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Warken will Online-Krankschreibung ohne Arztkontakt stoppen

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will Krankschreibungen per Online-Fragebogen ohne persönlichen Arztkontakt unterbinden. Das kündigte die Ministerin im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) an. Parallel verteidigte sie die Pläne der schwarz-roten Koalition, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung künftig bereits ab dem ersten Krankheitstag zu verlangen.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken
„Niemand muss bei Krankheit zwingend in die Arztpraxis", so Bundesgesundheitsministerin Nina Warken. Damit hält sie an einer digitalen Alternative zum Praxisbesuch fest, sofern dabei ein ärztlicher Kontakt stattfindet. Foto: BMG/Jan Pauls

Wer krank ist, aber nicht in eine Arztpraxis gehen möchte, kann sich derzeit auch über Online-Anbieter eine Krankschreibung ausstellen lassen. Diesen Weg will die Bundesgesundheitsministerin schließen. Warken kündigte im RND an, dazu bald Vorschläge vorzulegen. Ziel sei es, eine Krankschreibung per Online-Fragebogen ohne jeden Arztkontakt zu unterbinden. „Damit wird diesem Missbrauch endlich ein Riegel vorgeschoben“, sagte die CDU-Politikerin.

Bislang wird eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) in der Regel erst ab dem vierten Krankheitstag verlangt. Die schwarz-rote Koalition hat nun vereinbart, die verpflichtende Krankschreibung schon ab dem ersten Tag einzuführen und die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begründete die Pläne dem RND zufolge damit, dass der Krankenstand gesenkt werden solle.

Attest per Video weiter möglich

Zwar sei das Ende der telefonischen Krankschreibung vereinbart, nicht aber die Möglichkeit eines Attests per Video, stellte Warken gegenüber dem RND klar. „Niemand muss bei Krankheit zwingend in die Arztpraxis“, sagte die Ministerin. Damit hält Warken an einer digitalen Alternative zum Praxisbesuch fest, sofern dabei ein ärztlicher Kontakt stattfindet. Die Ministerin unterscheidet damit zwischen Video-Konsultationen mit Arzt und reinen Online-Fragebogen-Angeboten.

Proteste wegen überlasteter Arztpraxen

Gegen die geplante AU-Pflicht ab dem ersten Tag gibt es dem RND zufolge Proteste – auch, weil mit den Änderungen mehr kranke Menschen in den ohnehin überlasteten Arztpraxen erwartet werden.