vorteile:

  • Aktuelle Fachinformationen und Tipps für Ihr Management auf 56 Seiten
  • Umfassender Überblick zum aktuellen Branchengeschehen
  • Druckfrisch und sofort griffbereit, exklusiv für Sie

Jahresabonnement Digital
Entdecken Sie Häusliche Pflege als digitale Ausgabe auf Ihrem Smartphone, Tablet oder PC.

Ihre Vorteile:

  • Jederzeit online abrufbar und von überall nutzbar
  • Archiv mit Suchfunktion nach bestimmten Themen oder Artikeln über alle Ausgaben seit Abobeginn
  • Speicherung und Weiterleitung interessanter Artikel im Pdf Format

* Abonnement jederzeit kündbar bei anteiliger Rückerstattung des Betrages

Tags

Das könnte Sie auch interessieren!

0 Kommentare

Sie sind aktuell nicht eingeloggt.

Um einen Kommentar zu verfassen, melden Sie ich bitte an.

Login
Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung
Ok