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Nach Insolvenz in Bocholt: Caritas Emsdetten-Greven sieht sich auf sicherer Basis

Die Insolvenz des Caritasverbandes für das Dekanat Bocholt hat auch bei den Vorständen des Caritasverbandes Emsdetten-Greven für Betroffenheit gesorgt. Die Vorstände des Caritasverbands Emsdetten-Greven, André Diecks und Klaus Wilp, betonen die solide finanzielle Lage ihres eigenen Verbands. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen plant die Organisation Investitionen in Neubauten und Sanierungen.

Die Insolvenz des Caritasverbandes für das Dekanat Bocholt hat auch bei den Vorständen des Caritasverbandes Emsdetten-Greven für Betroffenheit gesorgt. Foto: AdobeStock/Ralf

Nach der Insolvenz des Caritasverbands Bocholt betonen die Vorstände des Caritasverbands Emsdetten-Greven, André Diecks und Klaus Wilp, die solide finanzielle Lage ihres eigenen Verbands. Rund 900 Beschäftigte sind in Bocholt unmittelbar von der Insolvenz betroffen, die der Verband in Eigenverantwortung managt.

Wilp sagte, jede Insolvenz löse Ängste aus und beschädige Vertrauen – auch gegenüber Mitarbeitenden und Hilfesuchenden. Ein regionaler Caritasverband funktioniere wirtschaftlich wie ein Unternehmen, erklärte Diecks: Wenn Ausgaben die Einnahmen überstiegen, drohe Zahlungsunfähigkeit. Zu den konkreten Ursachen in Bocholt äußerten sich beide nicht.

Laut Diecks belasten steigende Personal-, Energie- und Materialkosten alle Wohlfahrtsverbände. Wilp stellte klar, dass der Verband in Emsdetten-Greven dennoch auf einem stabilen Fundament stehe: Die Bilanz 2024 habe einen Überschuss ausgewiesen, auch das laufende Wirtschaftsjahr sehe positiv aus. Dazu trügen faire Verhandlungen mit den Kostenträgern bei.

Komplexer Finanzierungsmix erfordert lokale Steuerung

Eine finanzielle Haftung gegenüber dem insolventen Bocholter Verband schließt Wilp aus. Alle rund 6.000 Caritas-Rechtsträger in Deutschland seien eigenständig und lokal organisiert. Zwar gebe es auf diözesaner Ebene wirtschaftliche Beratung, doch keine zentrale Steuerung in Finanzfragen.

Diecks verwies auf den komplexen Finanzierungsmix aus öffentlichen Mitteln, Kirchengeldern, Sozialversicherungen, Spenden und Eigenmitteln, der je nach Region und Einrichtung variiere. Jedes Projekt müsse wirtschaftlich solide kalkuliert sein. Der Verband arbeite derzeit mit 56 Kostenstellen, die präzise geplant werden müssten.

Trotz der angespannten Lage will der Verband weiter investieren: In Emsdetten entsteht die „Wohnanlage Pfarrer Bernhard Volkenhoff“ für Menschen mit psychischen Erkrankungen, in Greven werden die Tafel, die Geschäftsstelle und das Haus Tobias saniert. „Die Aufgaben werden nicht weniger, aber die Finanzierung anspruchsvoller“, sagte Wilp.