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Pflegekassen erwarten Milliardenloch – höhere Beiträge für Kinderlose geplant

Die finanzielle Lage der Pflegeversicherung verschärft sich deutlich: Für 2026 rechnen die Kassen mit einem Defizit von rund einer Milliarde Euro – trotz Bundesmitteln. Parallel plant die Bundesregierung laut Medienberichten höhere Beiträge für Kinderlose, um die Finanzierung zu stabilisieren. 

Ein Defizit von rund einer Milliarde Euro droht der Pflegeversicherung für 2026. Bild: Adobe Stock/studio v-zwoelf

Die gesetzliche Pflegeversicherung hat im ersten Quartal 2026 ein Minus von 667 Millionen Euro verzeichnet – obwohl bereits 800 Millionen Euro aus einem Bundesdarlehen geflossen sind. Der GKV-Spitzenverband rechnet nun mit einem Jahresdefizit von rund einer Milliarde Euro. Noch vor wenigen Monaten war ein Überschuss von 400 Millionen Euro prognostiziert worden.

Tatsächlich fällt die Lücke deutlich größer aus: In die Berechnung ist bereits ein Bundesdarlehen von 3,2 Milliarden Euro einbezogen. Ohne diese Mittel läge das Defizit laut Verband bei rund 4,2 Milliarden Euro. „Die Pflege in Deutschland lebt also auf Pump“, erklärte GKV-Chef Oliver Blatt. (Quelle: Handelsblatt)

Warnungen vor eskalierenden Finanzproblemen

Die Finanzreserven der Pflegeversicherung könnten bis Jahresende auf 4,3 Milliarden Euro sinken – nahezu in Höhe der Schulden beim Bund. Entsprechend deutlich fällt die Warnung des GKV-Spitzenverbands aus: „Bei der Pflegeversicherung brennt die Hütte und wir müssen uns dringend ans Löschen machen“, so Blatt.

Für 2027 wird ein zusätzlicher Finanzbedarf von rund 10 Milliarden Euro erwartet. Davon entfallen 7,5 Milliarden Euro auf laufende Pflegeleistungen für Patient:innen, weitere 2,5 Milliarden Euro werden für den Ausgleichsfonds benötigt, um die Zahlungsfähigkeit sicherzustellen.

Reformpläne: Höhere Beiträge für Kinderlose im Gespräch

Vor diesem Hintergrund arbeitet Bundesgesundheitsministerin Nina Warken an einer Reform der Pflegeversicherung. Ein Gesetzentwurf steht jedoch weiterhin aus. Laut einem Bericht des „RedaktionsNetzwerks Deutschland“ plant die Ministerin, den Beitragszuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte auf 0,7 Prozentpunkte zu erhöhen. (Quelle: epd)

Demnach müssten Versicherte ohne Kinder ab 23 Jahren künftig einen Arbeitnehmeranteil von 2,5 Prozent zahlen. Für Versicherte mit Kindern sollen die Beitragssätze unverändert bleiben – etwa 1,8 Prozent bei einem Kind und bis zu 1,3 Prozent bei drei Kindern. Der Arbeitgeberanteil liegt weiterhin bei 1,8 Prozent.

Warken hatte bereits zuvor auf steigende Belastungen hingewiesen: „Es werden immer mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft“, erklärte sie. Neben der demografischen Entwicklung spielten auch frühere Leistungsausweitungen eine Rolle.

Die Kombination aus wachsendem Finanzdruck und geplanten Beitragserhöhungen verdeutlicht den Handlungsbedarf: Ohne strukturelle Reformen drohen die finanziellen Probleme der Pflegeversicherung weiter zu eskalieren.