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05. Aug 2021 | Fuhrpark

Der private Dienstwagen

Peter Wawrik und Lukas Wawrik

Bei Pflegediensten in einem überschaubaren Quartier können sich die Pflegekräfte durch Wege zu Fuß oder das Nutzen von Fahrrädern oder Mofas fortbewegen. In der Regel benötigen Pflegedienste jedoch Kfz, um zu den Patienten zu kommen. Es gibt Pflegedienste, die erwarten, dass Mitarbeiter ihre Privat-Kfz für Dienstfahrten einsetzen.
Auto KFZ Reihe Fuhrpark
In der Regel stellen Pflegedienste aber ihren Mitarbeitern Dienstwagen, mit denen die Patienten aufgesucht werden können. Dass Pflegedienste ihre Privat-Fahrzeuge nutzen wird immer seltener.
Foto: AdobeStock/stocksolutions

In der Regel stellen Pflegedienste aber ihren Mitarbeitern Dienstwagen, mit denen die Patienten aufgesucht werden können. Hier ist es wichtig, dass Regeln und Absprachen dafür gelten beziehungsweise vereinbart sind.  Die Regeln sind häufig in einer Dienstvereinbarung Kfz beschrieben, in der beispielsweise vereinbart ist, dass der Führerschein alle sechs Monate vorzulegen ist, dass der Fahrer ein Fahrtenbuch führen und sich um die Sauberkeit des Kfz kümmern muss, wie das Verhalten in einer Unfallsituation stattzufinden hat, etc. Zu klären ist weiterhin auch die Frage, welches unternehmerische Modell für den Fahrdienst bisher (und in Zukunft) gelten soll. Derzeit gibt es zwei Ansätze in Deutschland.

1. Das Modell „Zentraler Parkplatz“

Sie haben als Pflegedienst einen nahegelegenen Parkplatz, der Ihren gesamten Fuhrpark beherbergen kann. Morgens, mittags, nachmittags und abends findet auf dem Parkplatz häufig ein Kfz-Wechsel von Mitarbeitern statt, die mit ihrem privaten Kfz kommen, in die Büroräume des Pflegedienstes gehen, Unterlagen holen und dann in den Dienstwagen umsteigen.

Vorteil dieses Modells ist die Überschaubarkeit des Fuhrparks an einem Ort, die einfache Austauschmöglichkeit der Kfz beziehungsweise die Nutzung eines Kfz durch verschiedene Mitarbeiter, die zum Beispiel in Teilzeit tätig sind.Und im Rahmen zukünftiger E-Mobilität können an einem zentralen Parkplatz Ladesäulen errichtet werden.

Nachteil dieses Modells ist der erhöhte Kfz-Verkehr zu „Stoßzeiten“, die zusätzlichen Rüstzeiten im Büro (die geplant, aber zeitlich definiert werden sollten), der ökonomische und ökologische Mehraufwand, wenn Mitarbeiter z.B. mit ihrem Kfz von Zuhause beim Patienten vorbeifahren, um nach dem Kfz-Tausch wieder den halben Weg zurück fahren zu müssen.

2. Das Modell „Dezentrale Nutzung des Fuhrparks“

Bei diesem Modell nehmen die Mitarbeiter den Dienstwagen mit nach Hause (bereits hier der Hinweis: Steuerpflicht klären!) und die Tour kann beim ersten Patienten anfangen. Der Mitarbeiter kommt entweder im Laufe des Tages in den Geschäftsräumen des Pflegedienstes vorbei, wenn diese auf dem Weg liegen. Ansonsten manchmal je nach Region auch nur ein bis zweimal die Woche, beispielsweise zur Dienstbesprechung.

Vorteil dieses Modells ist die Möglichkeit, die Tourenplanung effizienter zu gestalten. Mitarbeiter können bei diesem Modell ein Kfz für den Früh- und Spätdienst teilen, wenn sie zum Beispiel in einem gemeinsamen Dorf wohnen. Die Kommunikation untereinander erfolgt über die mobilen Daten-Handys. Nachteile sind die geringere Flexibilität im Kfz-Tausch und ein erhöhter Aufwand bei notwendiger Reparatur oder Wartung und dem damit verbundenen Autotausch.

Der attraktive Pflegedienst der Zukunft

Neben einem fairen Gehalt, einer generations- und lebensphasenorientierten Personalpolitik, einer situativen Führung der Führungskräfte u.a. sind es auch individuelle und unterschiedliche Angebote, wie ein Kinderbetreuungszuschuss oder die Möglichkeit, ein Kfz dienstlich und auch privat nutzen zu können. Was bietet Ihr Pflegedienst Ihren Mitarbeitern? Stellen Sie u.a. auch Dienstwagen zur Verfügung? Und können Mitarbeiter den Dienstwagen mit nach Hause nehmen? Auch privat nutzen?

Die Überlassung des Dienstwagens auch für die private Nutzung ist ein aktuell gefragtes Thema, bedarf aber einiger Klärungen, sowohl für den Mitarbeiter als auch den Arbeitgeber. Beginnen wir mit den Vorteilen für den Mitarbeiter, wenn ein Dienstwagen auch mit nach Hause genommen und privat genutzt werden darf:

Aber auch für Sie als Arbeitgeber hat die Überlassung der Nutzung von Dienstwagen zu privaten Zwecken Vorteile:

Wie klingt das? Tatsächlich gibt es heute schon eine Reihe von Pflegediensten, die dies so ihren Mitarbeitern anbieten. Es gibt aber auch bei der Überlassung eines Dienstwagens (auch zu privaten Zwecken) einige Herausforderungen oder Nachteile, die gelöst werden wollen (vor allem unter Betrachtung kommender E-Kfz):

Peter und Lukas Wawrik sind Unternehmensberater bei der Unternehmensberatung ambulante und teilstationäre Pflege Wawrik Pflege Consulting. https://wawrik-pflege-consulting.de/

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Kostenstellenrechnung und Kostenträgerrechnung Pfl

Excel-Tabelle zur Erstellung einer eigenen Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung auf der Basis vorhandener Buchhaltungsdaten. Jeder ambulante Pflegedienst muss den Teilbereich Pflegeversicherung mit Erträgen und insbesondere mit Aufwendungen von den anderen Teilbereichen wie Krankenversicherung etc. trennen. Das ist eine verbindliche Vorgabe, die im Versorgungsvertrag nach § 71/72 SGB XI geregelt ist. Neben der Betriebstrennung ist es für einen Pflegedienst wichtig zu wissen, wie sich die Betriebsergebnisse in den Teilkostenstellen SGB XI, SGB V und Andere entwickeln, aber auch, ob die Erträge der Investitionskosten nach SGB XI auch die investiven Sachkosten nach SGB XI decken. Nur so ist ein Pflegedienst auch in der Lage, Entscheidungen über pauschale Vergütungssteigerungen beispielsweise im SGB XI zu treffen bzw. Einzelverhandlungen vorzubereiten. Die von Andreas Heiber schon 2002 entwickelte Darstellung (zuerst veröffentlich in "Kostenrechnung für die ambulante Pflege", Hannover 2002, mehrfach angepasst und aktualisiert, letzte Fassung beschrieben in: „Kostenrechnung und Vergütungsverhandlung, Stundensätze richtig kalkulieren“, Hannover 2017, erlaubt hier einen schnellen und einfachen Überblick. Die ausführliche Beschreibung der einzelnen Positionen finden Sie im aktuellen Buch auf Seite 51 bis 62. In der aktuellen Version finden Sie in der Datei auch den Musterkontenrahmen (Buch Seite 131 ff.) mit den Querverweisen auf die jeweiligen Positionen der Kostenrechnung. Hinweis: Die DATEV hat diese Gliederung der Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung in eine eigene Kostenrechnung für Pflegedienste umgesetzt, so dass Nutzer der DATEV-Buchhaltung diese direkt dort nutzen können. Beschreibung der Tabellen Kostenrechnung: Eingabe der Ertrags- und Aufwandskonten des Pflegedienstes sowie differenzierter Verteilungsschlüssel für die verschiedenen Personalblöcke, sowie für Verwaltungs- und Sachkosten. Dargestellt werden die Kostenstellen: Gesamtbetrieb, SGB XI, SGB V, Sozialhilfe, Privatleistungen, Trägerleistungen. Kostenträgerrechnung SGB XI: Automatische Übernahme der Daten aus der Kostenstelle SGB XI; Eingabe der Verteilungsschlüssel Körperbezogene Pflegemaßnahmen, Pflegerische Betreuung, Haushaltsführung, Beratung/Schulung, Fahrt-/Wegepauschalen. Die Darstellung erfolgt für diese verschiedenen Kostenträger.

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