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Geriatrie-Experte Cornel Sieber erhält Lebenswerk-Preis der DGG

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie würdigt Professor Cornel Sieber für sein jahrzehntelanges Engagement in der Altersmedizin. Der 65-jährige Mediziner prägte die Entwicklung der Geriatrie in Deutschland und Europa maßgeblich mit. Er gilt als Vordenker und engagierte sich als Fürsprecher für ältere Generationen.

Cornel Sieber
Der Geriatrie-Experte Prof. Dr. Cornel Sieber hat den Lebenswerk-Preis der DGG erhalten. Foto: Torben Brinkema

Prof. Cornel Sieber hat den Lebenswerk-Preis der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) erhalten. Die Auszeichnung wurde ihm beim aktuellen Geriatrie-Kongress in Weimar verliehen, wie die DGG mitteilt. Laut DGG-Präsident Professor Michael Denkinger würdigt die Gesellschaft damit „einen Wissenschaftler, Brückenbauer und Fürsprecher der älteren Generation, der seit Jahrzehnten die Entwicklung der Geriatrie in Deutschland und Europa als Vordenker maßgeblich gestaltet“.

Der 1959 in Basel geborene Sieber äußerte sich erfreut über die Ehrung: „Die Verleihung des Lebenswerk-Preises der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie erfüllt mich mit großer Freude“, erklärte der Preisträger laut DGG. Er betonte, dass die Altersmedizin „höchste wissenschaftliche Ansprüche mit tiefem menschlichem Engagement“ verbinde und „den ganzen Menschen in den Mittelpunkt“ stelle.

Forschung zwischen Grundlagenwissenschaft und Patientenversorgung

Siebers wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich laut DGG auf zentrale Bereiche der Altersmedizin. Dazu gehören Gebrechlichkeit, Multimorbidität und Versorgungsstrukturen sowie die individuelle Betreuung geriatrischer Patienten. Weitere Schwerpunkte bilden die Ernährungsmedizin, Multimedikation, Sarkopenie und Palliativmedizin, wie die Gesellschaft mitteilte.

DGG-Präsident Denkinger hob hervor, dass Sieber „entscheidende Impulse“ für die Altersmedizin geliefert habe. „Durch sein unermüdliches Wirken konnten Erkenntnisse zu Gebrechlichkeit, Multimorbidität, Versorgungsstrukturen und individueller Betreuung geriatrischer Patientinnen und Patienten in die Praxis transferiert werden“, erklärte Denkinger laut DGG. Siebers Arbeiten hätten Standards gesetzt und „die Brücke zwischen Grundlagenwissenschaft, klinischer Forschung und Patientenwohl geschlagen“.

Der Mediziner betont laut DGG die Notwendigkeit lokal fundierter Forschungsdaten und setzt sich für die internationale Harmonisierung geriatrischer Standards ein. Neben seiner Forschungstätigkeit begleitet Sieber bis heute Nachwuchsmediziner und trägt als Mentor zur Entwicklung des Faches bei, wie die Gesellschaft mitteilte.

Sieber prägt die deutsche Altersmedizin bereits seit 2001, als er eine Professur für Innere Medizin/Geriatrie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg übernahm. Parallel leitete er laut DGG von 2001 bis 2013 die Geriatrie am Klinikum Nürnberg und fungierte als Direktor des Instituts für Biomedizin des Alterns in Nürnberg.

Von 2013 bis 2019 führte Sieber die Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg. Seit 2019 arbeitet er am Kantonsspital Winterthur in der Schweiz, zuletzt als Chief Medical Officer, wie die DGG berichtete.

Führungspositionen in europäischen Fachgesellschaften

Sieber war von 2005 bis 2008 Präsident der DGG und trieb in dieser Zeit laut der Gesellschaft „die Sichtbarkeit und Professionalisierung der Geriatrie wesentlich voran“. Acht Jahre lang führte er als Präsident die European Academy for Medicine of Ageing (EAMA), aus der laut DGG „viele international führende Geriaterinnen und Geriater hervorgingen“.

Weitere Präsidentschaften übernahm Sieber bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) von 2010 bis 2012 und bei der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) von 2017 bis 2018. 2022 wurde er als erster deutschsprachiger Präsident der European Geriatric Medicine Society (EuGMS) gewählt, wo er sich laut DGG „für die internationale Vernetzung und qualitativ hochwertige Versorgung älterer Menschen in ganz Europa eingesetzt hat“.

Internationale Ausbildung und frühe Forschung

Sieber schloss 1984 sein Medizinstudium in Basel ab, nachdem er zuvor auch in Wien und London studiert hatte. 1985 promovierte er in seiner Geburtsstadt Basel, wie die DGG mitteilte. Zwischen 1990 und 1992 absolvierte er Forschungsaufenthalte am Hammersmith Hospital in London und der Yale University in den USA.

Sieber entwickelte an den Universitäten Basel und Genf sowie als Oberarzt und Leitender Arzt der Geriatrischen Klinik des Universitätsklinikums Genf seine wissenschaftlichen und klinischen Kompetenzen weiter, bevor er nach Deutschland wechselte.