Arbeitshilfen

Quick-Check: Wie finanziere ich mein Quartier?

Die Anschubförderung läuft, doch was kommt nach 36 Monaten? Die Finanzierung von Versorgungsquartieren über die Projektphase hinaus gilt als zentrale Hürde für Träger, Kommunen und Wohnungswirtschaft. Berater Torsten Anstädt hat dazu ein standardisiertes Prüfraster entwickelt und präsentiert es Ende September auf einer Fachkonferenz in Hannover.

Foto: AdobeStock/Shawn Hempel

Nach Darstellung von Anstädt ist die Frage der dauerhaften Finanzierung das beherrschende Thema in seinen Fortbildungen. Ein tragfähiges Konzept allein trage weder die Stelle einer Quartiersmanager:in noch Räume oder laufende Angebote. Personal-, Sach- und Investitionskosten – etwa für eine Begegnungsstätte – folgten jeweils eigenen Regeln. Für den Start lasse sich häufig eine Förderung auftreiben; offen bleibe, was nach zwölf, 24 oder 36 Monaten geschieht. Anstädt argumentiert, ein Quartier sei keine befristete Maßnahme, sondern eine langfristig angelegte Versorgungsstruktur.

Eine allgemeingültige Antwort gebe es nicht. Ausschlaggebend sei zunächst die Trägerkonstellation: Wer initiiert das Quartier, wer stellt den Antrag, wer betreibt es später – eine Kommune, ein Pflege- oder Wohlfahrtsträger, die Wohnungswirtschaft oder ein Verbund mehrerer Partner? Jede Variante eröffne laut Anstädt andere Förder- und Refinanzierungsoptionen und stelle eigene Anforderungen

Aus diesen Fragen hat Anstädt nach eigenen Angaben einen standardisierten Quick-Check für die kurz- und langfristige Quartiersfinanzierung abgeleitet. Ausgangspunkt ist das zuvor im sogenannten Quartiers-Canvas erarbeitete Betreibermodell. Darauf aufbauend würden Kosten erfasst, mögliche Kostenträger zugeordnet und Finanzierungswege geprüft – von kommunalen Mitteln über Landesprogramme und Stiftungen bis zu Leistungen und Fördermöglichkeiten aus den Sozialgesetzbüchern V, IX, XI und XII.

Ob Dorf, Stadtteil oder großstädtisches Quartier: Die Rahmenbedingungen unterschieden sich, der Bedarf an einer belastbaren Finanzierungsplanung bleibe gleich.

Erstmals öffentlich zeigen will Anstädt das Modell am 30. September 2026 auf der Häusliche Pflege Konferenz „Versorgungsquartiere – planen und betreiben“ in Hannover. Vorgesehen sind ein Impulsvortrag zu Versorgungsquartieren als Wirtschaftlichkeitsmotor sowie eine Vertiefung im anschließenden Workshop-Forum, in dem der Finanzierungsplan live durchgespielt werden soll. Adressiert sind Verantwortliche, die ein Quartier planen, betreiben oder weiterentwickeln. (ck)

Weitere Informationen zur Häusliche Pflege Konferenz „Versorgungsquartiere – planen und betreiben“ am 30. September 2026 in Hannover: https://www.haeusliche-pflege.net/vn-events/versorgungsquartiere/

Anzeige: