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AGVP kritisiert „Pflege-Placebos“: Beratung ersetzt keine Versorgung

Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) übt Kritik an den geplanten Beratungs- und Begleitangeboten in der Pflegereform. Nach Angaben des Verbands nutzen nur drei Prozent der Leistungsbeziehenden die gesetzliche Pflegeberatung der Kassen. Statt neuer Beratungsstrukturen fordert der AGVP mehr Versorgungskapazitäten in Heimen und Diensten.

„Nur drei Prozent der Pflegebedürftigen nutzen die Pflegeberatung der Kassen, also fast niemand. Das Problem ist nicht fehlende Beratung, sondern fehlende Versorgung durch Überregulierung", erklärt AGVP-Präsident Thomas Greiner. Foto: Heiko Laschitzki

Die Bundesregierung setzt in ihrer Pflegereform auf zusätzliche Begleit- und Beratungsangebote. Der AGVP hält dies für einen falschen Ansatz. Der Verband verweist darauf, dass die bestehende Pflegeberatung der Pflegekassen nur von rund drei Prozent der Leistungsbeziehenden in Anspruch genommen werde. Der AGVP kritisiert: Pflegebedürftige brauchen Versorgung, keine Pflege-Placebos. Das Kernproblem liege nicht in fehlender Beratung, sondern in fehlender Versorgung durch Überregulierung.

Verband sieht Reform an Nebenschauplätzen

AGVP-Präsident Thomas Greiner kritisiert die Ausrichtung der Reform deutlich. „Nur drei Prozent der Pflegebedürftigen nutzen die Pflegeberatung der Kassen, also fast niemand. Das Problem ist nicht fehlende Beratung, sondern fehlende Versorgung durch Überregulierung“, erklärt Greiner.

„Beratung ersetzt keine Pflege“

Greiner stellt Beratungs- und Digitalangebote grundsätzlich in Frage. „Beratung ersetzt keine Pflege, Orientierung ersetzt keinen Pflegedienst, ein digitales Cockpit ersetzt keinen Pflegeheimplatz“, so der AGVP-Präsident. Wenn „Oma gestürzt und Opa überfordert“ sei, wünschten sich Familien keinen Wegweiser, sondern konkrete Hilfe.

Forderung nach besseren Investitionsbedingungen

Der Verband fordert einen grundlegenden Kurswechsel in der Pflegepolitik. Um die „Pflegewelle der Babyboomer“ bewältigen zu können, müsse Versorgung durch Heime und Dienste ermöglicht werden, so Greiner. Nötig seien dafür bessere Investitionsbedingungen, fairer Wettbewerb und weniger Regulierung. Die Pflegepolitik müsse sich endlich von den bisherigen Nebenschauplätzen lösen.

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