Management

Caritasverbände planen Fusion zu einem Sozialverband

Sinkende kirchliche und staatliche Mittel bei steigendem Bedarf: Die Caritasverbände Limburg und Wetzlar/Lahn-Dill-Eder verhandeln über einen Zusammenschluss. 1.200 Mitarbeitende wären betroffen, die Verschmelzung soll Ende Juni beschlossen werden und sich über drei Jahre erstrecken.

Von links nach rechts: Alexander Jakob, Dr. Georg Kleinhans, David Heun, Wolfgang Schreier (Vorsitzender), Christian Fahl, Hendrik Clöer (Vorstand) (alle Caritasverband Wetzlar / Lahn-Dill-Eder e.V.), Max Prümm (Geschäftsführer), Pfarrer Andreas Fuchs (Vorstandsvorsitzender), Hartmut Fritz, Dr. Peter-Josef Mink, Dr. Herbert Frohnhofen, Christian Meiss (alle Caritasverband für den Bezirk Limburg e.V.) und Marc Schütz (Leitung Katholische Region an der Lahn). Foto: V. Klum

Die Caritasverbände für den Bezirk Limburg e. V. und Wetzlar/Lahn-Dill-Eder e. V. führen derzeit Gespräche über einen engeren Zusammenschluss ihrer Aktivitäten. Hintergrund sind nach Angaben beider Verbände rückläufige kirchliche und staatliche Zuschüsse sowie sinkende Spendeneinnahmen bei gleichzeitig wachsender Nachfrage nach Hilfeleistungen, Beratungs- und sozialen Diensten.

Wirtschaftlicher Druck als Treiber

Max Prümm, Geschäftsführer des Caritasverbandes für den Bezirk Limburg, verweist auf die Möglichkeit, ähnliche Strukturen und gemeinsames Know-how beider Verbände zusammenzuführen. Hendrik Clöer, Vorstand des Caritasverbandes Wetzlar/Lahn-Dill-Eder, begründet die Überlegungen damit, die Angebote in den Regionen rund um Limburg, Wetzlar und Dillenburg als gemeinsamer Sozialverband effizienter und flexibler aufstellen zu können.

Zeitplan und Gremienbeschlüsse

Am 27. April 2026 tagten die Aufsichtsräte beider Verbände gemeinsam und signalisierten Unterstützung für den Zusammenschluss. Bei der nächsten Mitgliederversammlung Ende Juni soll die Verschmelzung beschlossen und notariell beurkundet werden. Das Zusammenwachsen des neuen Verbandes ist über einen Zeitraum von drei Jahren vorgesehen. Laut den beiden Verbänden steht die langfristige Sicherung der Arbeitsplätze für die 1.200 Mitarbeitenden im Vordergrund des Prozesses. Das bestehende Angebot vor Ort soll erhalten bleiben und ausgebaut werden, in Abstimmung mit der Katholischen Kirchenregion an der Lahn.

Sich ergänzende Leistungsportfolios

Beide Verbände bringen unterschiedliche Schwerpunkte ein: Der Caritasverband Limburg verfügt über Erfahrung in der Migrations- und Sozialberatung sowie in Pflege und Hospizarbeit. Der Caritasverband Wetzlar steuert Kindertagesstätten, Jugend- und Tagespflegen sowie Beratungsdienste für ältere Menschen bei. Überschneidungen bestehen unter anderem in der Wohnungslosenhilfe, bei Schwangerenberatungen und Sozialstationen, die in den jeweiligen Regionen stark nachgefragt werden.

Die Annäherung erfolgt unter dem Leitgedanken der laufenden Caritas-Kampagne „Zusammen geht was!“. Erklärtes Ziel ist nach Angaben beider Verbände, sowohl Anwalt für benachteiligte Menschen zu bleiben als auch ein wirtschaftlich tragfähiges Sozialunternehmen zu führen.