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22. Feb 2022 | Fuhrpark

Lohnt sich der Ein- und Verkauf in der EU?

Jürgen Ohr

Durch die hohe Belastung gehen Pflegedienst-Fahrzeuge nach der Laufzeit meist ins Ausland. Das kann sich der Pflegedienst zunutze machen.
Auto Fuhrpark Finanzierung
Warum teure deutsche Preise beim Einkauf bezahlen, wenn die Fahrzeuge nach den Pflegedienstjahren ohnehin ins Ausland gehen, fragt Jürgen Ohr.
Foto: AdobeStock/SecondSide

Dass Pflegedienstfahrzeuge meist nicht pfleglich behandelt werden, ist eine Binsenweisheit. Tagtäglich werden zumeist von unterschiedlichen Personen Touren gefahren. Zeitdruck und Alltagsbelastung nehmen die Konzentration von der Straße. Das Ergebnis sind kaputte Reifen, Parkrempler, verstellte Fahrwerke und manchmal auch größere Schäden. Die hohe Anzahl an Kaltstarts und Kurzstreckenbetrieb hinterlassen zusätzlich noch Spuren in der Fahrzeugtechnik.

Sicher ist, dass ein Fahrzeug, das mehrere Jahre in einem ambulanten Pflegebetrieb im Einsatz war, aus Gewährleistungsgründen nicht mehr in Deutschland zugelassen wird. Aufkäufer nehmen die Fahrzeuge zu geringen Einkaufspreisen entweder dem Pflegeunternehmen direkt oder dem Autohaus ab und verkaufen diese an weitere Zwischenhändler für die jeweiligen Abnahmeländer. Bis diese Fahrzeuge dann bei ihrem nächsten Nutzer sind, verdienen drei bis vier Handelsstufen Geld.

Wer seinen Fuhrpark professionell führt, vermarktet seine Fahrzeuge genau deswegen über internationale Auktionen. Bei diesen Auktionen (z.B. Autobid) sind tausende lizenzierte Autohändler aus diversen Ländern Europas registriert, die sich gegenseitig im Preis überbieten. Sollte sich in einer Auktion doch keine Dynamik entwickeln, ist der Verkauf durch einen Mindestpreis abgesichert. Die Logistik vom Pflegedienstgelände bis in das jeweilige Käuferland übernimmt die Auktionsfirma.

Das Ergebnis: schnelle, absolut risikofreie Vermarktung, keinerlei Aufwand, revisionssichere Rechnung an ein deutsches Unternehmen – und das Beste: der Höchstpreis Europas für seine Fahrzeuge. Nicht selten erwirken die Verkäufer 2000-3000 Euro mehr für ihre Fahrzeuge als vergleichsweise die Inzahlungsgabe beim örtlichen Händler oder bei einem reisenden Aufkäufer.

Mit den andauernden Lieferschwierigkeiten der Hersteller ist zudem die Nachfrage im Gebrauchtwagenmarkt deutlich gestiegen und erhöht die Gewinnmargen in der Auktion noch mehr. Wer das Thema Internationalität im Fahrzeughandel für sich entdeckt, kann sich dann auch gleich die Fahrzeuge online im Ausland bestellen. Warum teure deutsche Preise beim Einkauf bezahlen, wenn die Fahrzeuge nach den Pflegedienstjahren ohnehin ins Ausland gehen. Hier sind Preisunterschiede von 25-35 Prozent zu erwirken.

Die einzige Hürde, die manche dabei sehen, ist der Service, den man vermeintlich nicht mehr von seinem örtlichen Autohaus bekommt, wenn man EU-Fahrzeuge einsetzt. Aber da kann man beruhigt sein. Erstens sind die Markenhändler verpflichtet, auch für diese Fahrzeuge die Garantieleistungen zu erbringen. Zweitens verdienen die meisten Autohändler nur noch in der Werkstatt das Geld, sodass sie um jedes Fahrzeug froh sind, auch wenn es nicht von ihnen verkauft wurde.

Sollte sich der örtliche Händler trotzdem verschließen, kann man mit seinem Pflegefuhrpark zu freien Meisterwerkstattketten wechseln, wie beispielsweise die Driver-Center (Pirelli). Diese bieten mittlerweile Wartungs- und Serviceverträge auch für gewerbliche Flotten an und führen die Arbeiten garantieerhaltend durch.

Praxistipp

Autor Jürgen Ohr ist Leiter TRIAS Business Solutions und Initiator des Portals www.meinfuhrpark.de

Weitere Fuhrparkthemen finden Sie auch im Themenspezial Fokus Fuhrpark und Mobilität.

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Kostenstellenrechnung und Kostenträgerrechnung Pfl

Excel-Tabelle zur Erstellung einer eigenen Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung auf der Basis vorhandener Buchhaltungsdaten. Jeder ambulante Pflegedienst muss den Teilbereich Pflegeversicherung mit Erträgen und insbesondere mit Aufwendungen von den anderen Teilbereichen wie Krankenversicherung etc. trennen. Das ist eine verbindliche Vorgabe, die im Versorgungsvertrag nach § 71/72 SGB XI geregelt ist. Neben der Betriebstrennung ist es für einen Pflegedienst wichtig zu wissen, wie sich die Betriebsergebnisse in den Teilkostenstellen SGB XI, SGB V und Andere entwickeln, aber auch, ob die Erträge der Investitionskosten nach SGB XI auch die investiven Sachkosten nach SGB XI decken. Nur so ist ein Pflegedienst auch in der Lage, Entscheidungen über pauschale Vergütungssteigerungen beispielsweise im SGB XI zu treffen bzw. Einzelverhandlungen vorzubereiten. Die von Andreas Heiber schon 2002 entwickelte Darstellung (zuerst veröffentlich in "Kostenrechnung für die ambulante Pflege", Hannover 2002, mehrfach angepasst und aktualisiert, letzte Fassung beschrieben in: „Kostenrechnung und Vergütungsverhandlung, Stundensätze richtig kalkulieren“, Hannover 2017, erlaubt hier einen schnellen und einfachen Überblick. Die ausführliche Beschreibung der einzelnen Positionen finden Sie im aktuellen Buch auf Seite 51 bis 62. In der aktuellen Version finden Sie in der Datei auch den Musterkontenrahmen (Buch Seite 131 ff.) mit den Querverweisen auf die jeweiligen Positionen der Kostenrechnung. Hinweis: Die DATEV hat diese Gliederung der Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung in eine eigene Kostenrechnung für Pflegedienste umgesetzt, so dass Nutzer der DATEV-Buchhaltung diese direkt dort nutzen können. Beschreibung der Tabellen Kostenrechnung: Eingabe der Ertrags- und Aufwandskonten des Pflegedienstes sowie differenzierter Verteilungsschlüssel für die verschiedenen Personalblöcke, sowie für Verwaltungs- und Sachkosten. Dargestellt werden die Kostenstellen: Gesamtbetrieb, SGB XI, SGB V, Sozialhilfe, Privatleistungen, Trägerleistungen. Kostenträgerrechnung SGB XI: Automatische Übernahme der Daten aus der Kostenstelle SGB XI; Eingabe der Verteilungsschlüssel Körperbezogene Pflegemaßnahmen, Pflegerische Betreuung, Haushaltsführung, Beratung/Schulung, Fahrt-/Wegepauschalen. Die Darstellung erfolgt für diese verschiedenen Kostenträger.

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