Management

Wie Pflegedienste von der neuen Verhinderungspflege profitieren – und was jetzt zu tun ist

Die ambulante Pflege steht unter Druck – und am Vorabend politischer Veränderungen zugleich vor neuen Möglichkeiten. Michael Küppers, langjähriger Berater für ambulante Pflegedienste, kennt die Lage aus der Praxis: „Viele Fragen brennen den Diensten aktuell unter den Nägeln – von der Refinanzierung der Personalkosten über Tariftreue bis hin zur Nutzung neuer Leistungsansprüche.“ Auf dem LUNA-Kongress – der Leitkongress und Netzwerkplattform für die ambulante Pflege – bietet er daher am 11. September 2025 ein neues interaktives Format an: „Auf einen Kaffee mit Michael Küppers“ – eine offene fachliche Sprechstunde zu aktuellen Brennpunkten.

Grafik: BERND STUHLMANN/Vincentz Network

Ab dem 1. Juli 2025 wird der neue gemeinsame Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege nach § 42a SGB XI eingeführt. Das bedeutet: Mehr Geld für die Versorgung – aber auch mehr Verantwortung für die Dienste. „Pflegedienste sollten jetzt aktiv werden und überlegen, wie sie dieses Mehr an Leistung konkret anbieten können“, rät Küppers. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Dokumentation gegenüber den Pflegebedürftigen deutlich. Die Botschaft ist klar: Wer die neuen Spielräume nutzen will, braucht gut vorbereitete Abläufe – und eine vorausschauende Planung.

Vergütungsverhandlungen: Langsam, aufwendig – aber nicht aussichtslos

Ein weiteres Dauerthema: die schleppenden Vergütungsverhandlungen. „Leider sind viele Pflegesatzverhandler aktuell nicht in der Lage, die Antragsflut zeitgerecht zu bearbeiten“, so Küppers. Vielerorts werde zudem mit Nachfragen und Anforderungen operiert, die für die Dienste schwer nachvollziehbar seien. Besonders beim Nachweis der Tariftreue würden wirtschaftliche Prüfmechanismen unangemessen ausgelegt: „Plausibilitätsprüfung ist nicht gleich Wirtschaftsprüfung“, stellt Küppers klar. Dennoch ermutigt er dazu, strukturiert in die Verhandlung zu gehen und sich nicht entmutigen zu lassen. Im Gespräch auf dem Kongress will er konkrete Hinweise geben, wie sich Prozesse beschleunigen und Stolpersteine umgehen lassen.

Austausch auf Augenhöhe – mit lösungsorientierten Impulsen

Was genau erwartet die Teilnehmenden beim neuen Format? Keine Vorträge, keine PowerPoints – sondern Gespräch, Reflexion und Impulse. „Ich freue mich auf den fachlichen Austausch bei einem Heißgetränk“, sagt Küppers. Ziel sei es nicht, alle Anliegen abschließend zu klären – wohl aber, Denkanstöße zu geben und Lösungswege aufzuzeigen. Wer möchte, kann schon im Vorfeld Fragen einreichen.

Für Küppers ist die LUNA ein Ort, an dem nicht nur informiert, sondern auch vernetzt und inspiriert wird. Sein Fazit: „Die LUNA ist eine Anlaufstelle für Netzwerker – und eine Chance, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.“

Mehr zum Kongress finden Sie auf der Eventwebsite