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TI-Erfolg-Teams: Entwickler-Betreiber-Tandems
Softwareentwickler und IT-Dienstleister sind nun gefordert, in der Produktentwicklung voran zu gehen und so den TI-Anschluss der Pflegebranche zu ermöglichen.
Bei der Anbindung an die Telematikinfrastruktur brauchen Pflegedienste und -einrichtungen vor allem das Knowhow starker Partner auf Seiten der IT-Dienstleister und Software-Entwickler. Weil diese spezialisierten Software- und Abrechnungsdienstleister die Bedürfnisse ihrer Kunden in punkto Technik genau kennen, sind sie auch bei der Umsetzung der praktischen TI-Anbindung der „Ansprechpartner Nr. 1“ für die Pflegebetriebe. Sie beraten die Pflegeunternehmen bei der Installation und Anschaffung der erforderlichen Hardware-Komponenten und schulen die Anwenderinnen und Anwender in der Handhabung der neuen Technik. So stellen sie sicher, dass die eingesetzten Softwarelösungen in den TI-Kommunikationsnetzwerken mit den anderen beteiligten Akteuren (Kostenträger, Ärzteschaft, Apotheken etc.) funktionieren.
Die gematik setzt den Rahmen und erteilt Zulassungen
Dabei ist den IT-Unternehmen seitens der gematik, die bei der Zulassung von Komponenten und Diensten in der TI den Hut auf hat, ein klar definierter Rahmen gesetzt. In ihrem Fachportal definiert die gematik eigenen Angaben zufolge „in normativen Konzepten und Spezifikationen interoperable IT-Standards für alle Komponenten und Dienste in der TI“.
Die gematik ist die offizielle Zulassungsstelle für sämtliche TI-Produkte sowie für Anbieter operativer Betriebsleistungen und weiterer Anwendungen. Wenn diese nachweisen können, dass die Anforderungen aus den normativen Steckbriefen der gematik eingehalten werden, erteilt die Agentur Zulassungen und Bestätigungen für die TI.
Gemeinsam mit den anwendenden Pflegeunternehmen bildeten IT-Unternehmen auch schon in der zurückliegenden Start- und Aufbauphase der Telematikinfrastruktur das entscheidende „Entwickler-Betreiber-Tandem“. Es testete schon bislang TI-Anwendungen wie zum Beispiel KIM in der Praxis von Modellprojekten, identifiziert Schwachstellen und lässt die TI so Schritt für Schritt immer leistungsfähiger werden.
Im täglichen Tun, Ausprobieren und Verbessern der technischen Komponenten gewährleisten IT- und Pflegebranche künftig auch im Regelbetrieb den notwendigen Theorie-Praxis-Transfer beim Aufbau und der Weiterentwicklung einer funktionierenden Telematikinfrastruktur. Schlüsselbegriffe dabei lauten „TI as a Service“ bzw. „TI-Gateway“. Dahinter verbergen sich Full-Service-Angebote von Dienstleistern, mittels derer die TI-Anbindung etwa über Hightech-Konnektoren in Rechenzentren herzustellen ist. Diese Weiterentwicklungen, sei es als „TI as a Service“ oder als TI -Gateway, werden vielen kleineren Pflegeunternehmen die Bürde abnehmen, selbst Konnektoren anschaffen zu müssen. Und sie sind wichtiges Beispiel dafür, wie die Erfolgs-Tandems aus Entwicklern und Anwendern bei der TI-Anbindung zusammenarbeiten.
Nur funktionierende Technik garantiert Akzeptanz
Entscheidend für die Akzeptanz der TI auf Seiten der Pflegeunternehmen wird nun sein, dass diesen die Anschaffung und der Betrieb der TI-Anwendungen zum Einen refinanziert wird. Und auch, dass die Anwendungen im Praxistest tatsächlich bestehen. Dies war nämlich in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Anna Leonhardi, Geschäftsführerin des Deutschen Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP), der auch Gründungsmitglied des Verbändebündnisses Digitalisierung in der Pflege ist, unterstrich diesen Aspekt auf redaktionelle Nachfrage von Häusliche Pflege Anfang 2024 wie folgt: „Eine reine Anbindung an die TI ist erreichbar, wenn die IT-Infrastruktur bei Trägern und Einrichtungen stimmt. Jedoch bedarf es auch einer auskömmlichen, soliden Refinanzierung, die nicht nur den technischen Aufwand, sondern auch den personellen und strukturellen Aufwand berücksichtigt, und entsprechender Anwendungsfelder, die nicht ,für‘ die Pflegeeinrichtungen, sondern ,mit‘ den Pflegeeinrichtungen aufgestellt und mit Leben gefüllt werden. Zudem muss die Technik zeitgemäß sein. Eine Anbindung über veraltete technische Modelle ist nicht praktikabel, da sie weiteren Mehraufwand zu dem ohnehin bestehenden Mehraufwand durch die Einführung/Umsetzung der TI entsteht und so auch die Akzeptanz verringert.“ In 2024 müsse sich nun erweisen, ob mit einer neuen TI 2.0 „die Anbindung leichter wird und die digitalen Identitäten ebenfalls Vorteile bringen“, sagte Leonhardi.
TI-Atlas 2026: 50 Prozent der Pflegeeinrichtungen an TI angeschlossen
Die gematik GmbH hat ihre jährlich erhobene Studie zur Nutzung, Akzeptanz und Wirkung der Telematikinfrastruktur und digitaler Anwendungen, den „TI-Atlas 2026“, veröffentlicht. Diesem zufolge etabliert sich die ePA in der Versorgung, das TI-Gateway sorgt für mehr Stabilität und digitale Anwendungen entfalten konkrete Wirkung“, so das aktuelle Fazit der gematik. Für die größte jährlich erhobene Studie zur Nutzung, Akzeptanz und Wirkung der Telematikinfrastruktur und digitaler Anwendungen wurden die Befragungsergebnisse von etwa 5.000 Einrichtungen und 1.400 Versicherten ausgewertet.
Ein Schwerpunkt der Befragung war die ePA, die sich in der Versorgung etabliert hat. Knapp 70 Prozent der Arztpraxen nutzen sie inzwischen intensiv. Auch Krankenhäuser setzen sie zunehmend ein: Etwa 50 Prozent arbeiten mit der ePA – drei Viertel davon bereits krankenhausweit. Aufgrund der Komplexität beschränke sich die Nutzung in den Krankenhäusern „aktuell teilweise noch auf einzelne Anwendungsfälle und Funktionen“, teilt die gematik mit.
Mit dem elektronischen Medikationsplan wird die elektronische Medikationsliste (eML) zu einer umfassenden digitalen Medikationsübersicht weiterentwickelt. Ein Drittel der mehr als 5.000 befragten Einrichtungen bewertet den eMP als den Digitalisierungsschritt mit dem aktuell größten Nutzen für die Versorgung.
Zu den Herausforderungen im aktuellen Versorgungsalltag berichten zwei Drittel der Arztpraxen von Problemen durch fehlende Medikationspläne oder hohem Aufwand bei Aktualisierungen und Übernahmen von Fremdplänen. Ähnliche Schwierigkeiten nennen auch Apotheken und Pflegeheime. Entsprechend erwarten zwei Drittel der befragten Einrichtungen, dass sich mit der Einführung des elektronischen Medikationsplans im Jahr 2026 die Vollständigkeit und Aktualität der Medikationsinformationen verbessern.
Während Anwendungen wie die ePA in Arztpraxen und Krankenhäusern zunehmend verankert sind, verdeutlicht der TI-Atlas zugleich weitere notwendige Entwicklungsschritte. Bei Pflegeeinrichtungen stehe vor allem der aktuelle Umsetzungsstand der verpflichtenden TI-Anbindung im Fokus: „Etwa die Hälfte der Pflegeeinrichtungen ist inzwischen an die TI angeschlossen. Der weitere Ausbau der digitalen Vernetzung bleibt damit ein wichtiger nächster Schritt“, stellt die gematik fest.
Fachportal zum Thema
Im „fachportal gematik“ informiert die Agentur umfassend u.a. über aktuelle betriebliche Ereignisse im Rahmen der TI und gibt einen Gesamtüberblick über alle TI-Anwendungen. Diverse Informationsblätter informieren Leistungserbringer u.a. zu Hardware- und Software-Anforderungen, um an die TI angeschlossen werden zu können. Auch listet die gematik hier die Primär-Softwaresysteme, deren Einsatz in der TI sie bestätigt hat.
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