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BMZ startet Allianz für faire Fachkräftegewinnung – auch Pflege ist mit an Bord

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat in Berlin die Fachkräfteallianz „WE‑Fair“ vorgestellt. Die neue Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) soll Wirtschaft und Entwicklungspolitik enger verzahnen, um internationale Fachkräfte fairer und transparenter zu rekrutieren. Zu den beteiligten Organisationen gehört auch der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP).

Reem Alabali Radovan
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat in Berlin die Fachkräfteallianz „WE‑Fair“ vorgestellt. Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

Die Ministerin sagte, Deutschland sei auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen. Die Rekrutierung aus Ländern in Asien, Afrika und Lateinamerika werde zunehmend wichtiger. Ziel der Allianz sei ein „dreifacher Gewinn“: für den Wirtschaftsstandort Deutschland, für die migrierenden Fachkräfte und für deren Herkunftsländer. Das BMZ verweist auf bereits bestehende Kooperationen, etwa in Vietnam und Ägypten, wo Ausbildungsprogramme an deutsche Standards angelehnt und internationale Vermittlungswege aufgebaut worden seien.

Weitere Gründungsmitglieder sind unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die Deutsche Industrie‑ und Handelskammer (DIHK), der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sowie Unternehmen wie DHL, Randstad und der Maschinenbauer Klein.

Zu den beteiligten Organisationen gehört auch der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP). Dessen Geschäftsführerin Isabell Halletz erklärte auf LinkedIn, die Allianz setze auf klare Standards, praxisnahe Ausbildung und digitale Lösungen. Der Verband verweist auf frühere Projekte in der internationalen Pflegekräfterekrutierung, etwa ein 2012 gestartetes Pilotprojekt mit der Zentralen Auslands‑ und Fachvermittlung (ZAV) sowie auf Beiträge zur Entwicklung des Gütesiegels „Faire Anwerbung Pflege Deutschland“. Auch die 2018 gegründete Bundesarbeitsgemeinschaft Ausländische Pflegekräfte (BAGAP) wird als Netzwerkstruktur genannt.

Die Partner der Allianz sollen laut BMZ ihre jeweiligen Stärken einbringen. Während die Entwicklungszusammenarbeit über langjährige Netzwerke in Partnerländern verfüge, brächten Unternehmen praktische Erfahrungen in Rekrutierung, Ausbildung und Integration ein. Kammern, Verbände, Gewerkschaften und Diaspora‑Organisationen sollen eine Brückenfunktion übernehmen und bei Vorbereitung und Integration internationaler Fachkräfte unterstützen.

Die neue Fachkräfteallianz ist Teil der umfassenden Fachkräftestrategie der Bundesregierung. Parallel startet das Bundesarbeitsministerium (BMAS) regionale Fachkräftewerkstätten, die Akteure vor Ort vernetzen sollen.

Weitere Informationen: www.bmz.de/de/fachkraefteallianz-we-fair-288174