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30. Mrz 2020 | Management

Senioren im Pflegeheim vor Covid-19 abschotten: Experten streiten über Maßnahmen

Bundesärztekammer-Chef Klaus Reinhardt regt an, Senioren während der Corona-Krise in Heimen einzuquartieren und dort vor Covid-19 abzuschotten. Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz widerspricht: Gerade in Pflegeheimen steige die Zahl der Infizierten.

Bundesärztekammer-Chef Klaus Reinhardt plädiert dafür, Senioren während der Corona-Pandemie in Pflegeheimen einzuquartieren, um sie dort besser vor Covid-19 zu schützen. Foto: Bundesärztekammer

Die Frage, ob mehr ältere Menschen in der Corona-Krise vorübergehend in Pflegeheimen einquartiert werden sollen, hat heftigen Streit unter Experten ausgelöst. Während der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, dies befürwortet, lehnt der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, den Vorschlag strikt ab. Reinhardt sagte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom 28.3.2020, in Deutschland lebe im Vergleich zu Italien ein deutlich höherer Anteil der Hochbetagten in Alten- und Pflegeheimen und nicht unter einem Dach mit Kindern und Enkelkindern. "Das kann im Kampf gegen die Pandemie ein entscheidender Vorteil sein", erklärte er.

Denn in Einrichtungen sei es eigentlich gut möglich, die besonders Gefährdeten vor Covid-19 abzuschotten. Mit Blick auf Familien, in denen Enkel und Großeltern zusammenleben, sagte der Ärztekammerpräsident: "Man muss auch in solchen Konstellationen nach Wegen suchen, ältere Familienmitglieder möglichst wenig direktem Kontakt mit Jüngeren auszusetzen." Das seien schwierige Fragen, "aber wir sollten uns ihnen stellen". Bei einer Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen "müssen wir die Risikogruppe besser schützen", fügte Reinhardt hinzu.

Brysch sagte am Samstag dem Evangelischen Pressedienst (epd), der Vorschlag Reinhardts sei "gefährlich ahnungslos". Schließlich steige gerade in vielen Pflegeheimen in Deutschland die Zahl der Opfer des Coronavirus an. "Die Nachrichten von infizierten Pflegebedürftigen und Pflegekräften sowie von Verstorbenen sind bedrückend", betonte Brysch. Es fehle an Atemschutzmasken, Brillen, Desinfektionsmitteln und Schutzkleidung: "Doch nichts geschieht, um diese Misere schnell zu beseitigen." Deshalb seien Pflegeheime gerade ein hochgefährlicher Ort für Pflegekräfte und alte Menschen. Nicht ohne Grund versuchten jetzt viele Angehörige eine Heimunterbringung ihrer pflegebedürftigen Verwandten zu verhindern, sagte Brysch.

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