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Baden-Württemberg fördert sechs Modellprojekte für wohnortnahe Pflege

Das Land Baden-Württemberg und die Pflegeversicherung starten sechs Modellprojekte für eine wohnortnahe Pflege. Über das Förderprogramm „OrtsNahePflege BW“ fließen rund 14,3 Millionen Euro in Versorgungskonzepte in Überlingen, Mannheim, Schorndorf, Tübingen sowie den Landkreisen Lörrach und Tuttlingen. Bis Ende 2029 sollen insgesamt bis zu 31 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Petra Krebs
„Gute Pflege braucht den Mut, neue Wege auszuprobieren und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Genau hier setzt ‚OrtsNahePflege BW' an", erklärt Petra Krebs (Bündnis 90/Die Grünen), Staatssekretärin im Sozialministerium, die das Programm in Stuttgart vorgestellt hat. Foto: Lena Lux

Ziel der Förderung ist es nach Angaben des Ministeriums für Soziales, Arbeit und Gesundheit, dass pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich in ihrem Zuhause bleiben können. Petra Krebs, Staatssekretärin im Sozialministerium, stellte das Programm am 21. Juli in Stuttgart vor. „Gute Pflege braucht den Mut, neue Wege auszuprobieren und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Genau hier setzt ‚OrtsNahePflege BW‘ an“, erklärte Krebs. Die eingereichten Anträge zeigten nach ihren Worten, „wie viel Innovationskraft und Engagement in Baden-Württemberg vorhanden sind“.

Kommunen sollen stärkere Rolle übernehmen

Im Mittelpunkt der Modellvorhaben steht laut Mitteilung die gestärkte Rolle der Kommunen in der Pflege. Kommunen und Träger der Altenhilfe im ganzen Land entwickeln und erproben mit dem Programm neue Versorgungskonzepte, die auf die jeweiligen Bedarfe vor Ort zugeschnitten sind.

AOK koordiniert das Förderverfahren

Die AOK Baden-Württemberg ist federführender Landesverband der Pflegekassen für das Förderverfahren. „Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, genau hier setzen die Modellvorhaben an“, sagte Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Die Projekte leisteten einen Beitrag zur Weiterentwicklung wohnortnaher Unterstützungsmaßnahmen und tragfähiger Strukturen im Quartier.

Wissenschaftliche Begleitung bis 2029

Die Modellprojekte werden nach Angaben des Sozialministeriums wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Sie sollen zeigen, welche Ansätze sich in der Praxis bewähren, und Impulse für die Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung im Land liefern. Weitere Modellvorhaben sollen laut Ministerium im Laufe des Jahres folgen. Vom gesamten Fördervolumen bis Ende 2029 stellt das Land Baden-Württemberg bis zu rund 15,6 Millionen Euro bereit, die übrigen Mittel kommen von der sozialen und privaten Pflegeversicherung.