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„TI stürzt unangenehm oft ab“: Gematik plant Umbau
Die Digitalagentur Gematik hat auf der Jubiläumstagung des Bundesverbands der Krankenhaus-IT-Leiterinnen und -Leiter (KH-IT) in Berlin einen Umbau der Telematikinfrastruktur (TI) angekündigt. Geschäftsführer Florian Hartge räumte ein, die TI stürze „unangenehm oft“ ab. Die geplante TI 2.0 soll auch mobile Anwendungen in der Pflege ohne Medienbrüche ermöglichen.
Nach Angaben der Gematik, über die heise.de berichtet, war die Nutzung von TI-Anwendungen 2025 im Schnitt 25-mal pro Monat beeinträchtigt. 162 Störungen betrafen die elektronische Patientenakte (ePA), 164 das E-Rezept. Hartge zufolge nehmen kritische Fehler mit wachsender Nutzung nicht linear, sondern „annähernd exponentiell“ zu. An die ePA sind laut Gematik rund 160.000 Institutionen angebunden, allein in der Vorwoche seien 2,6 Millionen Dokumente hochgeladen worden.
17 Schritte für ein E-Rezept
Als Hauptursache benennt Hartge die gewachsene Komplexität der Architektur aus den 2000er-Jahren. Für das Einstellen eines E-Rezepts seien 17 technische Schritte nötig, für die Einlösung noch mehr. Falle eine Komponente aus, gebe es kein Rezept.
TI 2.0 setzt auf Zero Trust
Der Umbau zur TI 2.0 soll Hardware wie Konnektoren überflüssig machen und stattdessen softwarebasierte Dienste, digitale Identitäten und Zero-Trust-Sicherheit einführen. Die Kette der 17 Schritte will Hartge auf drei oder vier verkürzen. Erste Dienste wie der Proof of Patient Presence (PoPP) und das Versichertenstammdatenmanagement in der Ausbaustufe VSDM 2.0 befinden sich laut Gematik in der Pilotierung. Die vollständige Umstellung ist bis 2029 vorgesehen, die alte TI 1.0 soll bis Ende 2030 abgebaut werden.
Mobile Nutzung bei Hausbesuchen möglich
Durch den Verzicht auf stationäre Hardware verspricht sich Hartge nach eigenen Angaben spürbare Vorteile für den mobilen Einsatz. Digitale Anwendungen wie Verordnungen sollen künftig auch bei Hausbesuchen, in der Pflege oder im Notfall ohne Medienbrüche direkt vor Ort nutzbar sein. Kartengebundene Identitäten für ärztliche Fachkräfte sollen nach Angaben Hartges durch die EUDI-Wallet abgelöst werden.
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