News

Roboter für Menschen: Förderpreis für Darmstädter Forscherin

Von menschenzentrierter Robotik spricht man, wenn Roboter dem Menschen helfen sollen. Eine Professorin aus Darmstadt kennt sich damit sehr gut aus. Im Gesundheitswesen tragen ihre mobilen Assistenzsysteme zu einer sicheren Zusammenarbeit von Mensch und Roboter bei: Die Roboter können sich flexibel an das Tempo und die Bewegungen einer Person anpassen – ein bedeutender Fortschritt für den Einsatz in der Pflege älterer Menschen.

Prof. Georgia Chalvatzaki erhält für ihre Forschung zur Robotik den Alfried-Krupp-Förderpreis.
Georgia Chalvatzaki erhält für ihre Forschung zur Robotik den Alfried-Krupp-Förderpreis. Foto: TU Darmstadt/Katrin Binn

Die Darmstädter Roboterforscherin Georgia Chalvatzaki (37) hat in Essen den Alfried Krupp-Förderpreis für junge Universitätsprofessorinnen und -professoren erhalten. Der Preis ist mit 1,1 Millionen Euro dotiert.

Die mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftlerin lehrt seit 2023 an der Technischen Universität Darmstadt im Bereich „Interaktive Roboterwahrnehmung und Lernen“, wie die Krupp-Stiftung am Dienstagabend mitteilte. Chalvatzaki forscht an Robotern, die in Echtzeit aus der Interaktion mit ihrer Umwelt und dem Menschen lernen können. „Dieser Ansatz ist richtungsweisend für eine Robotik, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, und ebnet den Weg für eine neue Generation von Robotern“, sagte die Kuratoriumsvorsitzende der Krupp-Stiftung, Ursula Gather.

Forschungen zu mobilen Robotern mit Armen

Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Robotern mit mobiler Basis, die sich in menschlichen Umgebungen bewegen, ihre Umgebung wahrnehmen und präzise Greif- sowie Bewegungsaktionen ausführen können. „Ein zentrales Ziel von Georgia Chalvatzakis Forschung ist eine menschenzentrierte Robotik, die Roboter nicht als Ersatz, sondern als vertrauensvolle Partner des Menschen versteht – besonders in sensiblen Bereichen wie Pflege, Mobilität oder Bildung“, so die Stiftung.

Der gesellschaftliche Nutzen dieser Forschung zeigt sich in konkreten Anwendungsfeldern. Im Gesundheitswesen sorgen etwa Chalvatzakis mobile Assistenzsysteme für eine sichere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter. Die Roboter passen sich dabei flexibel an das Gehtempo und die Bewegungen einer Person an – ein wichtiger Fortschritt für den Einsatz in der Pflege älterer Menschen.

Das Preisgeld wird über fünf Jahre hinweg ausgezahlt und soll unbürokratisch die Arbeitsbedingungen der Preisträgerinnen und Preisträger verbessern. Die Auszeichnung wurde im Rahmen eines Festakts in der Essener Villa Hügel, dem ehemaligen Wohnsitz der Industriellenfamilie Krupp, verliehen. Überreicht wurde sie von der nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU).