Pflegepraxis
Pflegedokumentation: Was ist nötig und was nicht?
Zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation wurde ein neues Informationsportal vorgestellt. Unter anderem soll über Mythen im Zusammenhang mit der Pflegedokumentation aufgeräumt werden.
Ab sofort werden auf der Homepage www.klartext-pflegedokumentation.bayern.de der „Initiative Klartext Pflegedokumentation“ Informationen zu notwendiger und unnötiger Pflegedokumentation zur Verfügung gestellt.
Darauf hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach (CSU) hingewiesen. Gerlach betonte: „Immer wieder höre ich, dass im Pflegebereich zu viel dokumentiert wird, obwohl es pflegefachlich nicht erforderlich wäre. Wir müssen die überbordende Bürokratie in der Pflege eindämmen, um Erleichterungen für die Beschäftigten im Arbeitsalltag zu schaffen. Die Pflegekräfte wollen sich um die Menschen kümmern – und nicht die meiste Zeit am Schreibtisch verbringen.“
Die Ministerin ergänzte: „Hier setzen wir an und daher stellen wir auf der Homepage www.klartext-pflegedokumentation.bayern.de Informationen zur Pflegedokumentation bereit, die wir gemeinsam mit Vertretern der Prüfinstanzen in unserer ,Initiative Klartext Pflegedokumentation‘ erarbeitet haben. Damit möchten wir Pflegekräfte in den bayerischen Einrichtungen der ambulanten und stationären Langzeitpflege dabei unterstützen, übermäßige Dokumentation bei sich zu identifizieren und abzubauen.“
Die Ministerin unterstrich: „Klar ist: wir wollen die Dokumentation im Pflegebereich auf das Wesentliche reduzieren. Dafür geben wir den Pflegenden über unsere Homepage konkrete Hilfestellungen an die Hand, wie eine fachlich angemessene Pflegedokumentation aussehen sollte. Durch Aufklärung mit Hilfe des ‚Faktencheck Pflegedokumentation‘ wollen wir für Entlastung sorgen. Damit Missverständnisse rund um die Pflegedokumentation richtiggestellt werden.“
Prof. Dr. Claudia Wöhler, Vorstandsvorsitzende des Medizinischen Dienstes Bayern sagte: „Mit der ‚Initiative Klartext Pflegedokumentation‘ wollen wir die Pflegepraxis noch stärker unterstützen. Von zentraler Bedeutung ist hierbei, dass wir die Anforderungen an die Pflegedokumentation zwischen dem Medizinischen Dienst Bayern und der Heimaufsicht (FQA) besser abstimmen. Wir brauchen verlässliche und gemeinsam abgestimmte Informationen. Dies geschieht u. a. auch durch eine Aufklärung über Mythen im Zusammenhang mit der Pflegedokumentation. Eine weitere Maßnahme sind abgestimmte Schulungsinhalte für die Prüferinnen und Prüfer von FQA und Medizinischem Dienst Bayern, um eine gleichartige Bewertung der Pflegedokumentation in den Prüfungen zu erreichen.“
Rüdiger Erling, Leiter der Abteilung pflegefachliche Aufgaben des Bayerischen Landesamts für Pflege (LfP) ergänzte: „Für unsere Arbeit ist es sehr wichtig, dass wir Feedback von Ihnen, den Expertinnen und Experten aus der Praxis, bekommen. Bitte reden Sie Klartext mit uns! Ihre Rückmeldungen und Fragen können Sie gerne per Mail an ikp@lfp.bayern.de schicken. Wir sind aber nicht nur Ansprechpartner für Sie, wir organisieren darüber hinaus gemeinsam mit der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) ein Netzwerk für die nach EinSTEP qualifizierten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in Bayern.“
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