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Hohe Abbruchquoten in der Pflegeausbildung belasten Branche

Die generalistische Pflegeausbildung verzeichnet steigende Anmeldezahlen, doch bundesweit bereiten hohe Abbruchquoten der Branche große Sorgen. Während die Pflegeeinrichtungen händeringend nach Fachkräften suchen, schaffen viele Auszubildende den Abschluss nicht. Ein Beispiel aus Heidenheim zeigt die Problematik, mit der Pflegeschulen in ganz Deutschland konfrontiert sind.

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Viele Auszubildende brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab - in Heidenheim sind es bis zu 35 Prozent. Foto: macondos/AdobeStock

Die generalistische Pflegeausbildung in Heidenheim verzeichnet wieder mehr Auszubildende, doch bis zu 35 Prozent brechen vorzeitig ab. Sprachprobleme bei Migranten sind häufiger Grund, wie Diana Moll, Koordinatorin der Pflegeausbildung im Landratsamt Heidenheim, dem Bildungsausschuss berichtete, so die Heidenheimer Zeitung.

Auslastung der Ausbildungsplätze steigt wieder

Seit 2020 vereint die generalistische Pflegeausbildung die früheren Berufsbilder Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege. In Heidenheim bieten zwei Schulen diese Ausbildung an: die Maria-von-Linden-Schule mit 64 Plätzen und die Berufsfachschule am Klinikum mit 31 Plätzen.

Nach einem Rückgang der Auszubildendenzahlen in den ersten Jahren nach Einführung der generalistischen Ausbildung steigt die Nachfrage inzwischen wieder deutlich. An der Maria-von-Linden-Schule sind für die Ausbildungsstarts 2024 und 2025 alle 64 Plätze belegt. Auch die Berufsfachschule am Klinikum verzeichnet mit 30 Auszubildenden im Jahr 2024 und 28 für 2025 eine gute Auslastung.

Hohe Abbruchquoten bereiten Sorgen

Trotz der positiven Entwicklung bei den Anmeldezahlen zeigt sich ein problematischer Trend: Viele Auszubildende brechen ihre Ausbildung vorzeitig ab. Besonders deutlich wird dies am Klinikum, wo vom Jahrgang 2023 nur noch die Hälfte der ursprünglich 28 Auszubildenden die Ausbildung fortsetzt. Auch beim aktuellen Jahrgang 2024 haben bereits zehn von 30 Auszubildenden aufgegeben.

An der Maria-von-Linden-Schule zeigt sich ein ähnliches Bild. Vom Jahrgang 2020 brachen 20 von 50 Schülerinnen und Schülern die Ausbildung ab, vom Jahrgang 2023 fehlen bereits elf von 47 Auszubildenden.

Sprachprobleme als Hauptursache

Laut Diana Moll sind Sprachschwierigkeiten ein Hauptgrund für Ausbildungsabbrüche. Bis zu 70 Prozent der Auszubildenden haben einen Migrationshintergrund. Um diesem Problem entgegenzuwirken, wurde im Januar 2023 das Projekt „Assistierte Ausbildung für Pflegekräfte“ der AWO Heidenheim ins Leben gerufen.

Das vom Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt unterstützt sowohl angehende Auszubildende mit Migrationshintergrund in der Vorbereitung als auch Personen, die sich bereits in der Ausbildung befinden, unter anderem mit Sprachunterricht. Die Maßnahme zeigt bereits Wirkung: Die Gesamtabbruchquote beider Schulen konnte von knapp 35 Prozent im Kursjahr 2023/2024 auf knapp 18 Prozent im aktuellen Kursjahr 2024/2025 reduziert werden.

Weitere Herausforderungen

Neben Sprachproblemen führen auch erhebliche Fehlzeiten zum Ausbildungsabbruch. Die Gründe dafür sind vielfältig: Langzeiterkrankungen, persönliche Lebensumstände oder mangelndes Interesse. Zu hohe Fehlzeiten können dazu führen, dass Auszubildende nicht zur Abschlussprüfung zugelassen werden.

Ein weiteres Problem stellt der Lehrkräftemangel dar. Der Landkreis hat daher zwei Stipendien für Studierende der Pflegepädagogik ausgeschrieben. Die Stipendiaten erhalten für maximal zwei Jahre monatlich 300 Euro, wenn sie sich verpflichten, später an den Pflegeschulen des Landkreises zu unterrichten.

Auch die Praxisplätze werden knapp. Die Stationen im Klinikum sind an ihrer Belastungsgrenze, was die Aufnahme von Pflegeschülern betrifft. Besonders problematisch ist die Situation im Bereich der Kinderpflege, wo kaum Einrichtungen bereit sind, Pflegeschüler aufzunehmen.