Ambulanter Pflegemarkt

Daheim-Gruppe wächst über Lübeck hinaus

Der Lübecker Pflegeanbieter Daheim hat zum 1. Juli 2026 den ambulanten Pflegedienst „Pflegende Hände“ in Bad Schwartau übernommen. Es ist der erste Standort außerhalb Lübecks – und Teil einer regionalen Wachstumsstrategie unter dem Dach des Alvia-Verbunds. Für Gründerin Silke Horn löst der Deal nach über 30 Jahren die Nachfolgefrage.

Silke Horn mit Max Techand von Alvia Capital bei der Vetragsunterzeichnung Foto: Daheim Gruppe

Silke Horn hatte den Pflegedienst vor mehr als 30 Jahren gegründet und suchte altersbedingt eine Nachfolgelösung. Laut Mitteilung der Daheim-Gruppe bleiben Name, Team und Patientenversorgung nach der Übernahme unverändert – rund 100 Patient:innen werden ohne Unterbrechung weiterbetreut, die Arbeitsplätze der Mitarbeitenden bleiben erhalten. Auch der etablierte Markenname „Pflegende Hände“ wird fortgeführt.

Horn selbst begründet die Entscheidung für Daheim mit der Wertekompatibilität und der Zusage, das bestehende Versorgungsniveau zu halten. Sie hat die Übergabe begleitet und bleibt dem Unternehmen nach eigenen Angaben freundschaftlich verbunden.

Für die Daheim-Gruppe markiert die Transaktion den Einstieg in Versorgungsgebiete außerhalb des Stammstandorts Lübeck. Geschäftsführer Heiko Liske betont laut Pressemitteilung, das „Lebenswerk“ von Horn bewahren und zugleich die Basis für eine langfristige Weiterentwicklung schaffen zu wollen. Geschäftsführerin Cornelia Wolter bezeichnet den Schritt als Meilenstein und verweist auf die Absicht, lokale Identitäten übernommener Pflegedienste zu erhalten und unter dem Konzerndach weiterzuentwickeln.

Die Daheim-Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben über 100 Mitarbeitende und deckt ein Leistungsspektrum von häuslicher Kranken- und Intensivpflege über Home-Care-Versorgung bis zum Wundmanagement ab.

Daheim gehört seit 2025 zum Alvia-Verbund, einem langfristig ausgerichteten Unternehmensverbund im Gesundheits- und Sozialwesen, der auf Stabilität und unternehmerische Kontinuität eigenständig geführter Firmen setzt. Die Übernahme in Bad Schwartau ist damit auch als Baustein einer breiter angelegten Buy-and-Build-Strategie im ambulanten Pflegemarkt zu lesen – ein Muster, das sich derzeit bei mehreren kapitalgestützten Verbünden beobachten lässt.

Rechtlich wurde die Transaktion käuferseitig durch Esche Schümann Commichau begleitet, verkäuferseitig durch die Kanzlei Dr. Britta Specht, Martin Gollasch, Uwe Pätzmann Rechtsanwälte. (lon)