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16. Feb 2017 | News

Rechnet sich Nachtpflege?

Das bayerische Sozialministerium will die Nachtpflege mit drei Millionen Euro im Jahr fördern. Pflegeexperte Peter Wawrik befürwortet den Vorschlag, fordert aber auch im Vorfeld eine "inhaltliche Diskussion" zu dem Thema.

Foto: fotolia/Photographee.eu

"Wenn das Sozialministerium Projekte forcieren will, dann finde ich dies grundsätzlich gut, weil über neue Projekte manchmal neue Ideen sich entwickeln und dann weiter verbreitern. Eine inhaltliche Diskussion muss aber auch geführt werden: Nachtpflege benötigen Patienten, die einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus haben und sich als auch ihre Angehörigen massiv belasten. Daher ist die Idee der Betreuung in der Nachtpflege und die Entlastung der Angehörigen grundsätzlich gut", sagte Peter Wawrik auf Nachfrage von CAREkonkret im Januar.

Ein Zurückkommen am Morgen in die Häuslichkeit setzr aber wieder voraus, dass dann auch Angehörige am Vormittag bzw. am Tage anwesend sind. "Nach meinem Wissen kann je nach Diagnose der gestörte Tag-Nacht-Rhythmus medikamentös anders eingestellt werden, ohne dass ein "Dösen" Tag und Nacht stattfindet. Damit kann diese hohe Belastung für alle "verändert und reduziert" werden", so Warik.

"Es gibt in der ambulanten Pflege Touren, die schon bis in den späten Abend gehen. Und es gibt auch natürlich Nachteinsätze bei pflegerischen Notfällen, wo der Rettungswagen nicht benötigt wird. Vereinzelt findet man auch Pflegedienste, die ein Nachtpflegeangebot anbieten. Wie und ob dies tatsächlich auch angenommen wird, ist mir nicht bekannt. Organisatorisch ist dies ein größerer Aufwand, weil entsprechend Mitarbeiter für diese Einsätze geplant werden müssen und nach einem Nachteinsatz arbeitsschutzrechtlich mindestens zehn Stunden Unterbrechung bis zum nächsten Einsatz beachtet werden müssen. Intensivpflegedienste für Beatmungspatienten, die in Zwei- oder Drei-Schicht-Systemen arbeiten, haben hier Vorteile aufgrund ihrer Dienstplanstruktur. Insgesamt ist aber die Organisation und Finanzierung schwierig, weil die Kosten aus den Pflegesachleistungen finanziert werden müssen und es keinen separaten Topf wie z.B. in der Tagespflege gibt", gibt Wawrik zu bedenken.

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